David Cameron beschliesst den Parteitag der Konservativen

October 2nd, 2008 von maphry

Über das Wochenende hinweg bis zum  heutigen Mittwoch hat die grösste Britische Oppositionspartei, die Conservatives ihren parteitag in Birmingham abgehalten. Unter ihrem Anführer David Cameron, steht sie derzeit gut da, und führt mit grossem Vorsprung in den landesweiten Umfragen vor der aktuell regierenden Labour-Party. Diese hatte in der letzten Woche ihren Parteitag abgehalten, wo der Premier Gordon Brown versuchte die Reihen hinter sich wieder zu schliessen. Nun war sein Counterpart an der Reihe, um zu zeigen, dass er fähig ist auch als Favorit gute Reden zu schwingen.

Dabei konzentrierte er sich auf die Reform der Gesellschaft, nicht nur ihrer Einrichtungen. Um dieses umzusetzen, waren natürlich auch Steuersenkungen und effektivere und bessere Systeme angesprochen worden, aber der Fokus war ohne Zweifel auf die Werte gelegt, um auch die alt-Konservativen mitnehmen zu können in seiner Idee vom Change.

Darüber hinaus war es eine gute Rede mit recht viel Humor, welche einen möglichen Wahlkampf zwischen Brown und Cameron sicherlich interessant werden lassen. Die Zukunft wird zeigen ob er sich mit seinen Ansätzen auch ind er eigenen Partei durchsetzen können wird, denn was Blair für New Labour war, ist Cameron für die New Conservatives. Vieles wird umstritten bleiben, und so bleibt abzuwarten, wie die Partei zu ihm stehen wird, wenn er nicht mehr auf der Welle des Erfolges schwebt.

Redeanalyse (Quelle des Redetextes: The Conservatives)

Begonnen hat Cameron mit einer kurzen Begrüssung und ein paar humorvollen Bemerungen, um sich danach der Finanzkrise zu widmen. Zu dieser meinte er, dass er zuerst mit de Regierung zusammenarbeiten müsse, aber in einem weiteren Schritt die Fehler der selbigen aufzeigen müsse, da es seine Verfassungsgegebene Rolle sei.

[...]we will not allow what happened in America to happen here, we will work with the government in the short term in order to protect our economy.  But as I also said yesterday, that must not stop us telling the truth about the mistakes that have been made.  It is our political duty and if we had a written constitution I would say constitutional duty to hold the government to account, to explain where they went wrong, and how we would do things differently to rebuild our economy for the long-term. 

Dieses Kooperationsangebot ist sicherlich zu begrüssen, denn in der nun drohenden Rezession, und in den Problemen, die die Wirtschaft derzeit im Königreich hat, wäre alles andere unveranwortlich, und das dieses die Wähler nicht honorieren würden ist auch Cameron klar. Er möchte nicht als Blockerer dastehen, sondern als konstruktiver Gestalter.

Danach widmete er sich dem Afghanistankrieg, und unterstrich, dass seine Partei auch weiterhin diesen unterstützen will, da es das eigene Land schützt.

Let us be clear about why they are there: if we fail in our mission, the Taliban will come back. And if the Taliban come back, the terrorist training camps come back. That would mean more terrorists, more bombs and more slaughter on our streets. That is why we back our troops’ mission in Afghanistan one hundred per cent.

Das klare Bekenntnis war in dieser Frage zu erwarten, genauso wie die nachgeschobene Kritik zum Thema Truppenausrüstung. Vor allem das Thema Gurkhas, nepalesische Soldaten, welche im Auftrag Grossbritannien kämpfen, und welche nach Meinung der Regierung kein Bleiberecht mehr haben sollen anch Austritt aus der Armee, war die Aussage klar:

Let’s give those brave Gurkha soldiers who defended us the right to come and live in our country.

Das Thema hatte immer wieder Aufsehen erregt in der Vergangenheit, da es zu mehreren Protesten seitens der Soldaten kam.

Weiter ging es dann um die Werte die er vertreten würde. Er beschrieb sich als eindeutiger Konservertiver, und grenzte sich dabei durch das Feld Verantwortung von den Liberalen ab:

But freedom can too easily turn into the idea that we all have the right to do whatever we want, regardless of the effect on others. That is libertarian, not Conservative – and it is certainly not me.

Die Nähe zwischen der Liberaldemokrtischen Partei und den Conservatives ist dadurch, dass sie beide ind er Opposition sind relativ hoch derzeit, so das es schwer fällt beide wirklich voneinander abzugrenzen. Dies hat er somit versucht, ob das wirklich so gelungen ist, mag dahingestellt bleiben, denn auch den LibDems wird niemand wirklich vorwerfen wollen, dass diese von grundauf Verantwortungslos seien.

Daraufhin gab er eine kleine Selbstbeschreibung an, um sich den Wählern endgültig einmal vorzustellen. Unter anderem bezeichnete er sich als Unionisten und das er das vereinigte Königreich verteidigen werde.

 I am deeply patriotic about this country and believe we have both a remarkable history and an incredible future. I believe in the Union of England, Scotland, Wales and Northern Ireland, and I will never do anything to put it at risk.

Diese Ansicht ist bei Konservativen nicht ungewöhnlich, und könnte in einer Zukunft, wo Schottland weiter nach Selbstständigkeit strebt von enormer Wichtigkeit werden. Der Rest der Selbstbeschreibung war Recht standardmässig, bis auf die kleine Spitze gegen Tony Blair.

 Tony Blair used to justify endless short-term initiatives by saying “we live in a 24 hour media world.” But this is a country not a television station. A good government thinks for the long term.

Auch wandte er sich Gordon Brown zu, welcher letzte Woche meinte, das es keine Zeit für Novizen sei, und hielt ihm entgegen, dass es wichtigere Dinge gäbe als Erfahrung:

To do difficult things for the long-term or even to get us through the financial crisis in the short term what matters more than experience is character and judgment, and what you really believe needs to happen to make things right. 

Und mit den Angriffen gegen Brown ging es weiter. Er versuchte zu erklären, wie es zu der Finanzkrise gekommen sei, und machte dabei zwei grosse Fehler bei der Regierung Brown aus. Zum einen die falsch durchgeführte Unabhänfigkeit der Bank of England, zum anderen der verfehlten Sparpolitik. Und natürlich hatte er nun einen Plan zur Hand, wie man dort wieder hinauskommen könne, indem er nämlich einfach diese Fehler ausbügeln würde:

First of all, I believe that government’s main economic duty is to ensure sound money and low taxes. Sound money means controlling inflation, keeping spending under control and getting debt down. So we will rein in private borrowing by correcting that big mistake made by Gordon Brown, and restoring the Bank of England’s power to limit debt in the economy.

Es ist ein grosses versprechen, mit diesen beiden Korrekturen Finanzkrisen wie diese zu überstehen, andererseits vergeht er sich hier nicht in den Fehler nur zu kritisieren, sondern bietet wirklich Alternativen an, was bei einer solchen Rede nicht selbstverständlich ist. Den zweiten Punkt, die Sozialsysteme effektiver zu gestalten, ist vor allem bei Konservativen Populär, birgt aber auch immer die Gefahr, das die Effizienzsteigerung auf Kosten der Betroffenen gehen. Dort ist sicher abzuwarten, wie die genauen Ausgestaltungen aussehen sollten, sollte Cameron je Premier werden.

Weiter ging es mit dem Lieblingsthema konservertiver Politiker auf dieser Welt: Steuersenkungen. Er versicherte, dass diese Verantwortungsvoll durchgeführt werden würden, indem er keine neuen Schulden aufnehmen wolle um dieses zu finanzieren, sondern sparen wolle, auch wenn Protest aufbrandet.

I know it’s your money. I know you want some of it back. And I want to give it to you. It’s one of the reasons I’m doing this job. But we will only cut taxes once it’s responsible to do so once we’ve made government live within its means. The test of whether we’re ready for government is not whether we can come up with exciting shadow budgets. It is whether we have the grit and determination to impose discipline on government spending, keep our nerve and say “no” – even in the teeth of hostility and protest. That is the responsible party we are and that is the responsible government I will lead.

Diese Art von Politik, welche Margaret Thatcher durchgeführt hatte, und als dessen Erbe er sich offenbar sieht, dürfte den Wahlkampf, wenn er denn kommt, ziemlich elektrisieren, denn für viele ist diese Art von Politik immer noch ein rotes Tuch, auch wenn er hier versucht Ängste zu nehmen.

Nachdem er über die Firmensteuern hergezogen hat, wie sie doch kleine Unternehmer ruinieren, kündigte er auch ein Infrastrukturprojekt an, welches grosses Aufsehen erregte die letzten Tage, nämlich anstatt den Flughafen Heathrow auszubauen, eine Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zu bauen. Inwieweit das Zukunft haben wird, wird mand ann noch sehen:

I believe the government should play an active part in helping business and industry. So when our economy is overheating in the south east but still needs more investment in the north the right thing to do is not go ahead with a third runway at Heathrow but instead build a new high speed rail network linking Birmingham, Manchester, London, Leeds let’s help rebalance Britain’s economy.

Der andere Punkt hier, dass er sich für einen aktiven und steuernden Staat einsetzt, sind nur wichtige Randpunkte, in denen er sich von den puren Kapitalisten abgrenzen möchte. Den anschliessenden Kommentar, an was er gemessen werden will, enthält zum einen ein klares Bekenntnis zum aktuellen Gesundheitssystem (dem NHS), und ein vages versprechen, wie es typisch ist für einen Konservativen: das streben anch einer besseren Gesellschaft nach alten Werten.

In the end I want to be judged not just on how well we handle crises, but on two things how we improve the public institution in this country I care about most, the NHS and how we fulfil what will be the long-term mission of the next Conservative government: to repair our broken society.

Daraufhin machte er sich über David Milliband her, der den Staat als Retter symbolisiert hatte, und somit die Gesellschaft ansich vernachlässige:

For Labour there is only the state and the individual, nothing in between. No family to rely on, no friend to depend on, no community to call on. No neighbourhood to grow in, no faith to share in, no charities to work in. No-one but the Minister, nowhere but Whitehall, no such thing as society – just them, and their laws, and their rules, and their arrogance. You cannot run our country like this.

Diese Nichtübernahme von Verantwortung und die Verneinung Labours das dieses in der Gesellschaft nötig wäre, käme der Behandlung der Bürger wie Kinder gleich und lieferte sogleich ein paar Beispiele. Um das ganze abzuschliessen fasste er das ganze nocheinmal zusammen:

No, when times are tough, it’s not a bigger state we need: it’s better, more efficient government. But even more than that we need a stronger society. That means trusting people. And sharing responsibility.

