Israels Krieg im Gazastreifen

December 29th, 2008 von maphry

Israel und die Palestinenser, eine wohl endlose Story, welche in diesen tagen wieder einmal einen Höhepunkt erreicht hat. Denn nachdem die Hamas, welche seit einigen Tagen die Waffenruhe im Gazastreifen aufgekündigt hat, wieder regelmässig Israelische Grenzstädte bombardiert, wird nun Gnadenlos zurückgeschlagen, offenbar nicht wirklich mit viel Rücksicht auf Verlusten. So ganz nebenbei geht nun wieder einmal die Schuldzuweisung los, wer denn nun diese erneute Eskalation ausgelöst habe und deren Ausmasse zu verantworten habe, und wie jedes mal gibt es wieder die zwei Lager, der Westen um Israel auf der einen, die Arabische Welt mit den Palestinensern auf der anderen Seite.

Dabei lässt sich hier recht schnell Schlussfolgern, das beide Seiten hier die Schuld trifft, die einen direkt, die anderen indirekt. Als die Hamas im letzten Jahr die Macht im Gazastreifen an sich riss und die Fatah vertrieb, gab sich Israel nicht wirklich kompromissbereit. Blockade und Sanktionen waren die Mittel der Wahl, was dem kleinen Küstenstreifen enorm zusetzten. Das diese Mittel ohne eine Perspektive kaum erfolgreich sind, hat sich schon zu oft gezeigt, denn es wird das Regime meist nur noch zusätzlich gestärkt, und so auch hier.

Aber warum kam es gerade jetzt zum Ausbruch des ganzen? Nun, da gibt es sicherlich viele Gründe, und die meisten sind in der Israelischen Innenpolitik zu finden. Wie schwer es für Israel ist, seine eigenen Siedler im Zaun zu halten, haben die Übergriffe vor ein paar Wochen in Hebron gezeigt, und auch wird es immer wieder deutlich, wie viel Angst die vergangenen Regierungen jeweils haben, wenn es bei den zugesagten Einschränkungen beim Siedlungsbau oder gar abriss geht. So haben die Rechtsgerichteten Politiker in Israel, allen voran Benjamin Netanjahu es nicht schwer sich ihre Machtbasis zu sichern, und nachdem Zipi Liwni damit gescheitert war, eine neue Regierung zu bilden, gilt dieser als haushoher Favorit für die Wahlen Mitte Februar. Das weiss auch der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert, der in einem Land, wo da Militär eine so hervorgehobene Stellung geniesst eine eher schlechte Bilanz hat. Vor allem der vollkommen Missglückte Libanonfeldkrieg wiegt schwer, und somit auf seiner Partei. So heisst es nun Profil zeigen, und wie kann man dieses besser tun, als mit einem Krieg gegen den derzeit wichtigsten Feind im eigenen Land: Die Hamas.

Das wusste sie selbst verständlich auch, und so hat sie die Provokation mit dem gekündigten Waffenstillstand und der Wiederaufnahme der Raketenbeschüsse des Gaza-Grenz-Gebietes gezielt einsetzen können. Dafür, das Israel dann so heftig reagiert gibt es aber noch einen ganz anderen Grund, der auf der anderen Seite des Teiches liegt. Es geht um den neuen Präsidenten der USA, Barack Obama, der vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll. Denn seine haltung zur Nah-Ost-Krise ist in seienr vollen Tragweite noch unbekannt, und nachdem vor ein paar Monaten die Gerüchte auftauchten, Ehud Olmert hätte mal vorsichtig angefragt bei Bush, wie er denn zu einem Militärschlag stünde, was dieser klar abgelehnt hatte, heisst es nun sicher gehen, das der wichtigste Partner nicht abhanden kommt. Denn ohne den Schutz der USA wäre Israel den Sicherheitsratssanktionen schutzlos ausgeliefert, und das wäre für das Land fatal.

