US-Wahl: Analyse

November 9th, 2008 von maphry

DIe Wahl am Dienstag war nur bedingt spannend, und dennoch hat es sehr viele Menschen beschäftigt. In den USA gab es eine Wahlbeteiligung, wie sie schon lange nicht gesehen wurde, wobei man allerdings bemerken muss, das noch nicht wirklich feststeht, wie hoch sie nun wirklich ist, da immer noch nicht alle Stimmzettel ausgezählt wurden. Im weiteren möchte ich nun einmal mir etwas die Ergebnisse genauer ansehen und sie mit meiner Prognose aus der letzten Woche abgleichen.

Präsidentschaftswahl

Nun, das war der Eye-Catcher Nummer 1, der auch international beachtet wurde. Das Ergebnis ist deutlich, die Demokraten, mit ihrem Kandidaten Barack Obama und dessen Running Mate Joe Biden, haben einen nach Wahlmännerstimmen gigantischen Sieg gefeiert. Nach Wählerstimmen sieht er nicht ganz so grossartig aus, denn eine Wahl mit 53%:47% ist nicht ganz so grossartig, wie eine Wahl mit 365:173. Wenn man nun in die Einzelstaaten blickt, so gab es sehr lange keine wirklichen Überraschungen. Allein in drei Staaten habe ich mich wohl im vorhinein vertippt: Indiana, North Carolina und Florida. Indiana war wirklich eine kleine Überraschung, und dementsprechend aus dem Demokratenlager gross gefeiert worden. Am Tage der Wahl hatte Obama aufgerufen dazu, das er diesen Staat gewinnen will und wird, und siehe da, ein paar Stunden später gelang es ihm tatsächlich. North Carolina wiederrum war einer der Staaten, die man ebenfalls für McCain getippt hatte, aber wo ich letzte Woche ein kleines Fragezeichen bei den Drittkandidaten gesetzt hatte, und tatsächlich: zwichen Obama und McCain liegen etwa 14000 Stimmen, und Bob Barr hat etwas über 25000 Stimmen erhalten. Wären also die normalerweise für McCain gehenden Barr-Stimmen tatsächlich an diesen gegangen, hätte er dort gewonnen. Aber alles hätte, wäre und wenn hilft hier nicht, Obama gelang dieser Sieg, auch wenns zwei Tage brauchte, bis man es verkünden konnte. Zum Schluss kam dann noch Florida, der grosse unbekannte dieser Wahl, und man war etwas überrascht, als es Obama wirklich gelang diesen sich zu sichern. Viele Umfrageinstitute hatten das auch vorhergesagt, aber man hatte dennoch vermutet, das es McCain knapp gelingen könnt diesen Schicksalsstaat der Demokraten sich einzuverleiben.

Alles in Allem also sind die Siege gut vorhergesagt worden, allerdings gab es einige Unkenrufe was die Prozente der Gewinne angeht denn nicht immer lagen alle Umfrageinstitute auf einer Linie. Allerdings muss man dort zur Ehrenrettung sagen, dass di  unterschiedlichen Zeitzonen und teils klaren Ergebnisse in einigen Staaten schnell mal grössere Auswirkungen haben können.

Senatswahl

Bis auf die Rennen in Alaska (zu knapp offenbar), Minnesota (dort gibts eine Neuauszählung der Stimmen) und Georgia (Stichwahl, da wohl niemand über 50%) sind die Ergebnisse hier auch mittlerweile komplett. Derzeit steht es hier 57:40, und es wird für unwahrscheinlich gehalten, das die Demokraten die 3 letzten Sitze vollständig für sich beanspruchen können. Somit scheint die Vorhersage, da die “filibuster-prof-majority” verfehlt wird offenbar zuzutreffen. Das meiste Aufsehen hat die Niederlage der Senatorin Dole in North Carolina gebracht, welche im vorhinein richtig vorhergesagt wurde. Den grossen Fauxpas habe ich mir in West Virginia geleistet, wo ich Rockefeller als nicht sicher bezeichnet habe und sogar (offenbar war es damals ein Schreibfehler) sogar den Republikaner vorne gesehen hatte. Da die Dems dort nun fast 2/3 der Stimmen geholt haben, hab ich mich damit ziemlich in die Nesseln gesetzt. Der Rest der rennen war weitesgehend Ok, die Fragezeichen bleben nun noch hinter den offenen Rennen, die in der nächsten zeit entschieden werden müssen.