Ob das so stimmt, bleibt dahingestellt, aber es ist ein klares Bekenntnis zu weniger Staat, also das was die altkonservativen hören wollen.

Dann sprach er über das Rechtfertigen von Vertrauen, das er seine Europaparlamentsabgeordnete dazu bringen will, einen Code of Conduct zu unterschreiben, und das er bei der Wahl der selbigen im nächsten Jahr für ein Referendum um den Lissabonvertrag kämpfen will, was Labour zwar versprach, aber nicht umsetzte.

[...]there’s one other thing that destroys trust in politics. And that’s parties putting things in their manifesto and then doing the complete opposite. Next year in those European elections we will campaign with all our energy for that referendum on the European constitution that Labour promised but never delivered.

Da die EU in Grossbritannien nicht sehr beliebt ist, kann man nicht damit rechnen, das überhaupt ein Vertrag zu diesem Thema je zu Stande kommt. Man kann es als gut oder schlecht ansehen, aber dese Haltung wäre das Aus für weitere Europäische Reformvorhaben.

Danach widmete er sich ausgiebig dem NHS, und erklärte das er es effektiver und besser machen wolle. Das Thema wäre eines der Wahlkampfthemen Nummer 1, aber letztendlich geht es da um Detailverbesserung und keine Systemfrage. Somit sind es teilweise viel Worte um nichts, die aber jeden Bürger betreffen.

Den entscheidenen Unterschied will er aber nun im Sozialen Gefüge erreichen, was er mit einem drastischen vergleich anstimmte, indem er sein vorgehen mit Thatcher verglich:

If you want to know where the change will be greatest from what has gone before. It is our plan for social reform. The central task I have set myself and this Party is to be as radical in social reform as Margaret Thatcher was in economic reform. That’s how we plan to repair our broken society.

Die gebrochene Gesellschaft beschrieb er dann, und er musste sich bemühen, nicht in das ewig gestrige gerede von heute ist alles schlecht abzudriften. Aber das was er sich erwartet beschrieb er so:

But it’s not just the crime; not even the anti-social behaviour. It’s the angry, harsh culture of incivility that seems to be all around us. When in one generation we seem to have abandoned the habits of all human history that in a civilised society, adults have a proper role – a responsibility – to uphold rules and order in the public realm not just for their own children but for other people’s too.

Höhere Strafen und mehr Geld diese auch umzusetzen sind die klassische Forderung dafür von den Konservativen, und die wiederholt er dann auch. Allerdings lässt er sich dann lang darüber aus, dass es auch Hintergründe dahinter gäbe, was in dieser Form doch bemerkenswert ist.

But let’s recognise, once and for all, that such an approach only deals with the symptoms, picking up the pieces of failure that has gone before. Come with me to Wandsworth prison and meet the inmates. Yes you meet the mugger, the robber and the burglar. But you also meet the boy who can’t read and never could. The teenager hooked on heroin. The young man who never knew the love of a father. The middle aged failure where no-one in the family has known what it’s like to go out and work for two generations or maybe more. Miss the context, miss the cause, miss the background and you’ll never get the true picture of why crime is so high in our country.

Nun blieb ihm noch übrig, nicht als unsozial dazustehen, und so unterstützte er viele Systeme von Labour die etabliert wurden, wie die Gesundheitsbesuche, würde sie aber gern noch ausbauen. Ins Zentrum stellt er die Familien, welche unterstützt werden sollen, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Dann greift er die Schulen an, deren System marode sei, und verkündet vollmundig:

The election of a Conservative government will bring – and I mean this almost literally – a declaration of war against those parts of the educational establishment who still cling to the cruelty of the “all must win prizes” philosophy and the dangerous practice of dumbing down.

Er brachte humorvolle Beispiele was er im Schulsystem nicht mehr sehen will, und kümmerte sich dann um das Sozialsystem, als dritte Stufe seiner Agenda für eine bessere Gesellschaft, und seine Ansagen waren klar:

So we will end the something for nothing culture. If you don’t take a reasonable offer of a job, you lose benefits. Go on doing it, you’ll keep losing benefits. Stay on benefits and you’ll have to work for them.

Diese Ankündigungen sind seit Thatcher im Vereinigten Königreich normal, und somit nichts was nicht zu erwarteten gewesen wäre.

Das war seine Agenda, nun gab es noch die warmen Worte an die Partei und die immer währende Erinnerung daran, warum er und seine Partei nun wählbar seien.

Progressive ends; Conservative means. That is a big argument about the future. That is a big change. And it is because we had the courage to change that we are able to make it. We changed because knew we had to make ourselves relevant to the twenty-first century. You didn’t pick more women candidates to try and look good you did it so we wouldn’t lock out talent and fail to come up with the policies that modern families need.

Das mit den Frauen dürfte Labour freuen, denn sie werden es immer wieder angreifen können, dass die Tories es versäumen ihren Frauenanteil in den Parlamenten zu erhöhen. Auch wollte er sich dann nicht als Weltverbesserer verstehen, dennoch gab es, da das Wort von Obamas Change zu oft drin vorkam in dieser Rede einige Kommentare noch dazu:

We are a united party, united in spirit and united in purpose. And we know that our task is to take people with us. Rebuilding our battered economy. Renewing our bureaucratised NHS. Repairing our broken society. That is our plan for change. But in these difficult times we promise no new dawns, no overnight transformations. I’m a man with a plan, not a miracle cure.

Mit einem abschliessenden Appell an den Zusammenhalt schloss er dann die Rede:

I believe we now have the opportunity, and more than that the responsibility, to bring our country together. Together in the face of this financial crisis. Together in determination that we will come through it. Together in the hope, the belief that better times will lie ahead.

Es war eine gute Rede, welche viele humorvolle Einschübe abseits des Redetextes enthielt. Im Vergleich zu Brown letzte Woche hat er natürlich den Vorteil des Neuen und recht unbekannten, aber das muss dieser Tage nicht wirklich ein Vorteil sein.

Hintergrundartikel:

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Gordon Brown’s Rettungsversuch in Manchester

September 24th, 2008 von maphry

In Grossbritannien ist derzeit Parteitags-Saison und nachdem in der letzten Woche die Liberal Democrats dran waren und sich in der nächsten die Conservatives an der Reihe sind, hiess es in dieser Woche für die Regirungspartei, Labour, sich dem Wahlvolk zu präsentieren. Für deren Chef, Gordon Brown, sind die Zeiten derzeit sehr schwierig. Als einstiger Finanzminister, der sich den jahrelangen Aufschwung zu eigen gemacht hatte, und nun als Premierminister den Abschwung verwalten muss, waren die Umfragen zuletzt mehr und mehr eine Katastrophe. Innerparteilich geriet er in letzter Zeit immer mehr unter Druck, rebellische Hinterbänkler forderten gar einen offnen Führungswettbewerb.

Allerdings fand sich keiner, der ihn in diesen Krisenzeiten stürzen wollte, auch wenn sich der wohl wahrscheinlichste Nachfolgekandidat, Aussenminister David Miliband, in seiner Parteitagsrede merklich zurückhalten musste, um ihn nicht dort schon die Show zu stehlen und somit zur Disposition zu stellen. Unter diesen Vorzeichen wurde seine Rede nun als die wichtigste seiner Karriere gebranntmarkt, denn es stand nun die Frage im Raum, ob es ihm gelingen würde die Partei wieder hinter sich zu scharen. Mit langer Vorbereitungszeit hatte er hier die Möglichkeit seine Kritiker erst einmal wieder ruhig zu stellen.

Die Rede (genauere Analyse siehe unten) war geprägt von der Betonung der sozialen Seiten der Partei und seiner selbst. Er stellte sie als jemanden da, welche sich dank ihrer vielen Errungenschaften nun nicht verstecken brauche, sondern optimistisch in die Zukunft schauen solle. Dabei griff er die Opposition und die innerparteilichen Kritiker teils heftig an und brachte seine Strategie für die Wirtschaftskrise im Land und auf internationaler Ebene zum Ausdruck. Besonders betonte er die Fairness, die er ab nun an noch mehr in den Vordergrund stellen wolle und wie er plane diese umzusetzen.

Ob diese Rede nun gereicht haben wird, bleibt fraglich. Sicher, sie war für den sonst eher trocken wirkenden Brown schon eine gute Rede, in dem es ihm gelang seine Parteikollegen mitzureissen. Doch was da letztendlich Wert seien wird, wird man erst sehen, wenn die Konservativen nächste Woche ihren Parteitag abgehalten haben werden, wo David Cameron sicherlich reichlich gegen den Premierminister schiessen wird. Das Schicksal Browns als Parteichef und Premier werden dann wohl die Umfragewerte noch vor Weihnachten entscheiden, denn sollten diese nicht merklich besser werden, könnte es gut sein, das die geschlossenen Reihen hinter seinem Rücken brechen werden und er spätestens im Frühjahr nächsten Jahres aus der Abschussliste steht.


Redeanalyse (Quelle des Textes: Labour.co.uk):

Da er sich überraschend von seiner Frau hat vorstellen lassen, bedankte er sich zunächst bei dieser und begann dann mit der Rede, in der er schnell klarstellte was er will:

I want to talk with you today about who I am, what I believe, what I am determined to lead this party and this great country to achieve. [...]

And so I want to answer your questions directly, to talk with you about how amidst all the present difficulties we should be more confident than ever that we can build what I want to talk to you about today.  A new settlement for new times.  A fair Britain for the new age. 

Dieses faire Britannien sollte dann auch das Leitmotiv seiner Rede werden, denn immer wieder betonte er, dass dies allein sein Ziel sei. Bis dahin stellte er sich erst einmal sich selbst vor, wie er sich bei seinen Aufgaben bei seinem Job fühlt. Auch stellte er klar, das er als Politiker nicht seine Kinder in den Vordergrund stellen will um bessere Umfragen zu erzielen, sondern sich selbst.

Some people have been asking why I haven’t served my children up for spreads in the papers. And my answer is simple.  My children aren’t props; they’re people.

Über sein unglückliches auftreten in den letzten Monaten, vor allem in der 10p-Tax Frage gab er zu, dass er Fehler gemacht habe, aber diese dann schnellstens versucht habe die zu korregieren.

And where I’ve made mistakes I’ll put my hand up and try to put them right. So what happened with 10p stung me because it really hurt that suddenly people felt I wasn’t on the side of people on middle and modest incomes – because on the side of hard-working families is the only place I’ve ever wanted to be. And from now on it’s the only place I ever will be.  