Was davon nun letztendlich den Ausschlag gegeben hat, nun Nägel mit Köpfen zu machen ist fraglich, aber abzuwarten bleibt, wie weit sie gehen werden. Werden sie mit Bodentruppen Intervenieren und versuchen die Hamas wirklich zu stürzen? Das können sie sich eigentlich nicht leisten, da das Machtvakuum kaum wieder schnell zu füllen wäre bei der schwäche von Fatah. Und an eine wieder in Besitznahme ist auch nicht zu denken, da würden die wichtigsten Partner nicht mitspielen. Das Schauspiel wird wohl spätestens kurz nach der Wahl zu Ende sein, aber eine Niederlage kann sich Israel nicht leisten, einen Gesichtsverlust ebenso wenig. Profitieren wird alleinig die Hamas, die es geschafft hat mit wenig Provokationen (im vergleich zu den letzten Jahren), einen Krieg vom Zaun zu brechen, den Israel fast nur politisch verlieren kann. Die Frage bleibt, ob genug der Führungsriege überleben wird, um diesen Vorteil auch ausnutzen zu können und Israel weiter als harmlosen Papiertiger dastehen lassen kann, vielleicht gewürzt mit einer neuen Intifada. Die einzige Macht, die das ganze schnell beenden könnte, wäre eine starke UN, welche diesesmal mehr als deutlich Einschreitet. Sowohl was die Raketenangriffe angeht, als auch dieses drastische Eingreifen von Israel bedarf harter Reaktionen, denn sonst haben wir nach Libanon und Gaza bald einen dritten Krieg, und das Westjordanland wäre ein viel gefährlicheres Pulverfass, welches die Region in Arge Bedrängnis bringen könnte.

Hintergrundartikel

Geschrieben in Political Theories | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,
1 Kommentar »

US-Wahl: Das McCain/Palin-Ticket

October 30th, 2008 von maphry

Die Republikaner gehen in diesem Jahr mit einem der wohl untypischsten Vertreter aus ihren Reihen ins rennen, einer, der für viele aus ihrer Stammwählerschaft als zu liberal, als zu “demokratisch” gilt. Dabei kommt John McCain vor allem sein Dasein als ehem. Kriegsgefangener aus dem Vietnam-Krieg entgegen, der danach dann in den Senat eingezogen ist, und dort nun schon seit mehr als 2 Jahrzehnten im politischen Tagesgeschäft ist. Um so ungewöhnlicher wirkt da für viele die Selbstdarstellung, welche ihn als Aussenseiter und Einzelgänger dastehen lässt, denn wie sonst hätte es ihm gelingen können, als einem Mitglied der Regierungspartei, welche eine so katastrophale Bilanz aufzuweisen hat, überhaupt noch im rennen zu sein. 

Um die Präsidentschaft hatte er sich schon im Jahr 2000 beworben, war allerdings in den Vorwahlen an George W. Bush gescheitert, und hatte sich dann 2004 für dessen Wiederwahl eingesetzt. Das und sein hohes Alter waren die Hauptkritikpunkte, die ihm immer wieder von seinen politischen Gegnern entgegengehalten wurden, denn an Kompetenz wird ihm kaum etwas abgesprochen.

Um seine Innerparteilichen Kritiker ruhig zu stellen hatte er sich die Gouverneurin aus Alaska, Sarah Palin, als konservatives Aushängeschild an Bord geholt, was ihm auch kurzzeitig enorme Zustimmung einbrachte, bis diese unkontrolliert den Mund in Interviews aufmachen durfte, und sich dort so ziemlich blamierte. So kämpft das Ticket seit nun etwas über einem Monat ums politische Überleben und mit ihm die gesamte Republikanische Partei. Inhaltlich haben McCain und Palin reichlich bei ihren Parteitagsreden zum besten gegeben, welche ich an dieser und dieser Stelle damals ausführlich kommentiert hatte. Diese Kernpunkte wurden späte rin den Debatten zahlreich ausgeführt, aber nicht mehr wesentlich erweitert, da er sich im Folgenden hauptsächlich auf das Angreifen der Demokraten konzentrieren musste, um überhaupt noch im Rennen zu bleiben. Der Wendepunkt des Wahlkampfes war der Ausbruch der Finanzkrise, wo selbst seine kurzzeitige Unterbrechung des Wahlkampfes ihm nicht mehr half mit Obama Schritt zu halten. Ob er dieses nun in den letzten Tagen noch drehen kann bleibt abzuwarten, aber es ist doch schwer zu bezweifeln, zu eindeutig scheinen die Umfragewerte gegen ihn gerichtet.

Geschrieben in Political Theories | Tags: , , , ,
Keine Kommentare »

Nobelpreiswoche: Wirtschaft

October 13th, 2008 von maphry

Eigentlich ist er ja gar kein wirklicher Nobelpreis, der für die Wirtschaftswissenschaften ausgelobt wird, da er nicht von Alfred Nobel gestiftet wurde, sondern von der schwedischen Reichsbank zum Andenken an diesen in den 60er Jahren. Dennoch wertet man ihn Aufgrund des Preisgeldes und der zeitlichen Nähe zu diesen, und so sehe auch ich die Woche der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger erst heute für beendet an.

