US-Wahl: Analyse
November 9th, 2008 von
maphry
DIe Wahl am Dienstag war nur bedingt spannend, und dennoch hat es sehr viele Menschen beschäftigt. In den USA gab es eine Wahlbeteiligung, wie sie schon lange nicht gesehen wurde, wobei man allerdings bemerken muss, das noch nicht wirklich feststeht, wie hoch sie nun wirklich ist, da immer noch nicht alle Stimmzettel ausgezählt wurden. Im weiteren möchte ich nun einmal mir etwas die Ergebnisse genauer ansehen und sie mit meiner Prognose aus der letzten Woche abgleichen.
Präsidentschaftswahl
Nun, das war der Eye-Catcher Nummer 1, der auch international beachtet wurde. Das Ergebnis ist deutlich, die Demokraten, mit ihrem Kandidaten Barack Obama und dessen Running Mate Joe Biden, haben einen nach Wahlmännerstimmen gigantischen Sieg gefeiert. Nach Wählerstimmen sieht er nicht ganz so grossartig aus, denn eine Wahl mit 53%:47% ist nicht ganz so grossartig, wie eine Wahl mit 365:173. Wenn man nun in die Einzelstaaten blickt, so gab es sehr lange keine wirklichen Überraschungen. Allein in drei Staaten habe ich mich wohl im vorhinein vertippt: Indiana, North Carolina und Florida. Indiana war wirklich eine kleine Überraschung, und dementsprechend aus dem Demokratenlager gross gefeiert worden. Am Tage der Wahl hatte Obama aufgerufen dazu, das er diesen Staat gewinnen will und wird, und siehe da, ein paar Stunden später gelang es ihm tatsächlich. North Carolina wiederrum war einer der Staaten, die man ebenfalls für McCain getippt hatte, aber wo ich letzte Woche ein kleines Fragezeichen bei den Drittkandidaten gesetzt hatte, und tatsächlich: zwichen Obama und McCain liegen etwa 14000 Stimmen, und Bob Barr hat etwas über 25000 Stimmen erhalten. Wären also die normalerweise für McCain gehenden Barr-Stimmen tatsächlich an diesen gegangen, hätte er dort gewonnen. Aber alles hätte, wäre und wenn hilft hier nicht, Obama gelang dieser Sieg, auch wenns zwei Tage brauchte, bis man es verkünden konnte. Zum Schluss kam dann noch Florida, der grosse unbekannte dieser Wahl, und man war etwas überrascht, als es Obama wirklich gelang diesen sich zu sichern. Viele Umfrageinstitute hatten das auch vorhergesagt, aber man hatte dennoch vermutet, das es McCain knapp gelingen könnt diesen Schicksalsstaat der Demokraten sich einzuverleiben.
Alles in Allem also sind die Siege gut vorhergesagt worden, allerdings gab es einige Unkenrufe was die Prozente der Gewinne angeht denn nicht immer lagen alle Umfrageinstitute auf einer Linie. Allerdings muss man dort zur Ehrenrettung sagen, dass di unterschiedlichen Zeitzonen und teils klaren Ergebnisse in einigen Staaten schnell mal grössere Auswirkungen haben können.
Senatswahl
Bis auf die Rennen in Alaska (zu knapp offenbar), Minnesota (dort gibts eine Neuauszählung der Stimmen) und Georgia (Stichwahl, da wohl niemand über 50%) sind die Ergebnisse hier auch mittlerweile komplett. Derzeit steht es hier 57:40, und es wird für unwahrscheinlich gehalten, das die Demokraten die 3 letzten Sitze vollständig für sich beanspruchen können. Somit scheint die Vorhersage, da die “filibuster-prof-majority” verfehlt wird offenbar zuzutreffen. Das meiste Aufsehen hat die Niederlage der Senatorin Dole in North Carolina gebracht, welche im vorhinein richtig vorhergesagt wurde. Den grossen Fauxpas habe ich mir in West Virginia geleistet, wo ich Rockefeller als nicht sicher bezeichnet habe und sogar (offenbar war es damals ein Schreibfehler) sogar den Republikaner vorne gesehen hatte. Da die Dems dort nun fast 2/3 der Stimmen geholt haben, hab ich mich damit ziemlich in die Nesseln gesetzt. Der Rest der rennen war weitesgehend Ok, die Fragezeichen bleben nun noch hinter den offenen Rennen, die in der nächsten zeit entschieden werden müssen.
Repräsentantenhaus
Hier habe ich wohl den Schwung herüber zu den Demokraten leicht überschätzt. Es ist noch nicht alles ausgezählt, aber es sieht danach aus, als das die Demokraten nur 258-259 Sitze erhalten und nicht 261, wie ich letzte Woche Vorhergesagt hatte. Aber auch hier gilt es, dass kleine Verschiedungen immer möglich sind, das wichtige aber das Gesamtergebnis ist, und das war klar Demokratisch.
ALles in allem also wurden die Ergebnisse ausreichend gut vorhergesagt. Nun beginnt ersteinmal die heikle Zeit des Übergangs, und das Regierungsteam von Obama wird aufzustellen sein. Man darf auch hier dann auf Einzelfallentscheidungen sicherlich gespannt sein.
Geschrieben in Political Theories | Tags: Analyse, Barack Obama, Präsidentschaftswahl, Prognose, Repräsentantenhaus, Senat, USA, Wahl
1 Kommentar »