Dann stellte er wieder um auf die allgemeinen Probleme des Landes und sein selbstverständnis einer guten politischen Führung.

And so I want to give the people of this country an unconditional assurance – no ifs, no buts, no small print – my unwavering focus is taking this country through the challenging economic circumstances we face and building the fair society of the future. 

Dann widmete er sich seinen innerparteilichen Gegnern, und verurteilte deren Angriffe als unverantwortlich den Wählern gegenüber.

The British people would not forgive us if at this time we looked inwards to the affairs of just our party when our duty is to the interests of our country. The people of Britain would never forget if we failed to put them first – and friends, they’d be right.

Er ging dann über dau, dass sich die Welt in den letzten 11 Jahren verändert hätte, vor allem die aktuelle Wirtschaftskrise sei etwas gewesen, was man bisher nicht gekannt hatte. Und um eine Spitze gegen den Gegner noch einmal dort einzupacken kritisierte er diese dann nocheinmal ordentlich.

And when the country is asking their government to meet these new challenges I say to our opponents: those who don’t believe in the potential of government shouldn’t be trusted to form one.

Dann stellte er klar, dass gerade die Labour-Party diejenigen seien, die in kritischen Situationen den Menschen helfen könnten und stellte die Grundeinstellungen noch einmal klar in den Vordergrund.

A settlement where the rewards are for what really matters – hard work, effort and enterprise. A settlement where both markets and government are seen to be the servants of the people, and never their masters, where what counts is not the pursuit of any sectional interest but the advancement of the public interest – and where at all times we put people first.

Das ‘Puts people first’ kennen wir ja mittlerweile schon von McCain, und überhaupt neigte er hier an einigen Stellen amerikanische Politiker zu kopieren bzw. deren einzelnen Elemente ineinander zu verarbeiten. Aber weiter. Er widmete sich dann dem zu, wie er die Finanzkrise vor allem international begegnen möchte und klärte darüber auf, was er gedenkt bei der UN-Vollversammlung zu erreichen:

First, transparency – all transactions need to be transparent and not hidden.

Dort waren es vor allem die USA und eben UK, die es in den letzten Jahren auf den G8-Gipfeln verhindert hatten, dass solche Regeln in Kraft treten. Dortige änderungen wirklich durchzusetzen könnte bei dem Wiederstand der USA sicher schwer werden.

Second, sound banking, a requirement to demonstrate that risks can be managed and priced for bad times as well as good.

Third, responsibility – no member of a bank’s board should be able to say they did not understand the risks they were running and walk away from them.

Risikomanagement und Kritik an den Verantwortlichen sind wohl ureigene Themen der Arbeiterparteien Europas. Gerade das zweite wird sicher nicht ganz so einfach seien auch wirklich umzusetzen.

Fourth, integrity – removing conflicts of interest so that bonuses should not be based on short term speculative deals but on hard work, effort and enterprise.

Auch dieses ist einfacher gesagt als getan. Man darf gespannt sein, mit welchen konkreten Vorschlägen er dieses international erreichen möchte. Das Resultat was er sich daraus erwartet, ist dann auch sogleich sehr ambitioniert, und typisch Britisch.

And if we make these changes I believe London will retain its rightful place as the financial centre of the world.

Genauso ambitioniert ist dann auch das Ziel in der CO2-Reduktion, welches er dann auch sogleich festzurrte und mit den von ihm gesehen Vorteilen verband:

And I am asking the climate change committee to report by October on the case for, by 2050 not a 60% reduction in our carbon emissions, but an 80% cut – and I want British companies and British workers to seize the opportunity and lead the world in the transformation to a low carbon economy and I believe that we can create in modern green manufacturing and service one million new jobs.

Ja, und dann war da noch die Anspielung auf die Konservativen, die nocht mit Geld umgehen könnten, und den Verweis auf einen Buchmagier, deren Autorin erst letzte Woche gross für die Labour-Party spendete. Inwieweit man das dort in zusammenhang sehen will, bleibt jedem selbst überlassen, aber ich denke mal, der Satz stand bevor die Überweisung kam.

But you know, when it comes to public spending you can’t just wave a magic wand to conjure up the money – not even with help from Harry Potter.

Nun, weiter ging es dann mit dem Anspruch der Britten, den er verteidigen wolle:

With Britain’s great assets – our stability, our openness, our scientific genius, our creative industries, and yes our English language – I know that this can be a British century and I’m determined it will be.

Er spielte dann auf die ganzen neuen Herausforderungen an, um dann die Errungenschaften der Labour-Regierung der letzten Jahre hervorzuheben, um dieses mit knappen Beispielen an Personen (Vorsicht, Hillary Clinton lässt grüssen) zu verdeutlichen.

It is not the arithmetic of statistics but the fabric of people’s lives.

Und warum er für Fairness eintritt, war dann schon etwas abgedroschen, aber es amcht sich auf diesem Parteitag halt immer noch gut.

And why do we always strive for fairness? Not because it makes good soundbites.Not because it gives good photo opportunities. Not because it makes for good P.R. No. We do it because fairness is in our DNA.

Wie das nun in Zukunft aussehen solle stellte er auch klar, indem er die Reformierung der Öffentlichen Einrichtungen, vor allem des Gesundheitswesens beschwor:

But fairness for the future also means a big change that I want to explain today. We have always stood for public services that are universal, available to all. Now we must stand for public services that are not only available to all, but personal to each.

Beim Gesundheitswesen blieb er dann auch noch etwas länger, erzählte seine persöhnliche Geschichte dazu, warum er den NHS (National Health Service) so verteidige. Unter anderem wolle er zusichern, das das Pflegen von Alten kein Problem darstellen werde in Zukunft:

No-one should live in fear of their old age because they worry their social care will impose financial burdens they could never afford to face and that the minute they need care puts the family home at risk.

Die Sicht auf dem Arbeitsmarkt ist aus deutscher Sicht vielleicht etwas eigenartig, vor allem weil es hier von der Linken Partei kommt. Dennoch hat dieses Rezept den Britten im letzten Jahrzehnt einige Vorteile gebracht:

So our policy is that everyone who can work, must work. That’s why James Purnell has introduced reforms so that apart from genuine cases of illness, the dole is only for those looking for work or actively preparing for it. That’s only fair to the people pulling their weight. 

Dann widmete er sich nocheinmal den Conservatives um darzustellen, dass diese dem Land nur schaden zufügen würden und besonders die Fairness im Lande vergessen lassen würden:

And just think where our country would be if we’d listened to them. No paternity leave, no New Deal, no Bank of England independence, no Sure Start, no devolution, no civil partnerships, no minimum wage, no new investment in the NHS, no new nurses, no new police, no new schools. And so let’s hear no more from the Conservatives – we did fix the roof while the sun was shining.

Weitr ging es dabei, dass er die Rechten als Wolf im Schafspelz darstellte, um danach deren Politik auseinandernahm.

But I believe in giving credit where it’s due. The Conservative leader’s team are smart – they’ve got a plan, and they are implementing it ruthlessly. Their strategy is to change their appearance, to give the appearance of change, and to conceal what they really think. And when salesmen won’t tell you what they are selling, it’s because they are selling something no-one should buy. But I’m a man for detail and I’ve discovered some clues about what would be in store in a Conservative Britain. 

Um auch die Seperatisten im Land zu begegnen, widmete er ihnen dann diese netten Zeilen:

That’s why for all the challenges, I don’t believe Britain is broken – I think it’s the best country in the world.  I believe in Britain. And stronger together as England, Wales, Scotland and Northern Ireland we can make our United Kingdom even better. And ours is a country full of heroes.

Er fasste dann nochmal die neue Politik seiner Kabinettsmitglieder zusammen, um das dann alles auf einen Punkt zu bringen:

The fair society. Fairness at home. Fairness in the world – that’s the new settlement for new times.

Mit einem langen Auslassen über die hartarbeitenden Menschen im Lande beendete er dann die ca. einstündige Rede.

Man kann sagen, dass er versucht hat recht viele Soundbites einzubauen, und er als Routinierter Redner es vertand seine Partei mitzunehmen. Viel neues hat man allerdings nicht vernommen, ausser vielleicht die Überschrift Fairess, welche er vor sich hertrieb wie Obama das Change. Es war sicher keine berauschende Rede, aber sie war auch nicht schlecht. Der unterschied zu den amerikanischen Reden wurde mehrfach deutlich, dennoch adoptierte er einiges, was man derzeit aus diesen lernen kann. Alles in allem also gut von Brown gemacht, aber ob es ihm hilft ist eine andere Frage.


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McCain’s RNC-Rede

September 5th, 2008 von maphry

Abschluss der Republican National Convention, und die macht traditionell der gewählte Präsidentschaftskandidat, in diesem Fall der Kriegsheld des Vietnamkrieges, John McCain. Dieser gab sowohl persönliche Einblicke, wie auch er seine Politik noch einmal in Grundzügen vorstellte. Er stellte dieses alles unter den Motto Kampf, denn er habe sein leben lang für das Land gekämpft und werde dieses auch weiterhin tun. Um dies zu untermauern stellte er noch einmal seine Leistungen im Kongress heraus, und beschrieb in aller Ausführlichkeit seine Leiden im Vietnamkrieg.

Wie Palin gestern, war es eine solide Rede, mit relativ wenig Höhepunkten (genauere Analyse siehe unten), ein paar Angriffen gegen die Politischen Gegner, aber nur Bedingten rhetorischen Unterbau, obwohl er dort mehr ablieferte als sein Running Mate gestern. Dabei wurde er frenetisch gefeiert, manchmal soviel, dass er sich kaum gehör verschaffen konnte. 

So waren wie erwartet, die Reden bei den Republikanern nicht ganz so gut und mitreissend wie die der Demokraten. Dennoch hat die GOP einen ordentlichen Parteitag abgeliefert, mit dem sie sich zumindest die Chance erhalten haben dürfte die Wahlen im November zu gewinnen. Der Drahtseilakt zwischen der derzeitigen Administration unter Bush und dem neuen Kandidaten McCain zu unterscheiden, könnte ihnen auch sehr knapp gelungen sein, obwohl doch einiges was dort vorgetragen wurde stark an die Politik von Bush erinnerte, auch wenn McCain so tat als hätte er damit gar nichts zu tun.