Gewinner ist der Amerikaner Paul Krugman, welcher neben seiner wissenschaftlichen Leistung besonders durch die zahlreichen Kritiken an der Bush-Administration bekannt wurde, und somit hat auch diese Auszeichnung einen etwas faden Beigeschmack, da hier Politik und Wissenschaft miteinander vermischt wurde.

Die Bilanz der diesjährigen Nobelpreise fällt recht ausgeglichen aus. Europa konnte sich 3 Nobelpreise sichern (Medizin, Literatur und Frieden), die USA 2,5 (Chemie, Physik, Wirtschaftswissenschaften), und Japan den verbliebenen halben Preis in Physik. Am 10. Dezember wird dann die Verleihung stattfinden, am Todestag Nobels, und der Fokus, den in den letzten Tagen die Wissenschaften wieder einmal erhalten hatten wird wieder in den einjährigen Dornröschenschlaf geschickt.

Geschrieben in Science & Nature | Tags: , , ,
Keine Kommentare »

Der Wahnsinn kennt keine Grenzen

October 6th, 2008 von maphry

Wer es noch nicht mitbekommen hat, wir haben Finanzmarktkrise. Obwohl, zugegeben, das nicht mitzubekommen ist derzeit wirklich schwer, denn die Medien kennen nichts anders mehr als Panik und deren Macher. Seit Lehman Brothers zusammengebrochen ist, drehen die Politiker aller Herren Länder am Rad, und die Auswüchse davon könnten leicht schwerere Folgen haben, als die Verknappung der Kredite es an sich hätten verursachen können.

Ein Beispiel ist das, was in der letzten Woche in den USA stattgefunden hat. Erst lehnte am Montag das Repräsentantenhaus den mühsam ausgehandelten Kompromiss zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise ab, weil vor allem die Republikaner bedenken hatten, das es zu stark in den Freien Markt eingreifen würde. Kurz darauf drehte der Senat den Spiess um, und stimmte mit grosser Mehrheit dafür, nicht ohne das ganze mit einer ganzen Menge Steuergeschenken zu versüssen, die sich in einer Grössenordnung um die 100 Milliarden Dollar bewegen. Und wer hätte das gedacht, wo dann die sogenannten Earmarks dann einmal enthalten waren, fand auch das Repräsentantenhaus die 700 Milliarden Dollar Spielgeld für Finanzminister Hank Paulsen auf einmal akzeptabel, auch wenn man niemanden in den Debatten gehört hat, der wirklich überzeugt von dem Gesetz klang. Und die beiden Präsidentschaftskandidaten, die so sehr für das Gesetz getrommelt haben, hätten, allen voran McCain, ihren Wahlversprechen nach zu urteilen dieses Gesetz niemals als Präsident unterschreiben dürfen, weil beide solche Art von Gesetzen nicht mehr passieren lassen wollen. Da kann die Finanzwirtschaft noch froh sein, das der in solchen Sachen skrupellose Bush am Ruder sitzt, denn sonst wäre es das mit dem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk doch noch schwierig geworden.

Das andere Beispiel dieser tage spielt sich in Europa ab, und ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Den Anfang macht das derzeit von Rezession geplagte Irland, welches kurzerhand alle Spareinlagen bis zum Jahr 2010 garantiert, womit es seine Wirtschaftskraft um sein vielfaches nun aufs Spiel setzt. Die in Panik verfallenen EU Politiker der G8-Staaten verlieren dann am Wochenende vollkommen die Orientierung, weichen die Stabilitätskriterien für den Euro auf und nachdem sie fleissig den Alleingang der Iren verurteilt haben, sind sie dann doch der Meinung, das jedes Land seine eigenen Wege finden müsse, ohne sich auch nur Ansatzweise auf ein gemeinsames handeln einigen zu können. Dafür gekämpft, das dies so ist hat Angela Merkel, stellvertretend für die Bundesrepublik, und hat dann auch gleich gezeigt wie unabhängig sie sich von der Fehlentscheidung der Iren macht, indem sie die gleiche Entscheidung trifft, nur die Summe etwas skaliert, damit es auf die hierigen Finanzdimensionen passt (vom Gewackel bei der Hypo Real Estate mag ich gar nicht reden, das macht Spiegelfechter viel besser).