Repräsentantenhaus

Hier habe ich wohl den Schwung herüber zu den Demokraten leicht überschätzt. Es ist noch nicht alles ausgezählt, aber es sieht danach aus, als das die Demokraten nur 258-259 Sitze erhalten und nicht 261, wie ich letzte Woche Vorhergesagt hatte. Aber auch hier gilt es, dass kleine Verschiedungen immer möglich sind, das wichtige aber das Gesamtergebnis ist, und das war klar Demokratisch.

ALles in allem also wurden die Ergebnisse ausreichend gut vorhergesagt. Nun beginnt ersteinmal die heikle Zeit des Übergangs, und das Regierungsteam von Obama wird aufzustellen sein. Man darf auch hier dann auf Einzelfallentscheidungen sicherlich gespannt sein.

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Neuseeland wählt den anderen Change

November 8th, 2008 von maphry

Auch in Neuseeland wurde nun das Repräsentantenhaus neu gewählt, und auch dort hat das Volk sich einen Wechsel gewünscht, diesesmal allerdings von einer Linken hin zur rechten Mitte. Der bisher regierenden Labourpartei unter Helen Clark gelang es nicht, sich den Nationalen zu wiedersetzen, und so gilt es als gesichert, das der neue Premierminister John Key heissen wird.

In einem Wahlkampf, der sich vorwiegend auf Steurkürzungen und Abwehr der drohenden Finanzkrise stützte, waren auch das ein oder andere Skandälchen in den Regierungsparteien letztendlich ausschlaggebend für den Machtwechsel. Mit etwas Glück kann sich Key nun sogar der Abhängigkeit von der Vertretung der Maoris ersparen, so dass er sich ganz seinen Wahlversprechen um Law & Order hingeben kann.

Es wird nicht der letzte Politiker sein, der vom Change reden wird, um als Trittbrettfahrer von Barack Obama an die Macht zu kommen. Man kann das derzeit in Grossbritannien beobachten, wo David Cameron vom Wechsel in der Gesellschaft redet, und wir werden es wohl auch hier in Deutschland ertragen müssen, obwohl dort die einzigen Parteien, die wohl im nächsten Jahr eine Regierung formen könnten, selbst derzeit an der Macht sind, und somit ein Wechsel nicht existieren wird. So bleibt die Hoffnung, das demnächst ein paar dieser Trittbrettfahrer einmal abgestraft werden, denn es ist eine Farce was damit angestellt wird. Denn überraschender Weise erwarten in Neuseeland die meisten gar keinen wirklichen Wechsel in der Politik, dader Staat viel zu viele Probleme derzeit hat.

Hintergrundartikel:

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US-Wahl: Ergebnisse

November 5th, 2008 von maphry

DIe Ergebnisse der Nacht (Stand: 5/11: 20 h CET):