Zwei Monate sind es nun noch zur Wahl, die Umfragen in der nächsten Woche werden Zeigen, wieviel Vorsprung McCain wohl noch aufzuholen hat in den Swingstates. Trotz vieler ungereimtheiten und Problemen, ist er wohl immer noch im Rennen, was schon etwas erstaunen kann, und so wird er sicherlich für eine Überraschung gut sein am 4. November. Bis dahin wird der Wahlkampf sich nun wohl noch weiter intensivieren, mit den Fernsehdebatten und den Angriffen der Vizepräsidentschaftskandidaten. Obama und Biden gegen McCain und Palin. Ab nun ist der Kampf endgültig eröffnet.


Die Rede begann er mit der umjubelten Annahme der Nominierung, um sich dann sogleich bei einigen Persönlichkeiten zu bedanken. Neben seiner Frau und Kindern, seiner Mutter und seinen Anhängern war darunter auch der amtierende Präsident George W. Bush, wobei die Beziehung zu diesem als ein Schlüsselelement in seinem Image gilt.

I’m grateful to the president for leading us in those dark days following the worst attack on American soil in our history and keeping us safe from another attack many thought was inevitable; and to the first lady, Laura Bush, a model of grace and kindness in public and in private.

Das war dann genug der eigenen Vorstellung, denn nun widmete er sich zuerst einmal mit freundlichen Worten an Obama und dessen Anhänger, genauso wie dieser es eine Woche zuvor getan hatte, indem er die gemeinsamkeiten herausstrich, die weitesgehend in der AMerikanischen Verfassung zu finden sind:

Finally, a word to Sen. Obama and his supporters. We’ll go at it over the next two months. That’s the nature of these contests, and there are big differences between us. But you have my respect and admiration. Despite our differences, much more unites us than divides us. We are fellow Americans, an association that means more to me than any other. We’re dedicated to the proposition that all people are created equal and endowed by our Creator with inalienable rights. No country ever had a greater cause than that. And I wouldn’t be an American worthy of the name if I didn’t honor Sen. Obama and his supporters for their achievement.

Dann gab es erst einmal eine kleine Unterbrechung, als eine Störerin auf der Tribüne auf sich aufmerksam machen wollte. Die Deligierten quittierten das mit den typischen “USA”-Rufen, und McCain war bemüht die Fassung zu waren:

My Friends, my dear friends, please, don’t be diverted by the ground noise in the static. [..] But Americans, why do not stop yelling at each other.

Das abgewendet, widmete er sich kurz dem Selbstverständnis, mit dem er sich in seiner potentiellen Amtszeit den Aufgaben widmen wird:

These are tough times for many of you. You’re worried about keeping your job or finding a new one, and are struggling to put food on the table and stay in your home. All you ever asked of government is to stand on your side, not in your way. And that’s just what I intend to do: stand on your side and fight for your future.

Dann widmete er sich seiner Vize-Kandidatin, die gestern die Vorarbeit am Rednerpult geleistet hatte. Dabei fand er viele warme Worte über ihre leistungen als Governor in Alaska und ihr Familienleben. Dann stellte er klar, das er glücklich sei sie gewählt zu haben, wobei dass mittlerweile von einigen Seiten bezweifelt wird, und sich freue sie in Washington vorzustellen. Auch gab er einigen Kommentatoren und Lobbyisten in Washington zu verstehen, das sich einiges Ändern wird, in Worten, die durchaus auch von Obama hätten stammen können.

She knows where she comes from and she knows who she works for. She stands up for what’s right, and she doesn’t let anyone tell her to sit down. I’m very proud to have introduced our next vice president to the country. But I can’t wait until I introduce her to Washington. And let me offer an advance warning to the old, big spending, do nothing, me first, country second Washington crowd: Change is coming.

Und das er anders sei als alle anderen in Washington, mit denen er seit über 25 Jahren zusammenarbeitet, stellte er mit seinem Ruf heraus, und begründete den mit seinen noblen Ansichten und seiner Selbstlosigkeit:

You know, I’ve been called a maverick; someone who marches to the beat of his own drum. Sometimes it’s meant as a compliment and sometimes it’s not. What it really means is I understand who I work for. I don’t work for a party. I don’t work for a special interest. I don’t work for myself. I work for you.

Dann stellte er klar, dass er gegen Korruption, Geldverschwendung, Lobbyisten und ähnlichen gekämpft habe und dieses unter seiner Regie noch intensiviert würde. Auch der Kampf für einen Sieg im Irak schrieb er sich auf sein Konto gut, und verteidigte seine Ansicht, dass der Krieg dort unbedingt gewonnen werden müsse. In dem Zusammenhang stellte er auch heraus, dass er viele Kämpfe gehabt hätte im Leben, und sagte er habe gelernt, dass es nicht wichtig sei kämpfen zu können, sondern welche Gründe man dafür hätte, etwas, was im Zusammenhang mit dem Irakkrieg nicht grade unkritisch gesehen werden dürfte.

I don’t mind a good fight. For reasons known only to God, I’ve had quite a few tough ones in my life. But I learned an important lesson along the way. In the end, it matters less that you can fight. What you fight for is the real test.

Dann widmete er sich im Stil von Hillary Clinton ein paar Beispielen aus seinem Wahlkampf, für die er gekämpft habe. Darüber hinaus habe er für die Partei gekämpft, und zählte dann die Missstände auf, für die sie zwar gewählt sei, dadurch das die Politiker es nicht umgesetzt haben, sie das Vertrauen der Bevölkerung aufs Spiel gesetzt hätten, und das er das Ändern wolle. Auch lieferte er dazu einen kleinen Seitenhieb gegen Obama.

I fight to restore the pride and principles of our party. We were elected to change Washington, and we let Washington change us. We lost the trust of the American people when some Republicans gave in to the temptations of corruption. We lost their trust when rather than reform government, both parties made it bigger. We lost their trust when instead of freeing ourselves from a dangerous dependence on foreign oil, both parties and Sen. Obama passed another corporate welfare bill for oil companies. We lost their trust, when we valued our power over our principles. We’re going to change that. We’re going to recover the people’s trust by standing up again for the values Americans admire. The party of Lincoln, Roosevelt and Reagan is going to get back to basics.

Dann stellte er heraus, an was die Republicans glauben würden, von Steuersenkungen bis Belohnung von hart arbeitenden. Auch stellte er nun kurz und knapp seine Politik der von Obama gegenüber:

I will keep taxes low and cut them where I can. My opponent will raise them. I will open new markets to our goods and services. My opponent will close them. I will cut government spending. He will increase it.

Auch folgte nun etwas konkreteres, wie seine Politik denn aussehen würde, dennoch war dieses viel kürzer und unkonkreter gehalten als vor einer Woche als Obama:

Keeping taxes low helps small businesses grow and create new jobs. Cutting the second-highest business tax rate in the world will help American companies compete and keep jobs from moving overseas. Doubling the child tax exemption from $3,500 to $7,000 will improve the lives of millions of American families. Reducing government spending and getting rid of failed programs will let you keep more of your own money to save, spend and invest as you see fit. Opening new markets and preparing workers to compete in the world economy is essential to our future prosperity.

Besonders der Bildung widmete er sich dann noch einmal genauer, um sich von Obama abzugrenzen, der das zu seinen Hauptpunkten gemacht hatte:

Education is the civil rights issue of this century. Equal access to public education has been gained. But what is the value of access to a failing school? We need to shake up failed school bureaucracies with competition, empower parents with choice, remove barriers to qualified instructors, attract and reward good teachers, and help bad teachers find another line of work. When a public school fails to meet its obligations to students, parents deserve a choice in the education of their children. And I intend to give it to them. Some may choose a better public school. Some may choose a private one. Many will choose a charter school. But they will have that choice and their children will have that opportunity.

Dann stellte er seine Energiepolitik vor, welche sich bis auf das bohren nach Öl im eigenen Land (also vor allem Alaska), sehr mit Obama vergleichen liess.

My fellow Americans, when I’m president, we’re going to embark on the most ambitious national project in decades. We are going to stop sending $700 billion a year to countries that don’t like us very much. We will attack the problem on every front. We will produce more energy at home. We will drill new wells offshore, and we’ll drill them now. We will build more nuclear power plants. We will develop clean coal technology. We will increase the use of wind, tide, solar and natural gas. We will encourage the development and use of flex-fuel, hybrid and electric automobiles.

Und genau um die Unterschiede dabei zu Obama ging es ihm dann auch weiterhin. Dabei warf er ihm vor, gegen das bohren und die Nuklearenergie zu sein, etwas wo Obama eigentlich schon längst eine Kehrtwende vollzogen hat, diese nur nicht als Vordringlichste Lösung gepriesen hatte. Der unterschied besteht wohl eher, das Obama mehr kooperieren möchte, während McCain nur führen will.

Sen. Obama thinks we can achieve energy independence without more drilling and without more nuclear power. But Americans know better than that. We must use all resources and develop all technologies necessary to rescue our economy from the damage caused by rising oil prices and to restore the health of our planet. It’s an ambitious plan, but Americans are ambitious by nature, and we have faced greater challenges. It’s time for us to show the world again how Americans lead.

Aussenpolitische Ansichten hatte man gestern von Palin schon vernehmen können, leicht umformuliert gab es das nun nochmal von McCain

We have dealt a serious blow to al-Qaida in recent years. But they are not defeated, and they’ll strike us again if they can. Iran remains the chief state sponsor of terrorism and on the path to acquiring nuclear weapons. Russia’s leaders, rich with oil wealth and corrupt with power, have rejected democratic ideals and the obligations of a responsible power. They invaded a small, democratic neighbor to gain more control over the world’s oil supply, intimidate other neighbors, and further their ambitions of reassembling the Russian empire. And the brave people of Georgia need our solidarity and prayers. As president, I will work to establish good relations with Russia so we need not fear a return of the Cold War. But we can’t turn a blind eye to aggression and international lawlessness that threatens the peace and stability of the world and the security of the American people.

Auch machte er dann deutlich, dass er der erfahrenere gegenüber Obama sei, indem er sein Wissen über Militär und Aussenpolitik herausstellte

We face many threats in this dangerous world, but I’m not afraid of them. I’m prepared for them. I know how the military works, what it can do, what it can do better, and what it should not do. I know how the world works. I know the good and the evil in it. I know how to work with leaders who share our dreams of a freer, safer and more prosperous world, and how to stand up to those who don’t. I know how to secure the peace.

Nun folgte das aufs Korn nehmen des “Change” was Obama so gern propagiert hat in den letzten Monaten. Natürlich müsse man viele Sachen ändern, dass haben die Genrationen davor ja auch schon gemacht. Dabei redete er so, als hätte seine Partei nicht die letzten 8 Jahre das Präsidentenamt inne gehabt.