Das alles geschieht unter dem Vorwand vertrauen zu schaffen, und die Finanzmärkte zu beruhigen. Wie toll das geklappt hat hat man dann heute an den Börsen beobachten dürfen, denn das wahr ein Verlauf, der einer Katastrophe glich. Grosse abstürze weltweit, und von es gibt kein Anzeichen dafür, das diese Volatilität sich wieder vermindert. Denn auch Politiker sollten begreifen, das man mit panischen Rettungsaktionen niemanden beruhigt, sondern genau das Gegenteil erreicht. Wenn man mit völlig Illusorischen versprechen, einfach mal so riesige Garantien ausspricht, ohne dann erklären zu können, wie man denn im Falle eines Falles die denn auch wirklich halten könne (was man nach Meinung ausgewiesener Finanzexperten wie Finanzminister Steinbrück ja auch nicht brauche, da man ja gar nicht davon ausgehen könne, das der Worst Case eintritt), braucht man sich nicht wundern, wenn die Leute sich nun wirklich Fragen, ob ihr Geld in diesem Finanzsystem noch wirklich gut angelegt ist. Die Folge wäre ein grosser Abfluss von Kapital der Kleinanleger, aber genau das ist so ziemlich das letzte, was die nun maroden Banken noch am Leben hält. Und dadurch, das man die vertrauenssichernde Massnahmen, wie den Stabilitätspakt nun endgültig ad acta legt, schafft man sicher kein Vertrauen in die aktuelle Wirtschaft.

Es läuft derzeit so einiges Falsch, und man darf das schlimmste für den übernächste Woche stattfindenden EU-Gipfel befürchten, wo dann 27 Staatschefs sich wohl darin übertreffen werden, jeder seinen Teil zum weiteren Niedergang der Wirtschaft beizutragen. Höhere Schulden, schwächere Währung, sinnlose Rettungsaktionen. So versaut man sich die Zukunft für die nächsten Jahrzehnte, und das alles, nur weil ein paar Politiker unfähig sind das zu tun, wofür sie sich solch grosse Mühe geben: Vertrauen schaffen.

Hintergrundartikel:

Geschrieben in Political Theories | Tags: , , , , , , , , , ,
Keine Kommentare »

Bolivien und Venezuela weisen US-Botschafter aus

September 12th, 2008 von maphry

Die Krise im südamerikanischen Anden-Staat Bolivien spitzt sich immer weiter zu. Der linksgerichtete Evo Morales, seines Zeichens Staatschef, der sich auf die arme Indio-Mehrheit im Land stützt, ist nun schon seit einiger Zeit im Konflikt mit einigen seiner Provinzen. In einer Verfassungsreform sollte die Verstaatlichungspolitik festgeschrieben werden und somit das Erbe von Morales über das Ende seiner Amtszeit, im Jahr 2011, hinaus bewahrt werden. Die östlichen Provinzen, welche sich jedoch im “Media Luna” zusammengeschlossen haben (Beni, Pando, Santa Cruz und Tarija), und, dank Rohstoffreichtum,  als die reicheren im Lande gelten, wehren sich mit aller Macht gegen diese, da sie befürchten noch mehr Transferleistungen in den armen Westen aufbringen zu müssen.

Also kam es zu Teils gewaltsamen Konflikten zwischen den verhärteten Fronten der beiden Lager, welche nun immer weiter zu eskalieren drohen. Die Media Luna fordern zumindest einen grösseren Autonomiestatus, welcher es ihnen erlauben würde, ihre derzeitige liberalere Politik durchzusetzen, während Morales alles daran setzt seine Verfassung durch zu bekommen. Der erste Schritt einer Volksabstimmung, mit dem Morales stärke beweisen wollte, in dem er sich selbst und seinen  Politikkurs bestätigen liess, hat er nun überraschend deutlich gewonnen. Im Parlament, wo die eigentliche Volksabstimmung über die Verfassung beschlossen werden muss, sind jedoch grössere Auseinandersetzungen zu erwarten, da die Partei Morales, die MAS, dort nicht über die entsprechenden Mehrheiten verfügt diese einfach passieren zu lassen.

In diesem innenpolitischen Kampf kam es nun zu den Anschuldigungen an den US-Botschafter Philip Goldberg er würde die Opposition unterstützen und so verwies man ihn kurzerhand des Landes. Die Proteste aus den USA waren verständlicherweise gross, und warfen daraufhin den bolivianischen Botschafter hinaus. Und es kam wie es kommen musste, der venezuelanische Präsident Hugo Chavez, welcher sich als Führer der südamerikansichen linken sieht liess sich die Chance nicht entgehen und unterstützt den Kurs von Morales, indem auch er den US-Botschafter vor die Tür setzen wird, so dass sich das ganze nun zu einem diplomatischen Flächenbrand auszuwachsen droht. 