Electoral College – Obama 364: McCain 163


1.10 h: Vermont (3) -> Obama

1.25 h: Kentucky (8) -> McCain

2.00 h: South Carolina (8) -> McCain

2.05 h: New Jersey (15) -> Obama

2.05 h: Illinois (21) -> Obama

2.05 h: Oklahoma (7) -> McCain

2.05 h: Tennessee (11) -> McCain

2.05 h: Maryland (10) -> Obama

2.05 h: Washington DC (3) -> Obama

2.05 h: Connecticut (7) -> Obama

2.05 h: Delaware (3) -> Obama

2.30 h: Massachussets (12) -> Obama

2.30 h: New Hampshire (4) -> Obama

2.35 h: Maine (4) -> Obama

2.40 h: Pennsylvania (21) -> Obama

3.05 h: North Dakota (3) -> McCain

3.05 h: Wyoming (3) -> McCain

3.05 h: New York (33)-> Obama

3.05 h: Michigan (17)-> Obama

3.05 h: Minnesota (10) -> Obama

3.15 h: Georgia (15) -> McCain

3.20 h: Wisconsin (10) -> Obama

3.30 h: Ohio (20) -> Obama

3.50 h: New Mexico (5) -> Obama

3.50 h Louisiana (9) -> McCain

4.00 h Utah (5) -> McCain

4.00 h Kansas (5) -> McCain

4.10 h Iowa (7) -> Obama

4.15 h Arkansas (6) -> McCain

4.15 h Alabama (9) -> McCain

4.15 h West Virginia (5) -> McCain

4.25 h Texas (34) -> McCain

4.25 h Mississippi (6) -> McCain

4.25 h Rhode Island (4) -> Obama

4.55 h Virginia (13) -> Obama

5.00 h California (55) -> Obama

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tda Alaska (3) -> McCain

tda Arizona (10) -> McCain

tda Colorado (9) -> Obama

tda Florida (27) -> Obama

tda Hawaii (4) -> Obama

tda Idaho (4) -> McCain

tda Indiana (11) -> Obama

tda Mississippi (6) -> McCain

tda Montana (3) -> McCain

tda Nebraska (5) -> McCain

tda Nevada (5) -> Obama

tda Oregon (7) -> Obama

tda South Dacota (3) -> McCain

tda Washington (11) -> Obama

2da North Carolina (15) -> Obama

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still to call: Missouri

Senat – Dem 18 (37+2): Rep 14 (26)


1.25 h: Virginia ->Warner (Dem)

1.35 h: South Carolina ->Graham (Rep)

2.45 h: Arkansas -> Pryor (Dem)

2.45 h: Tennessee -> Alexander (Rep)

2.45 h: New Jersey -> Lautenberg (Dem)

2.50 h: Illinois -> Durbin (Dem)

2.50 h: West Virginia -> Rockefeller (Dem)

2.50 h: Massachussets -> Kerry (Dem)

2.55 h: North Carolina -> Hagen (Dem)

3.25 h: Wyoming I -> Enzi (Rep)

3.25 h Wyoming II -> Barosso (Rep)

3.25 h Alabama -> Sessions (Rep)

3.25 h Oklahoma -> Inhofe (Rep)

3.50 h Michigan -> Levin (Dem)

3.50 h Maine -> Collins (Rep)

3.50 h New Hampshire -> Shaheen (Dem)

3.50 h Rhode Island -> Reed (Dem)

3.50 h Delaware -> Biden (Dem)

4.20 h Kansas -> Roberts (Rep)

4.20 h Montana -> Baucus (Dem)

4.35 h Iowa -> Harkin (Dem)

4.45 h Nebraska -> Johanns (Rep)

4.45 h South Dacota -> Johnsen (Dem)

4.45 h Texas -> Cornyn (Rep)

4.45 h Mississippi I -> Cochran (Rep)

4.50 h New Mexico -> Udall (Dem)

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tda Colorado -> Udall (Dem)

tda Idaho -> Risch (Rep)

tda Mississippi II -> Wicker (Rep)

tda Louisiana -> Landrieu (Dem)

tda Kentucky -> McConell (Rep)

2da Oregon -> Merkley (Dem)

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still to Call: Alaska, Georgia & Minnesota

Repräsentantenhaus

Dems 253 : Reps 173

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US-Wahl: Live-Ticker (Die Nacht)

November 4th, 2008 von maphry

Heute geht es um viel, um die Präsidentschaft, um die Fillibuster-Proof-Majority im Senat und überhaupt um einen möglichen historischen Erdrutschsieg der Demokraten (Kommentare, Meinungen und Fragen sind natürlich immer gern willkommen).