We need to change the way government does almost everything: from the way we protect our security to the way we compete in the world economy; from the way we respond to disasters to the way we fuel our transportation network; from the way we train our workers to the way we educate our children. All these functions of government were designed before the rise of the global economy, the information technology revolution and the end of the Cold War. We have to catch up to history, and we have to change the way we do business in Washington.

Auch stellte er klar, das er, wie Obama auch, durchaus mit beiden Seiten der amerikansichen Politik zusammenarbeiten will, um seine Ziele zu erreichen, nur das er dieses überprüfbar schon lange Jahre betrieben hätte und Obama nicht.

Again and again, I’ve worked with members of both parties to fix problems that need to be fixed. That’s how I will govern as president. I will reach out my hand to anyone to help me get this country moving again. I have that record and the scars to prove it. Sen. Obama does not.

Mit einem Aufruf, doch nicht nur nach den Meriten zu streben, widmete er sich dann ausführlich seiner Kriegserfahrungen. Wie er abgeschossen wurde, wie er misshandelt wurde, wie er das Angebot abschlug nach Hause zu gehen, wie er als er das Ausschlug noch schlechter behandelt wurde und was er den Mitgefangenen alles zu verdanken habe.

Dann widmete er ich zum Abschluss noch einmal denjenigen, die Fehler im Land erkennen und lud sie ein sich zu engagieren

If you find faults with our country, make it a better one. If you’re disappointed with the mistakes of government, join its ranks and work to correct them. Enlist in our armed forces. Become a teacher. Enter the ministry. Run for public office. Feed a hungry child. Teach an illiterate adult to read. Comfort the afflicted. Defend the rights of the oppressed. Our country will be the better, and you will be the happier. Because nothing brings greater happiness in life than to serve a cause greater than yourself.

Der etwas längliche Abschluss griff dann noch mal das Thema der ganzen Rede auf, der Kampf und das nicht Aufgeben. Dabei gingen die Worte fast im Jubel unter.

Fight for what’s right for our country. Fight for the ideals and character of a free people. Fight for our children’s future. Fight for justice and opportunity for all. Stand up to defend our country from its enemies. Stand up for each other; for beautiful, blessed, bountiful America. Stand up, stand up, stand up and fight. Nothing is inevitable here. We’re Americans, and we never give up. We never quit. We never hide from history. We make history.


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Sarah Palin’s RNC-Rede

September 4th, 2008 von maphry

Bis vor einer Woche kannten die Gouverneurin von Alaska nur eingeweihte, selbst in den USA, heute kennt sie die ganze Welt und sie ist der Star, der neue Hoffnungsschimmer der konservativen in den Vereinigten Staaten. Die Medien hatten sie dann schnell unter Beschuss genommen, als neben den bekannten “Heldentaten” ihrer Amtszeit wie Einsparungen von unnötigen Ausgaben, auch Geschichten über ihr Privatleben bekannt wurden, wie die Schwangerschaft ihrer 17-jährigen Tochter, wo sie doch ein so grosser Verfechter von der Vermeidung von Sexualaufklärung in den Schulen sei. Auch wurde Kritik an ihrer Amtsführung in Alaska laut, so dass viele Medien schon diskutierten, ob sie nicht die falsche Wahl von John McCain als Running Mate sei.

Dieses konnte sie nun gestern Abend wiederlegen, denn es stand ihre Akzeptierungsrede der Nominierung zur Vizepräsidentschaftskandidatur auf der Republican National Convention an (genauere Analyse siehe unten). In dieser stellte sie sich zunächst einmal vor, verteilte Seitenhiebe an die Medien und Griff dann, wie es ihre Rolle als Running Mate vorschreibt, die Kampagne der Demokraten scharf an. 

Viel erwartet worden war nicht von ihr, da sie nahezu unbekannt ist, aber sie schaffte es doch eine sehr solide Rede abzuliefern, mit vielen sarkastischen Einschüben. Auch schaffte sie es das Publikum mitzureissen und mit ihrer Sprache, die rhetorisch nicht so hochgeschossen waren, wie die Reden auf der Demokratischen Versammlung letzte Woche, eventuell mehr die unteren Schichten anzusprechen. Ganz Wiederlegen konnte sie ihre Kritiker somit sicherlich nicht, aber sie hat auch keinen neuen Anlass zur Kritik mit ihrer Rede geliefert. Das sie sehr konservativ ist war bekannt, und das hat sie hier auch noch einmal deutlich in ihren Positionen erklärt, die vielleicht sogar leicht zu Nah an Bush herangehen. Aber sie wollte die einfachen Leute ansprechen, und das ist ihr sicherlich gelungen. Diejenigen die Vorbehalte gegenüber Obamas Kampagne haben, werden sich sicherlich durch diese Rede bestätigt sehen, und viellleicht sogar neue Hoffnung schöpfen in genau zwei Monaten die Wahl doch noch zu gewinnen. 

Nun liegt es morgen an John McCain, diesen bisher durch Gustav überschatteten Parteitag endgültig zu einem Erfolg werden zu lassen, und damit den Rückstand in den Umfragen, der letzte Woche entstanden ist wieder wett zu machen.


Die Rede begann mit der Akzeptierung der Nominierung zur Vizepräsidentschaft, welche von den Anwesenden Deligierten frenetisch bejubelt wurde. Weiter erklärte sie John McCain als jemanden, der schon mehrfach im Präsidentschaftsrennen Todgesagt wurde, und immmer noch dabei sei. Warum das so sei beschrieb sie so:

 

They overlooked the caliber of the man himself – the determination, resolve, and sheer guts of Senator John McCain. The voters knew better. And maybe that’s because they realize there is a time for politics and a time for leadership … a time to campaign and a time to put our country first.

Mit dem “country first” baute sie in ihre Rede hier das Parteitagsmotto ein, und beschrieb dann kurz McCain’s Hintergrund zur Armee, womit sie zu ihrer eigenen Geschichte überleitete und auf ihren Sohn Track anspielte, der in Kürze in den Irak geht. Sie stellte auch die anderen Mitglieder der Familie kurz vor und versuchte die Familie als eine ganz normale darzustellen.

Our family has the same ups and downs as any other … the same challenges and the same joys. Sometimes even the greatest joys bring challenge.And children with special needs inspire a special love.

Diesen Teil kann man wohl getrost als Anspielungen auf ihre Kinder verstehen, wobei der jüngste vom Daun-Syndrom betroffen ist, und die zweitälteste, die im übrigen brav Händchen haltend mit ihrem Freund auf der Tribüne sass, schwanger ist. Daraus folgerte sie dann, dass sie ein Anwalt für die Familien mit besonderen bedürfnissen sei im weissen Haus, wenn sie denn gewählt würde.

To the families of special-needs children all across this country, I have a message: For years, you sought to make America a more welcoming place for your sons and daughters. I pledge to you that if we are elected, you will have a friend and advocate in the White House.

Dann stellte sie ihren Mann vor, betonte das sie mit ihm schon lange zusammen sei und für die Eltern fand sie auch noch ein paar warme Worte. Es folgte eine Herausstellung, dass sie aus einer Kleinstadt kommt, und sie pries die leute von dort als:

They are the ones who do some of the hardest work in America … who grow our food, run our factories, and fight our wars. They love their country, in good times and bad, and they’re always proud of America. I had the privilege of living most of my life in a small town.

Als sie dann ihre Geschichte als “Hockey Mom” erwähnte, jobbelte der entsprechende Fantrupp, und sie wich scheinbar spontan vom Redemanuskript ab und erzählte einen kleinen Joke (inwieweit es wirklich spontan war, sei dahingestellt, es wirkte zumindest recht souverän).

You know what they say is the difference between hockey mums and a pit bull? Lipstick.

Weiter ging mit ihrer Geschichte als Bürgermeisterin, wo dann auch die erste Attacke gegen die Demokraten folgte, als sie denen erstmal erklären wollte, was der Job eigentlich sei, über den sie herziehen würden.

I guess a small-town mayor is sort of like a “community organizer,” except that you have actual responsibilities. I might add that in small towns, we don’t quite know what to make of a candidate who lavishes praise on working people when they are listening, and then talks about how bitterly they cling to their religion and guns when those people aren’t listening. We tend to prefer candidates who don’t talk about us one way in Scranton and another way in San Francisco.

Das letzte ist als Anspielung auf Obama zu verstehen, der dieses teils in Perfektion praktiziert.

Dann Griff sie die Medien an, welche sie in den letzten Tagen ziemlich unter Beschuss genommen hatten:

And I’ve learned quickly, these past few days, that if you’re not a member in good standing of the Washington elite, then some in the media consider a candidate unqualified for that reason alone. But here’s a little news flash for all those reporters and commentators: I’m not going to Washington to seek their good opinion – I’m going to Washington to serve the people of this country.

Ihre Zeit als Governor von Alaska schmückte sie mit den schon bekannten Aktionen aus, mit denen sie Aufmerksamkeit erregte, sei es der persönliche Luxus-Jet der ihr im Amt zustand, den sie auf ebay verkaufte, oder sei es die Reduzierung des direkten Personals, welches ihr ebenfalls zustand. Auch beschrieb sie, wie schwer es sei Reformen durchzusetzen, und das sie dass in ihrem Amt gut gelernt habe zu managen.

Dann stellte sie ihren Standpunkt zur Energiepolitik heraus, und spielte dabei auf den Plan Obamas an, von ausländischen Ressourcenimporten unabhängiger zu sein, indem sie ihre eigenen Aktionen, dies zu erreichen in den Vordergrund stellte, in diesem Fall der Kampf für eine Gaspipeline.

I fought to bring about the largest private-sector infrastructure project in North American history. And when that deal was struck, we began a nearly forty billion dollar natural gas pipeline to help lead America to energy independence. That pipeline, when the last section is laid and its valves are opened, will lead America one step farther away from dependence on dangerous foreign powers that do not have our interests at heart.

Und so mag man sagen, dass sie in  republikanischer Tradition die Aussenpolitik allein unter dem Gesichtspunkt der Energiesicherheit betrachtet wird, als sie nun von Russland, Iran und Saudi-Arabien Sprach, und folgerte, dass die USA mehr selber produzieren müsse und sie dafür die Energiereserven ihres Staates Alaskas anbot.

With Russia wanting to control a vital pipeline in the Caucasus, and to divide and intimidate our European allies by using energy as a weapon, we cannot leave ourselves at the mercy of foreign suppliers. To confront the threat that Iran might seek to cut off nearly a fifth of world energy supplies … or that terrorists might strike again at the Abqaiq facility in Saudi Arabia … or that Venezuela might shut off its oil deliveries … we Americans need to produce more of our own oil and gas. And take it from a gal who knows the North Slope of Alaska: we’ve got lots of both.

Zwar kam dann wenig konkret, aber immerhin in Ansätzen ein paar Aussagen, wie sie sich den Energiemix in Zukunft vorstellt, wenn sie im Amt sei:

Starting in January, in a McCain-Palin administration, we’re going to lay more pipelines … build more new-clear plants … create jobs with clean coal … and move forward on solar, wind, geothermal, and other alternative sources. We need American energy resources, brought to you by American ingenuity, and produced by American workers.

Bis auf die Pipelines und die Kohle klingt das ähnlich wie bei Obama, die gleichen Argumente für das gleiche Problem.

Und weiter ging es mit den Angriffen auf Obama, indem sie ihn als Redekünstler darstellte, der unfähig sei diesen Worten taten folgen zu lassen und jemand, der hinter grosser Rhetorik schädliche Dinge verstecke.

This is a man who can give an entire speech about the wars America is fighting, and never use the word “victory” except when he’s talking about his own campaign. But when the cloud of rhetoric has passed … when the roar of the crowd fades away … when the stadium lights go out, and those Styrofoam Greek columns are hauled back to some studio lot – what exactly is our opponent’s plan? What does he actually seek to accomplish, after he’s done turning back the waters and healing the planet?

Nun, diese Frage beantwortete sie natrülich auch gleich selbst, indem sie die einzelnen Punkte herausgriff, die sie meint ihre Wähler am meisten interessiert. Dabei war dies selbst eines ihrer gelungensten Passagen der Rede, denn viel Stilistisches hatte sie sonst nicht zu bieten:

  1. Mehr Einfluss der Regierung
  2. The answer is to make government bigger … take more of your money … give you more orders from Washington … and to reduce the strength of America in a dangerous world.
  3. Energie
  4. America needs more energy … our opponent is against producing it.
  5. Irak
  6. Victory in Iraq is finally in sight … he wants to forfeit.
  7. Terroristen und ihre Bewaffnung
  8. Terrorist states are seeking nuclear weapons without delay … he wants to meet them without preconditions.
  9. Terroristen und ihre Rechte
  10. Al Qaeda terrorists still plot to inflict catastrophic harm on America … he’s worried that someone won’t read them their rights? 
    Vor allem dieser Punkt wird wohl harte Konflikte auslösen, denn es wäre zu verstehen als Fortführung der Bush-Politik, sich nicht zwingend an die Verfassung zu halten, wenn es um Terroristen geht, und das ist nicht nur im Demokratischen Lager umstritten.
  11. Ausgestaltung der Regierung
  12. Government is too big … he wants to grow it. Congress spends too much … he promises more.

  13. Steuern
  14. Taxes are too high … he wants to raise them. His tax increases are the fine print in his economic plan, and let me be specific. The Democratic nominee for president supports plans to raise income taxes … raise payroll taxes … raise investment income taxes … raise the death tax … raise business taxes … and increase the tax burden on the American people by hundreds of billions of dollars.

Und das letzte ist leider auch das einzige mal, dass sie in diesem Zusammenhang konkret wird. Sie fügt dem dann noch ein Beispiel aus der eigenen Familie an, wie schwer es doch mit erhöhten Steuern sei und stellte klar, das es nicht Vertretbar sei sie zu erhöhen.

Dann Berichtete sie darüber, wie sie die Politik derzeit versteht, abermals mit reichlich rhetorischen Feinheiten:

  1. Change
  2. In politics, there are some candidates who use change to promote their careers. And then there are those, like John McCain, who use their careers to promote change.
  3. Echte Politiker
  4. They’re the ones whose names appear on laws and landmark reforms, not just on buttons and banners, or on self-designed presidential seals.
  5. Idealismus
  6. Among politicians, there is the idealism of high-flown speechmaking, in which crowds are stirringly summoned to support great things. And then there is the idealism of those leaders, like John McCain, who actually do great things. They’re the ones who are good for more than talk … the ones we have always been able to count on to serve and defend America.

Den Abschluss leitete sie mit ein paar Spitzen gegen den Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, und Obama und Biden ein:

And though both Senator Obama and Senator Biden have been going on lately about how they are always, quote, “fighting for you,” let us face the matter squarely. There is only one man in this election who has ever really fought for you … in places where winning means survival and defeat means death … and that man is John McCain.

Sie stellte dann diesen Kampf nocheinmal weiter heraus und beendete dann die Rede mit der Aufforderung:

If character is the measure in this election … and hope the theme … and change the goal we share, then I ask you to join our cause. Join our cause and help America elect a great man as the next president of the United States.


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Obama’s DNC-Rede: The American promise

August 29th, 2008 von maphry

Diese Nacht war es also soweit, Barack Obama hielt die entscheidenste Rede seines Lebens, vor 70000 mehr oder weniger Anhängern im Denver Footballstadion. In dieser Rede zur Akzeptanz seiner gestrigen Nominierung, nannte er erstmals wirklich konkrete Massnahmen um seinen Wandel mit Inhalt zu füllen und Griff John McCain, den Kandidaten der Republikaner scharf an.

Die Rede begann er wie erwartet mit der Akzeptierung der Nominierung, was er mit den Worten

With profound gratitude and great humility, I accept your nomination for the presidency of the United States.

hinter sich brachte. Anschliessend ging es weiter in den Formalien, indem er seinen wichtigsten Wegbegleitern dankte, aber auch Hillary und Bill Clinton, die in den letzten zwei Nächten einen guten Job machten um ihn anzupreisen. 

Mit dem suchen des Anschlusses an seine Rede vor vier Jahren, in der er sich in der Keynote des DNC ausführlich vorgestellt hatte, und die ihn auf einen Schlag berühmt machte, verwies er noch einmal auf seine eigene Geschichte, und das diese nur in Amerika möglich sei, und beschrieb seine Befürchtung, das dieses in Gefahr sei, aufgrund der mislungenen Politik der derzeitigen Regierung.

Tonight, more Americans are out of work and more are working harder for less. More of you have lost your homes and even more are watching your home values plummet. More of you have cars you can’t afford to drive, credit card bills you can’t afford to pay, and tuition that’s beyond your reach.

These challenges are not all of government’s making. But the failure to respond is a direct result of a broken politics in Washington and the failed policies of George W. Bush.

Auch stellte er dann mit kurzen Beispielen fest, dass die USA ein besseres Land seien, als es sich unter der Bush Administration dargestellt hat, was er einleitete mit:

America, we are better than these last eight years. We are a better country than this.

und enden liess mit einem wohl von ihm gewünschten kurzen Satz, welcher in den Nachrichtensendungen landen soll:

On November 4th, we must stand up and say: “Eight is enough.”

Dabei widmete er sich McCain, welcher doch nur die Amtszeit von George Bush fortsetzen würde, ein Thema, welches auch schon seine Vorredner auf dieser Convention immer wieder betonten. Er kündigte an, dass auf der republikanischen Convention die Unterschiede wohl aufgezählt werden, zwischen McCain und Bush, stellte aber fest, dass das Abstimmungsverhalten etwas anderes zeige, und das die nur 10% Abweichungen in den Abstimmungen zu Bush zu wenig seien für ihn, was ihm grossen Beifall einbrachte.

But the record’s clear: John McCain has voted with George Bush ninety percent of the time. Senator McCain likes to talk about judgment, but really, what does it say about your judgment when you think George Bush has been right more than ninety percent of the time? I don’t know about you, but I’m not ready to take a ten percent chance on change.

So setzte er die Angriffe auf seinen Rivalen fort. Er stellte klar, dass er von den Plänen von McCain zu den Themen Wirtschaft, Gesundheitssystem und Bildung nichts hält, dass sie abgehoben und fern jeglicher Realität seien und den normalen Menschen nicht erreichen würden, und stellte seine Vermutung auf, warum das denn so sei:

It’s not because John McCain doesn’t care. It’s because John McCain doesn’t get it.

Dabei stellte er ihn in eine Reihe mit der gängigen Philosophie der Republikaner die grossen zu bevorzugen und die kleinen zu vernachlässigen, in diesem Falle mit viel bissiger Rhetorik welche hervorragend ankam.

For over two decades, he’s subscribed to that old, discredited Republican philosophy – give more and more to those with the most and hope that prosperity trickles down to everyone else. In Washington, they call this the Ownership Society, but what it really means is – you’re on your own. Out of work? Tough luck. No health care? The market will fix it. Born into poverty? Pull yourself up by your own bootstraps – even if you don’t have boots. You’re on your own.

Dieser Textteil wird wohl für die einfache Mittelklasse zu kompliziert sein und zu akademisch, aber seine Anhäger werden diese Konstruktion dennoch bejubeln, ob sie sie wirklich verstanden haben oder nicht. Mit einem

Well it’s time for them to own their failure. It’s time for us to change America.

Leitete er dann auf die Ansichten seiner eigenen Partei und Kandidatur über, um die Unterschiede zu der republikanischen heraus zu stellen, woraufhin die üblichen Worte folgten, wie die Demokraten denn Wohlstand messen würden (also nicht an den grossen Fischen, sondern bei den kleinen Leuten).

Der nächste Abschnitt der Rede beschäftigte sich mit seinen Vorbildern und den Leuten, welche ihn geprägt hatten, wo er vor allem seine Grossmutter und seinen Vater heraushob. Auch stellte er klar, wie wichtig diese Eindrücke für ihn waren.

I don’t know what kind of lives John McCain thinks that celebrities lead, but this has been mine. These are my heroes. Theirs are the stories that shaped me. And it is on their behalf that I intend to win this election and keep our promise alive as President of the United States.

Und um dieses Versprechen ging es nun weiterhin, in dem er das typische Verhältnis der Amerikaner zur Regierung in Washington erläuterte, was er als seine eigenen Ansichten verkaufte. Anschliessend kam eine grosse Ankündigung, auf die viele schon seit langem gewartet hatten:

That’s the promise we need to keep. That’s the change we need right now. So let me spell out exactly what that change would mean if I am President.

Dabei tauchten nun die grossen Versprechungen auf, an denen er gemessen werden wird, sollte er wirklich Präsident werden:

  1. Steuererleichterungen
  2. Die Steuererleichterungen sind ein heisses Thema in den USA, da sie als eines der Hauptmittel zum beleben der Wirtschaft angesehen werden. Im gegensatz zu McCain, will er die erleichterungen einer breiten Masse zubiligen, genauer:

    I will cut taxes – cut taxes – for 95% of all working families. Because in an economy like this, the last thing we should do is raise taxes on the middle-class.