5.00 CET / 23.00 ET / 18.00 HST

Nun ist es offiziell. Barack Obama hat mit dem Erfolg in Kalifornien den Sieg bei diesen Präsidentschaftswahlen errungen. Ich werde mich damit für diese Nacht verabschieden, das offene Rennen im Senat und im Repräsentatenhaus wird dann in den kommenden tagen analysiert. Und ja, ich könnte mich nun darüber ärgern, das ich vor 4 Jahren nicht auf Obama gewettet habe, auch wenn ich zugeben muss, das ich mit ihm erst in 8 Jahren gerechnet habe. Aber er hat nun die Chance genutzt, etwas, was ihm wohl lange Zeit nur wenige zugetraut haben.

4.30 CET / 22.30 ET / 17.30 HST

Die Entwicklungen der letzten 3/4-h waren wenig überraschend. Texas für McCain, New Mexico für Obama. nichts was irgendetwas noch ändern könnte. Die 60 Sitze im Senat bleiben eng, sind aber eher unwahrscheinlich.

3.45 CET / 21.45 ET / 16.45 HST

Auch CNN räumt nun ein, das es nix mehr wird mit McCain (denn er müsste einen von der Ostküste oder Hawaii gewinnen, und das ist nahezu ausgeschlossen). Damit kann man nun guten Gewissens verkünden: Der nächste Präsident der USA ist Barack Obama!

3.30 CET / 21.30 ET / 16.30 HST

Ohio geht an Obama! Das sollte es dann gewesen sein, denn nun wird es kaum noch möglich sein, das McCain noch zurückschlägt!

3.25 CET / 21.25 ET / 16.25 HST

Die Niederlage in Kentucky im Senat tut den Demokraten richtig weh. Nun wird es doch noch sehr schwer die filibuster-proof-majority zu retten.

3.00 CET / 21.00 ET / 16.00 HST

Das ganze sieht langsam richtig gut aus für die Demokraten. Bis auf North Dakota, ist alles nach Plan gelaufen, und Rockefeller hat West Virginia gewonnen. EIn Sitz fehlt noch anch meiner Prognose, der unerwartet gewonnen werden müsste, um es zu den 60 Sitzen zu schaffen.

2.45 CET / 20.45 ET / 15.45 HST

Pennsylvania geht an Obama. Damit ist der erste grosse Battleground-Staat für Obama gesichert, und somit sieht es gut für ihn aus. Alle anderen sind noch to close to call, mal schauen wie lange das hält.

2.30 CET / 20.30 ET / 15.30 HST

In obiger Ergebnisliste habe ich einmal die aktuellen Entwicklungen zusammengefasst. Wie erwartet gabs den grossen schwung der Projektionen und der vielen Farbe nun auf den karten. EInige Staaten sind in diesem Schwung noch offen, aber wohl nicht mehr lange. 62:34 für Obama, und bisher alles nach Erwartung. Florida sieht demgegenüber sehr gut für Obama aus. Es bleibt spannend dort.

2.00 CET / 20.00 ET / 15.00 HST

Die nächsten Staaten die fällig seien dürften sind South Carolina und West Virginia, und das kurz bevor der mittlere Westen seine Lokale schliesst.

1.30 CET / 19.30 ET / 14.30 HST

Ok, Kentucky und Vermont können doch verbucht werden. In Kentucky fängt auch an das Senatsrennen spannend zu werden, was einer der Schlüsselstaaten für die 60%-Mehrheit der Demokraten dort ist. Derweil kann man den Parteiwechsel des Senatssitzes in Virginia verbuchen, und South Carolina wird wohl recht schnell an die Reps im Oberhaus gehen.

1.05 CET / 19.05 ET / 14.05 HST

So, die nächsten Lokale sind dicht. Bisher steht Indiana auf der Kippe bei etwa 9% ausgezählten Stimmen, und CNN projeziert Kentucky (8) für McCain. Des weiteren wird Vermont (3) für Obama gewertet. Allerdings sollte man noch etwas warten bis man diese Staaten komplett abschreibt, noch sind die Zahlen zu unsicher. Die nächsten Staaten die schliessen um halb 2 sind Teile von North Carolina, Ohio und West Virginia.