    Die anderen zusagen in dem Zusammenhang, dass er z.B. die Unternehmen bevorzugen wird, welche die Jobs in Amerika schaffen und nicht die die sie aus den USA verlagern, werden ebenfalls ein Prüfstein sein.

  3. Energie
  4. Die wohl schlagkräftigste Ankündigung, welche zwar in vielen Reden teilweise angekündigt wurde, aber wohl von ihm noch nie so klar und kurz zusammengefasst formuliert wurde:

    And for the sake of our economy, our security, and the future of our planet, I will set a clear goal as President: in ten years, we will finally end our dependence on oil from the Middle East.

    Das dieses Ziel nur schwerlich zu erreichen seien wird, sollte allen bewusst sein, da es da doch erhebliche Wiederstände gibt. Aber Versprechen wie über 10 Jahre 150 Milliarden Dollar in die neuen Energien zu investieren sind doch recht konkrete Aussagen wie er das erreichen möchte.

    As President, I will tap our natural gas reserves, invest in clean coal technology, and find ways to safely harness nuclear power. I’ll help our auto companies re-tool, so that the fuel-efficient cars of the future are built right here in America. I’ll make it easier for the American people to afford these new cars. And I’ll invest 150 billion dollars over the next decade in affordable, renewable sources of energy – wind power and solar power and the next generation of biofuels; an investment that will lead to new industries and five million new jobs that pay well and can’t ever be outsourced.

  5. Bildung
  6. Bildung für jedermann, ein weiteres Versprechen, was vor allem in einem Amerika mit hohen Studiengebühren ein grosses Gewicht hat für die kleinen Leute. Dabei kommen noch viele Ideen zur Sprache, aber wenig konkretes.

  7. Gesundheitssystem
  8. Ähnlich bei der Gesundheitsvorsorge, obwohl es dort genauere Versprechen gibt, was die Ausgestaltung angeht. Nicht nur dass jeder eine haben sollte, auch wie er mit den Versicherungen umgeht stellte er klar:

     If you have health care, my plan will lower your premiums. If you don’t, you’ll be able to get the same kind of coverage that members of Congress give themselves. And as someone who watched my mother argue with insurance companies while she lay in bed dying of cancer, I will make certain those companies stop discriminating against those who are sick and need care the most.

  9. Verschiedenes
  10. Nachgeschoben hat er dann noch kleine Dinge, wie Änderung der Konkursgesetze, aber das wohl wichtigste dabei war das Versprechen der Gleichbehandlung bei der Bezahlung von Mann und Frau

    And now is the time to keep the promise of equal pay for an equal day’s work, because I want my daughters to have exactly the same opportunities as your sons.

Wie es nun einmal so ist, müssen diese Pläne auch bezahlt werden, und auch darauf wollte er in dieser Rede eine Antwort liefern. Allerdings war dort dann nur vom Kampf gegen Steueroasen und Bürokratieabbau die Rede, was wohl kaum reichen wird. In diesem Punkt hat er also enttäuscht.

Lieber verwies er da darauf, das nicht nur Geld nötig sei, sondern auch Motivation der Menschen. Dabei lehnte er sich bewusst an John F. Kennedy an, vermied es aber den berühmten Satz zu zitieren, das man doch nicht fragen solle, was das Land für einen selber tuen könne, sondern das fragen solle, was man für das Land tuen kann. Das war auch eine weise Wahl, denn es hätte ihn zu sehr in die Nachfolgefigur von Kennedy katapultiert, und er will ja eigenständig dastehen. Somit hat er die Ideen dahinter halt länglich ausformuliert und fasste es zusammen mit:

Individual responsibility and mutual responsibility – that’s the essence of America’s promise.

Nun gings in die Aussenpolitik und um die Diskussion ob er fähig sei Commander-in-Chief zu sein. Er verweis wie gestern Biden auf das schlechte Urteilsvermögen McCains in den Fällen Irak und Afghanistan, und dort vor allem auf das Problem Osama-bin-Laden:

John McCain likes to say that he’ll follow bin Laden to the Gates of Hell – but he won’t even go to the cave where he lives.

Und um das ganze nochmal schön für die Medien aufzubereiten, stellte er fest:

That’s not the judgment we need. That won’t keep America safe. We need a President who can face the threats of the future, not keep grasping at the ideas of the past.

Auch entgegnete er den Vorwürfen, dass die Demokraten das Land in Gefahr bringen würden, in dem er auf Kennedy und Roosevelt verwies.

We are the party of Roosevelt. We are the party of Kennedy. So don’t tell me that Democrats won’t defend this country. Don’t tell me that Democrats won’t keep us safe. The Bush-McCain foreign policy has squandered the legacy that generations of Americans — Democrats and Republicans – have built, and we are here to restore that legacy.

Auch stellte er klar, wie er sich als Führer der Streitkräfte sieht, dass er zwar nicht zögern, aber doch nur gut überlegt seine Truppen in den Krieg schicken wird.

As Commander-in-Chief, I will never hesitate to defend this nation, but I will only send our troops into harm’s way with a clear mission and a sacred commitment to give them the equipment they need in battle and the care and benefits they deserve when they come home.

Auch stellte er dann klar, dass er zwar mit McCain debattieren will, aber nicht über Charakterfragen, wie Patriotismus diskutieren wird. Das machte er in dem er ein Thema aus seiner Rede vor vier Jahren aufgriff, dieses mal allerdings im Zusammenhang mit den Soldaten im Krieg, die doch Parteiunabhängig kämpfen würden.

The men and women who serve in our battlefields may be Democrats and Republicans and Independents, but they have fought together and bled together and some died together under the same proud flag. They have not served a Red America or a Blue America – they have served the United States of America.

Und für die Medien wurd es wieder zusammengefasst:

So I’ve got news for you, John McCain. We all put our country first.

Dann wurde es Zeit die Verbindenden Elemente der Amerikaner hervorzuheben, was ihm auch recht gut gelang, denn die Themen Abtreibung, Waffenbesitz und Homosexuellenehe sind schwieirge Gebiete, wo es anscheinend nur wenig Gemeinsamkeiten der beiden Parteien gibt, und dennoch suchte er sie:

We may not agree on abortion, but surely we can agree on reducing the number of unwanted pregnancies in this country. The reality of gun ownership may be different for hunters in rural Ohio than for those plagued by gang-violence in Cleveland, but don’t tell me we can’t uphold the Second Amendment while keeping AK-47s out of the hands of criminals. I know there are differences on same-sex marriage, but surely we can agree that our gay and lesbian brothers and sisters deserve to visit the person they love in the hospital and to live lives free of discrimination.

Dann griff er noch mal auf, dass er nicht der typische Politiker sei, und dennoch geeignet ist. Auch das der Wandel, den er immer wieder beschwört hatte, nichts ungewöhnliches sei. Er stellte die stärken Amerikas heraus, verwies aber darauf, das dieses nicht der Grund für den Erfolg des Landes seien, sondern der Glaube an den amerikanischen Geist.

This country of ours has more wealth than any nation, but that’s not what makes us rich. We have the most powerful military on Earth, but that’s not what makes us strong. Our universities and our culture are the envy of the world, but that’s not what keeps the world coming to our shores. Instead, it is that American spirit – that American promise – that pushes us forward even when the path is uncertain; that binds us together in spite of our differences; that makes us fix our eye not on what is seen, but what is unseen, that better place around the bend.

Dann kam die von vielen erhoffte Reminiszenz an Martin Luther King, welcher genau vor 45 Jahren die berühmte “I have a dream”-Rede hielt. Er verwies darauf, dass dessen Worte auch heute noch gültigkeit hätten, und das es für das Land kein Weg zurück gäbe, nicht bei den Problemen die anstehen.

“We cannot walk alone,” the preacher cried. “And as we walk, we must make the pledge that we shall always march ahead. We cannot turn back.” America, we cannot turn back. Not with so much work to be done. Not with so many children to educate, and so many veterans to care for. Not with an economy to fix and cities to rebuild and farms to save. Not with so many families to protect and so many lives to mend. America, we cannot turn back. We cannot walk alone.

Mit den typischen Abschlusssätzen beendete er dann die Rede.


Was man nun von der Rede halten mag, ist jedem selbst überlassen. Objektiv gesehen war sie sicherlich gut, aber das hatte man auch nicht anders erwartet, denn dafür war man von Obama schon zu viel gutes gewohnt in den letzten Jahren. Das er gut Reden kann ist bekannt, ob er gut handeln kann weniger. Zum ersten Mal hat er auch wirklich konkretes versprochen, versucht den Wandel mit Inhalt zu füllen, was ihm durchaus gelungen ist, denn die Erwartungen die er damit seine eventuelle Präsidentschaft gesetzt hat sind riesig, vor allem was den Energiesektor angeht. Auch reiht sich die Rede in die Reihe der guten Ansprachen auf dieser Convention ein, man könnte meinen das die Demokraten auf diesem Parteitag alles richtig gemacht haben, und die Erwartungen sind nun unermesslich, was den Parteitag der Republikaner angeht, der nächste Woche in Saint Paul stattfindet. Ob McCain kontern kann ist die alles Entscheidende Frage, welche wohl schon bald mit der Verkündung seiner Wahl des Running-Mates eingeläutet wird. Auch wird McCain versuchen Obama zu entzaubern, dessen Ideen als illusorisch und wirkungslos abstempeln, aber ich denke Obama hat die Chance hier genutzt, als erster schwarzer Präsidentschaftskandidat einer grossen partei in Amerika sich bei den Leuten gehör zu verschaffen. Alles weitere werden dann die nächsten 2 Monate zeigen ob das reicht.


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That’s the change we need?

August 28th, 2008 von maphry

Tag drei beim Nominierungsparteitag der Demokraten, der Democratic National Convention, in Denver. Unter anderem standen dort nun die endgültige Nominierung von Obama auf dem Programm, welche letztendlich nach dem Rückzug von Hillary Clinton durch Akklamation durchgeführt wurde. Dieser Trick um die Einigkeit zu demonstrieren wird eventuell noch eine Rolle spielen, da besonders McCain darauf aus ist zu zeigen, dass die Demokraten nicht einig sind, und es immer wieder vorwürfe gab in den letzten Wochen, dass die Demokraten die Zweifler in den eigenen Reihen versuchen Mundtot zu bekommen.

Ausserdem redete Bill Clinton, welcher kurz gesagt die Eignung Obamas als Präsident in den Vordergrund stellte, das was die Republikaner bekanntlich hauptsächlich bezweifeln. Obwohl die Rede mittlerweile von vielen als Aussergewöhnlich beschrieben wird, werd ich mich hier dennoch auf das Video beschränken, da der eigentliche Höhepunkt des Abends wohl etwas entscheidender für den weiteren Wahlkampf sein wird.