0.30 CET / 18.30 ET / 13.30 HST

Die East-Time-Zonen in Kentucky und Indiana sind geschlossen, aber die Ergebnisse lassen noch auf sich warten. Kentucky sollte dabei klar an McCain gehen, Indiana wird der erste Staat sein, wo es knapp werden sollte. Um 1 Uhr schliessen dann auch die letzten Lokale in Indiana und Kentucky, sowie in Teilen Floridas, New Hampshires. Ausserdem sind dann Georgia, South Carolina, Vermont und Virginia dran. Die ersten Ergebnisse aus diesen Staaten besonders Florida, Georgia und Indiana sollten dann ein paar Aufschlüsse liefern wie es heute Nacht weiter geht.

23.45 CET / 17.45 ET / 12.45 HST

Die CNN-Exitpolls liefern nicht wirklich neues. Das die Economy das Hauptthema war war klar, darauf folgten mit sehr, sehr grossem Abstand Irak, Terrorismus und das Gesundheitssystem. Dabei sind die Präferenzen, welchen Kandidaten man nun unterstützt, wenn man welches Thema bevorzugt, typisch verteilt. Irak-Besorgte neigen zu Obama, Terrorismus-Verängstigte zu McCain. Auch das die Neuwähler mehrheitlich bei Obama stehen ist logisch, da die Demokraten eine gute Möbilisierungsarbeit in den letzten Monaten hingelegt haben. Ob sichd as auszahlt wird man noch sehen.

23.00 CET / 17.00 ET / 12.00 HST

Noch eine Stunde bis die ersten Wahllokale schliessen. Den Beginn machen Indiana und Kentucky. Wo Kentucky keine grossen Überraschungen bereithalten sollte (klar McCain), ist Indiana ein Ziel von Obama. Sollte er hier gut abschneiden, oder gar gewinnen, wird es für McCain wirklich schwer das Ruder noch herumzureissen.

22.10 CET / 16.10 ET / 11.10 HST

Die Wahlbeteiligung scheint sehr hoch. Davon zeugen nicht nur die viel berichteten langen Schlangen, sondern auch die ersten Berichte von den Wahlbeteiligungen, welche in Ohio und Virginia, zwei Battleground-States, besonders hoch liegen sollen.

20.45 CET / 14.45 ET / 9.45 HST

Die Ruhe vor dem Sturm. Es sind noch etwas über 3 Studnen, bis in den ersten Staaten die Wahllokale wieder schliessen. Bis dahin wird es wohl ausser den Berichten von langen schlangen, der ein oder anderen defekten Wahlmaschine und den Berichten von dem ein oder anderen Promi, der grade wählen war kaum viel neues geben. Aber dann…

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US-Wahl: Live-Ticker (Der Tag)

November 4th, 2008 von maphry

Heute geht es um viel, um die Präsidentschaft, um die Fillibuster-Proof-Majority im Senat und überhaupt um einen möglichen historischen Erdrutschsieg der Demokraten (Kommentare, Meinungen und Fragen sind natürlich immer gern willkommen).

20.20 CET / 14.20 ET / 9.20 HST

Hast du solche Freunde, brauchst du keine Feinde mehr. Seit Monaten meldete sich der ehem. Kubanische Staatschef Fidel Castro nicht mehr zu Wort, aber heute konnte er es nicht lassen zu verkünden, das Obama intellegenter sei als McCain, auch wenn er offiziell keine Wahlempfehlung abgab (siehe Reuters). Bei dem Vorwurf, dass Obama laut den Republikanern zu sozialistisch wäre, wird dem das sicher gar nicht passen diese rhetorischen Blumen zu erhalten. Aber es kommt wohl zu spät um Einfluss zu haben, vor eienr Woche hätte es mehr Probleme gemacht.

19.10 CET / 13.10 ET / 8.10 HST

Und natürlich will ich auch das nicht vergessen, auch McCain hat mittlerweile seine Stimme abgegeben (siehe AP), und wird nun zu seinen letzten Wahlkampfauftritten aufbrechen.

19.00 CET / 13.00 ET / 8.00 HST

Huffington Post, das “Kampfblog” der Demokraten, verichtet über Probleme bei den Wahlmaschinen in dem möglicherweise entschiedenen Staat Virginia. Auch konnten angeblich nicht zeitnah Papierstimmzettel beschafft werden, so das es zu grösseren Verzögerungen kam. Das fängt ja gut an, und die Diskussionen werden hinterher wohl wieder hoch schlagen.

18.00 CET / 12.00 ET / 7.00 HST

Bei Hubdub stehen die Chancen bei 94% das Obama heute Nacht als Sieger vom Parkett geht. Auch hatten im Vorhinein schon einige Wettanbieter die Reissleine gezogen (siehe uswahl2008), da sie nicht mehr glaubten, das McCain es noch einmal schaffen würde zurückzukommen. Sicherlich, man könnte viel Geld damit gewinnen, wenn man heute auf McCain setzt, aber offenbar sind die Wahrscheinlichkeiten wirklich sehr gering, das er es doch noch schafft.

18.50 CET / 12.50 ET / 7.50 HST

So, ich musste ein paar kleine Korrekturen an der Prognose fürs Electoral College vornehmen, da ich einen kleinen Rechenfehler drin hatte. An der eigentlichen Aussage ändert sich aber nichts: Obama wird demnach mit 311:227 Wahlmännerstimmen gewinnen. Somit gibts hier noch einmal die Graphik:

Electoral College (korregierte Prognose)

Electoral College (korregierte Prognose)

17.35 CET / 11.35 ET / 6.35 HST

Raymond Whitaker stellt im Independence-Blog klar, was es bedeuten würde, wenn die Wähler heute Nacht nicht Obama auf den Thron heben würden. Denn dann lägen alle Umfrageinstitute quer durch die bank falsch, und das würde mehr als ein Erdbeben in dieser Industrie auslösen, und das Vertrauen was in deren Aussagen immer noch investiert wird, würde gegen Null schrumpfen. Und wenn man ehrlich ist, es hätte schon seinen Reiz, wenn man sich anschaut, wie diese Werte die öffentliche Meinung bestimmen.

17.15 CET / 11.15 ET / 6.15 HST

Ja, wie soll es auch anders sein, auch die Börsen freuen sich das endlich die Wahl stattfindet (siehe BBC News). Inwieweit sie sich noch freuen, wenn die Wahllokale morgen früh geschlossen haben und es dann zu Problemen kommen sollte, wie dass es nicht möglich seien wird, einen Präsidenten auszurufen, werden wir dann ja sehen.

16.40 CET / 10.40 ET / 5.40 HST

Bloomberg geht davon aus, dass die Geschichte um die Präsidentschaft heute schnell geklärt seien könnte, sollte am 1 Uhr heute Nacht die Wahllokale in Virginia, Ohio und Florida geschlossen sein und McCain dort nicht gewinnen. Ich persönlich tippe das sowohl Ohio, als auch Virginia die Seiten zu den Demokraten wechseln werden, was bedeuten würde, das es tatsächlich recht fix gehen könnte. Aber die Wahlen vor 4 und 8 Jahren haben gezeigt, das gerade diese Umstrittenen Staaten sehr lange brauchen, bis man auf das “Too close to call” bei den Ergebnissen verzichten kann.

16.25 CET / 10.25 ET / 5.25 HST

Obama war ein Frühaufsteher, als er heute Morgen zur Wahl schritt (siehe Chicago Tribune). Wie immer mit nem ganzen Pulk Medien im Gepäck und einen ganzen Haufen Leuten vom Secret Service, für die er vielleicht ab Morgen die wichtigste zu schützende Person wird. Ansonsten häufen sich die Berichte über lange schlangen, und die befürchtungen, das diese so ihre Probleme mit sich bringen könnten (siehe LA Times).