Dieser Höhepunkt war die Akzeptierungsrede von Joe Biden, dem Running Mate von Obama und somit Kandidat für den Vizepräsidentenposten.

In dieser Rede begann er mit einer kleinen Vorstellung seiner selbst, bevor er kurz und bündig akzeptierte. Danach widmete er sich Obama und McCain. Mit Obama stellte er seine gemeinsamkeiten heraus und bei McCain bzw. Bush stellte er zuersteinmal heraus, welche Probleme die Menschen nun unter dieser Administration hatten.

Should mom move in with us now that dad is gone? Fifty, sixty, seventy dollars to fill up the car? Winter’s coming. How we gonna pay the heating bills? Another year and no raise? Did you hear the company may be cutting our health care? Now, we owe more on the house than it’s worth. How are we going to send the kids to college? How are we gonna be able to retire?

Daraufhin wurde Obamas Geschichte noch einmal durchgekaut, seine Entscheodung nach der Uni nicht an die Wall Street oder ähnliche Karriere zu machen, sondern in den Problembezirken Chicagos sich zu engagieren stellte er dabei besonders in den Vordergrund. Auch das dieser aus diesen Zeiten gelernt habe und darum die Möglichkeiten sehen würde, wie man das Land ändern könne, und das er das auch tun würde, wurde gepriesen, womit er das Hauptthema Obamas, den Wandel, aufgriff.

I watched how he touched people, how he inspired them, and I realized he has tapped into the oldest American belief of all: We don’t have to accept a situation we cannot bear. We have the power to change it. That’s Barack Obama, and that’s what he will do for this country. He’ll change it.

Anschliessend wurde sich nun McCain vorgeknöpft, was zuerst einmal mit warmen Worten eingeleitet wurde.

John McCain is my friend. We’ve known each other for three decades. We’ve traveled the world together. It’s a friendship that goes beyond politics. And the personal courage and heroism John demonstrated still amaze me.

Dann stellte er klar, das er darüber hinaus allerdings keine Einigkeit im Politischen Bereich mehr mit diesem habe, und lieferte dazu zahlreiche Beispiele, wie die Hohe Rate der Zustimmung McCains zu Bush-Gesetzen, den hohen Steuererleichterungen für Unternehmen, nicht aber für die armen Leute im Land oder dessen Weigerung gegenüber dem Mindestlohn. Das alles wollte er nun auch in den Zusammenhang der aktuellen Administration bringen, um ihn nur als Fortsetzung von Bush darzustellen, sodass er jedes Beispiel mit dem Satz enden liess:

That’s not change; that’s more of the same.

Was das Publikum dankbar aufgriff.

Nun kam der Vergleich zu Obama, dessen Vorstellungen von Steuererleichterungen, Gesundheitssystem und Sicherheit, und auch hier verwendete er jeweils einen Abschlusssatz:

That’s the change we need.

Danach widmete er sich nun seinem Steckenpferd, weswegen er als Running Mate ausgewählt wurde, der Aussenpolitik. Dort ist Obama besonders anfällig, was Biden versuchte zu relativieren. Dabei erklärte er das Verhalten der Bush-Administration und Obamas zu den Themen Afghanistan, Iran und Irak und wie sich deren frühes Urteil in der Realität bewährt hätte und natürlich fand er dabei heraus, das immer galt:

John McCain was wrong. Barack Obama was right.

Damit beendete auch seine Rede, aber noch ohne zu erwähnen wie wichtig doch die Wahl sei:

These are extraordinary times. This is an extraordinary election. The American people are ready. I’m ready. Barack Obama is ready. This is his time. This is our time. This is America’s time.

Die Frage bei der Bewertung der Rede ist, was man von ihr erwartet hat. Die Rede war gut arrangiert, keine Frage, aber wirklich übermässig mitreissen konnte Biden die Menge trotzdem nicht wirklich. Das ist zum einen Gut, da er somit Obama für den morgigen Tag nicht die Show stiehlt, das ist zum anderen schlecht, da es gerade seine Themen sind, die derzeit so wichtig für den Obama-Wahlkampf sind. Nichts-desto-trotz war die Wahl Bidens sicherlich kein wirklicher Fehler, denn das Aussenpolitische ist nun einmal Obamas Schwachpunkt Nummer 1. Drum war der Abschnitt, welcher die Befähigung Obamas als Oberbefehlshaber und dessen Korrektheit von dessen Urteilsvermögens so wichtig. Obamas Team wird nun in Zukunft immer wieder auf diese Umstände hinweisen, und so wird es schwer werden für McCain wirklich die Führungsschwäche glaubhaft zu machen auf Dauer. Sicherlich, wenn Obama wie in der Georgienkrise sich weiterhin in solchen Fällen so naiv verhält, dann wird er dieses Thema klar verlieren, da hilft auch kein Joe Biden als wichtigster Berater, aber ich denke Obama wird daraus gelernt haben für die letzten 2 Monate des Wahlkampfes.

Morgen nun kommt endlich die Rede von Obama, dann in einem Footballstadion, und er wird viel zu übertrumpfen haben. Ob ihm das gelingt wird letztendlich entscheidend dafür sein, ob er in den Swingstates überhaupt eine Chance hat.


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No way. No how. No McCain?

August 27th, 2008 von maphry

Die Show der Nominierungsparteitage hat begonnen und den Anfang machen die Demokraten in Denver. Über drei Tage hinweg soll der Kandidat Barack Obama vorgestellt und beworben werden, bevor er dann am vierten selber in den Ring steigt um das ganze zu toppen… so zumindest sieht es das Drehbuch vor.

Nachdem es am ersten Tag den Familientag gab, welcher ausschliesslich den Kandidaten als Menschen vorstellen sollte, wird es nun politischer, angefangen mit der Rede der unterlegenen Vorwahlgegnerin Hillary Clinton. Die Rede war abermals gut gehalten, nachdem sie aus den Primaries ausgeschieden war und offenbar Beratung aus dem Lager Obamas bekommen hat, nicht das erste mal

So begann sie um keine Zweifel an ihrer Aufgabe auf diesem Parteitag zu lassen mit der Unterstützungsbekundung für Obama und rief ihre Anhänger dazu auf diesen nun endgültig zu unterstützen. Auch machte sie sofort klar, was sie weiterhin als Aufgabe ansah: Den republikanischen Kandidaten John McCain anzugreifen.

No way. No how. No McCain. Barack Obama is my candidate. And he must be our President.

Dann begann sie mit ihren typischen Geschichten, welche sie den ganzen Wahlkampf über immer wieder erzählte von den Menschen die sie bei den Primaries getroffen hatte. Diese Symbolfiguren ihrer Kampagne versuchte sie dann auch mit den Ideen Obamas zu verbinden, indem sie sich daran machte die Defizite der Bush-Administration zu benennen.

Jobs lost, houses gone, falling wages, rising prices. The Supreme Court in a right-wing headlock and our government in partisan gridlock. The biggest deficit in our nation’s history. Money borrowed from the Chinese to buy oil from the Saudis. Putin and Georgia, Iraq and Iran.

Dem Gegenüber stellte sie dann ihre eigenen Ideen ihrer Kampagne von einem besseren Amerika, vom Gesundheitssystem für alle bis zur multilateralen Aussenpolitik, um dann damit zu schliessen dass es auch Obamas Ideale seien.

Those are the reasons I ran for President. Those are the reasons I support Barack Obama. And those are the reasons you should too.

Danach wurden die Verdienste Obamas gewürdigt, und sie stellte ihn ausdrücklich in die Reihe derer, welcher für die entscheidenden Mittelklassenwähler in der Vergangenheit gekämpft hätte in seiner politischen Vergangenheit. Auch stellte sie ihn dar als jemand, welcher die Politik, welche ihr Mann Bill Clinton begonnen hatte nun würdig fortsetzen wolle. Dabei spielte sie vor allem auf die Wirtschaft an, das Kernthema des diesjährigen Wahlkampfes.

And when Barack Obama is in the White House, he’ll revitalize our economy, defend the working people of America, and meet the global challenges of our time. Democrats know how to do this. As I recall, President Clinton and the Democrats did it before. And President Obama and the Democrats will do it again.

Nachdem also nun Obama beworben war, kam sie zum zweiten wichtigen Teil ihrer Rede, der Blossstellung McCains. Sie würdigte zwar dessen Dienste für Amerika, kritisierte aber dann das politische Programm des Kontrahenten.

John McCain says the economy is fundamentally sound. John McCain doesn’t think that 47 million people without health insurance is a crisis. John McCain wants to privatize Social Security. And in 2008, he still thinks it’s okay when women don’t earn equal pay for equal work.

Besonders die Frauenrechte führte sie dann noch aus, bevor sie dann mit einem klassischen Aufruf an Amerika endete.

That is our duty, to build that bright future, and to teach our children that in America there is no chasm too deep, no barrier too great – and no ceiling too high – for all who work hard, never back down, always keep going, have faith in God, in our country, and in each other.

Wie schon oben erwähnt war die Rede für den Anlass gut, zu befürchten ist allerdings, das sie zu gut war. Denn nun stehen noch zwei Protagonisten aus, die auf dem Parteitag zu reden haben, der Vizepräsident-Kandidat Joe Biden und Barack Obama selbst. Beide müssen diese Rede toppen, wenn sie eine reelle Chance haben wollen aus diesem Parteitag gestärkt hervor zu gehen, und es droht das gleiche Dilemma wie vor vier Jahren, als der damals unbekannte Barack Obama John Kerry die Show vermiesste, indem er eine zu Gute Keynote hielt.

Allerdings hat sich nun auch gezeigt, dass Clinton in diesem Wahlkampf besonders wertvoll für die Demokraten seien kann, denn Obama hat nun den Luxus neben seinem Running Mate Biden auch Clinton für die Drecksarbeit im schiessen gegen McCain zur Verfügung zu haben. DIese wieder rum hat sich mit dieser rede sicherlich auf Jahre hinweg einen Platz im Senat gesichert, und sollte Obama scheitern, stände sie sicherlich in vier Jahren nahezu unangefochten als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten da.

Aber lassen wir uns überraschen, was der Rest der DNC noch bringen mag, heute ist wie gesagt der Tag des Running Mates und er wird das schlechte Bild Obamas in der Georgienkrise nun sicherlich versuchen auszuwischen, wo er doch nun der Mann für die Aussenpolitik ist.


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