14.55 CET / 8.55 ET / 3.55 HST

Auch in Washington DC bilden sich die Schlangen (siehe Washington Post). Derweil ist es ganz interessant sich einmal die Webseiten der Parteien anzusehen. Während McCains Republikaner noch mit langen Texten versuchen wähler zu überzeugen, gibts bei den Demokraten nur die Aufforderung zu wählen und alle in seinem Umfeld dafür zu begeistern. Auch gibt’s eine kleine Rechtsbelehrung, wohl weisslich, da in einigen Counties befürchtet wird, das mit Tricks die Republikaner versuchen werden niedere soziale Schichten zu verunsichern. Ob es dazu kommt wird man sehen, aber immerhin gibt es ja mittlerweile auch in den USA dieOSZE-Wahlbeobachter.

14.05 CET / 8.05 ET / 3.05 HST

In New York beginnt der Tag mit den oft befürchteten langen Schlangen vor den Wahllokalen (wie BBC Newsberichtet). Was einen aufgrund der zu erhoffenden hohen Wahlbeteiligung erfreut, nährt aber auch die Befürchtung, das viele am späteren tage nicht mehr zu den Lokalen aufbrechen, da die Schlangen sie abschreckt. Man wird sehen, ob die höchste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten, die angepeilt wird, erreicht werden kann.

13.30 CET / 7.30 ET / 2.30 HST

Der Guardian hat ganz nett die wichtigsten Stationen des heutigen Abends zusammengefasst. Los gehts nach Mitteleuropäischer Zeit eigentlich erst wirklich um Mitternacht, wo Kentucky und Indiana den Anfang machen, und die erste wirkliche Tendenz wird es wohl dann ab 1 Uhr morgen früh geben. Alles davor sind pure Analyse von Erwartungen und Schnellumfragen, auf die man sich wie immer nicht all zu sehr verlassen sollte.

13.05 CET / 7.05 ET / 2.05 HST

Die suche danach, wo man heute den Sieger am ehesten ausmachen kann geht weiter. CNN-Blogger John P. Avlon geht sogar soweit es auf 6 Counties zu beschränken, welche in Florida, Virginia, Pennsylvania, Ohio, Missouri und Colorado liegen. Soweit würde ich selbst vielleicht nicht gehen, aber es zeigt die Tendenz die sehr deutlich wird: Die Nachrichtenstationen werden so früh wie möglich den Gewinner verkünden wollen, und dabei dieses mal reichlich Risiko in kauf nehmen. Auch sieht man, dass nur ein geringer Teil der Wähler diese Wahl wirklich entscheiden wird, der Grossteil ist schon teils seit Wochen, fest auf eine Seite verbucht und somit uninteressant. Ob die Strategen damit recht haben, wird sich heute Nacht zeigen, aber mit Überraschungen darf man im Allgemeinen dabei kaum rechnen, da die Wähler in den USA doch zu vorhersehbar votieren. Des weiteren haben nun seit gut einer Stunde die ersten Wahllokale geöffnet, die es nicht darauf anlegen die allerersten seien zu wollen. Nun kann das zittern für die beiden Seiten also beginnen.

11.25 CET / 5.25 ET / 0.25 HST

Das Early-Voting ist recht erfolgreich verlaufen dieses Jahr (wie auch BBC News berichtet), und so sind bis zu 30% der Stimmen schon lange vergeben. Davon werden erwartungsgemäs vor allem die Demokraten profitieren, und es bleibt zu hoffen, dass auch die Wahlbeteiligung insgesamt etwas ansteigt, denn es wäre gut, wenn der neue Präsident von mehr als 25% der Wahlberechtigten Bevölkerung gewählt würde.

10.30 CET / 4.30 ET / 23.30 HST

Es ist noch etwas Zeit (besser gesagt 90 Minuten) bis auch die restlichen Wahllokale beginnen zu öffnen (in Hart’s Location, dem zweiten Frühstarter, gabs nach FR-Online ein 17:10 für Obama bei zwei Stimmen für einen Drittkandidaten). Die letzten Neuigkeiten sind doch noch einmal etwas erfreulicher für McCain/Palin, da Palin in einem weiteren Bericht vom Amtsmissbrauch freigesprochen wurde (siehe NYTimes). Die andere Schlagzeile des Tages ist der Tod von Obama’s Grossmutter am gestrigen Tage (siehe Guardian). Ob irgendetwas davon noch Einfluss auf die Wahlen hat, ist aber doch arg zu bezweifeln.

9.05 CET / 3.05 ET / 22.05 HST

Hier noch einmal graphisch die Prognosen für den heutigen Tag, wo die ersten wirklich guten Ergebnisse erst nach Mitternacht europäischer Zeit zu erwarten sind.

 

Electoral Collage Prognose 9.00 CET

Electoral Collage Prognose 9.00 CET

 

Senat: Prognose 9.00 CET

Senat: Prognose 9.00 CET

 

Repräsentantenhaus: Prognose 9.00 CET

Repräsentantenhaus: Prognose 9.00 CET

8.55 CET / 2.55 ET / 21.55 HST

Guten Morgen. DIe ersten Wahllokale haben geöffnet, und Obama hat abgeräumt. Wie CNN berichtet, hat Obama die Rennen im Ort Dixiville Notch, New Hampshire mit 21:15 gewonnen. EIgentlich eher Republikanisch geneigt, ist dieses doch eine Überraschung, und lässt die Demokraten hoffen.

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US-Wahl: Das Repräsentantenhaus

November 1st, 2008 von maphry

Am kommenden Dienstag steht mehr auf dem Spiel als nur das Präsidentenamt, denn es wird auch wie alle zwei Jahre das komplette Repräsentantenhaus  des Landes gewählt. Dabei haben die Demokraten eine derzeitige Mehrheit von 235 zu 199 zu verteidigen, welche sich aus dem 233:202 Verhältnis nach der letzten Wahl entwickelt hat. Nach dem derzeitigen Stand steht es nahezu ausser Frage, dass dieses gelingen sollte, die Frage ist lediglich wie hoch. Zu wählen sind insgesamt 434 Abgeordnete, da eine Wahl aufgrund eines Todesfalls im August erst mit zweiwöchiger Verspätung stattfindet.

Pollster projeziert zum heutigen Tage eine Mehrheit von 245:166 bei noch nicht entschiedenen 24 Rennen, wobei diese in etwa zu gleichen Teilen von Dems und Reps angeführt werden. RealClearPolitics hingegen sieht 25 Rennen als noch nicht entschieden an, davon alleine 21 Sitze die aktuell Republikanern gehören, ansonsten werden bei den Dems 3 und bei den Reps 8 Sitze für den politischen Gegner gewertet, was einem 236:173 halbwegs sicheren Sitzen entspräche.

Wirkliche Prognosen sind beim House recht schwer zu machen, da es sehr häufig auf regionale Details ankommt, welche einen recht ungewissen Ausgang in einzelnen Fällen bedeuten. Wenn man den obigen Analysen trauen kann, und ich mich mit eienr Prognose festlegen müsste, würde ich in etwa auf ein Ergebnis von 260+1:174 tippen, der eine Sitz wird wie oben schon angesprochen dann eben erst in 2 Wochen vergeben. Ein Ergebnis in dieser Grössenordnung wäre eine Katastrophe für die Republikaner, und somit darf bei so hoher Führung dann die Frage gestellt werden, wie gross die innerparteiliche Opposition bei den Demokraten ausfallen wird. Hohe Siege machen das politische Leben nicht unbedingt einfacher, aber das werden wir wohl in den nächsten 2 Jahren präsentiert bekommen.

Hintergrundartikel:

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