So ganz nebenbei versucht Chavez auch derzeit die Bindungen zu Russland zu verstärken, um seine “Anti-Imperialistische”-Politik mit neuen Partnern zu untermauern. So droht nun abermals der Aufbau eines Gegenpols zu den USA, welche derzeit reichlich schwächelt, und die durch zahlreiche Fehler, vor allem auch in ihrer Südamerika-Politik in den letzte Jahrzehnten, nun ernsthafte Probleme in ihrem “Hinterzimmer” bekommen können. Ganz nebenbei drohen nun die ganzen Instabilitäten in der Region sich langsam aber sicher zu entladen, was bei der erhöhten Aufrüstung der letzten Jahre zu schweren folgen führen kann. Mit Bolivien als Pulverfass, steht eine ganze Region vor der Zerreissprobe, welche die Regionalmacht Brasilien wohl kaum alleine kontrollieren kann.

Darüber hinaus sind sicher Partner die sich nur darin einig sind den Einfluss der USA in ihren Interessensgebieten zu reduzieren, keine stabile Gruppe, aber mit ihrer Macht an Rohstoffen sind das linke Südamerika, Russland, Iran und China derzeit in der Lage der USA reichlich Probleme zu bereiten. Derzeit haben sie auch alle nicht viel zu befürchten, da Bush in seinen letzten Amtsmonaten zum zahnlosen Tiger mutiert ist, und ein Konflikt während des Wahlkampfes unwahrscheinlich ist. Der neue Präsident wird einer grossen Aufgabe entgegensehen, wenn er diesen Machtblock noch im Keim ersticken will.


Hintergrundartikel:

Geschrieben in Political Theories | Tags: , , , , , , , , , ,
Keine Kommentare »

Gustav auf dem Weg nach New Orleans

September 1st, 2008 von maphry

Ende letzter Woche kamen die ersten Meldungen hinein, die grosses ankündigten: Der Tropensturm Gustav war dabei sich zu einem Hurricane zu entwickeln und nahm dabei Kurs auf die USA. Auf seinem Weg traf er die Inseln Hispaniola (mit den beiden Staaten Haiti und Dominikanische Republik), Jamaika, Cayman Inseln und Kuba, und sorgte dort für teils heftige Verwüstungen und Zahlreiche Tote (vor allem in Haiti). Das National Hurricane Center der USA hatte nun für einen Grossteil der Golfküste Hurricane-Warnungen herausgegeben, als sich Gustav etwas beruhigte und von Stufe 4 auf 3 heruntergestuft wurde.

Bisheriges Geschwindigkeitsprofil des Hurricanes Gustav nach NHC
Bisheriges Geschwindigkeits- und Windprofil des Hurricanes Gustav nach NHC

Die Befürchtungen, das sich die Katastrophe von Katrina nach 3 Jahren wiederholen könnten waren gross. So wurde eine komplette Evakuierung der Stadt New Orleans angeordnet, und die Politiker übertrafen sich in ihren Warnungen an alle, die die Stadt nicht verlassen wollen. Besonders hervorgetan hatte sich dabei Ray Nagin, der Bürgermeister von New Orleans, der den Hurricane als “Mutter aller Stürme” bezeichnete.

Auch im laufenden Wahlkampf spielt der Hurricane eine Rolle. Präsident Bush und Vizepräsident Dick Cheney haben ihren heute angekündigten Auftritt auf der Republican National Convention abgesagt, ebenso wie die Gouverneure der eventuell betroffenen Staaten. Desweiteren hat John McCain angekündigt sich der Situation anpassen zu wollen und eventuell sogar die Rede der Akzeptierung der Nominierung aus dem Krisengebiet per Satellitenschaltung abzuhalten.

Ob es dazu wirklich kommt bleibt derzeit offen. Voll treffen wird Gustav offenbar New Orleans nicht, so wie es Katrina vorgemacht hatte. Allerdings wird der wahrscheinlichste Laufweg nur leicht Westlich verlaufen, so dass die Sturmausläufer noch zahlreiche Schäden in der im Wiederaufbau befindlichen Stadt verursachen können.

Der derzeit Wahrscheinliche Weg von Gustav mit den Warnungszonen nach NHC.
Der derzeit Wahrscheinliche Weg von Gustav mit den Warnungszonen nach NHC.

Wie schlimm es nun wirklich wird, ist offen. Aber nachdem der Sturm soviel Aufmerksamkeit bekommen hat wird einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie ernst die Bevölkerung demnächst die Warnungen der Behörden nehmen. Sollte es sich doch nur um einen minderschweren Fall handeln, könnte die gut gemeinte harte Rhetorik von Nagin dazu führen, dass beim nächsten Mal die Leute nicht mehr so reagieren, wie sie es nun, unter dem Eindruck von Katrina getan haben.


Hintergrundartikel:

Geschrieben in Political Theories, Science & Nature | Tags: , , , , , , , , , , , , , , , ,
Keine Kommentare »

Liancourt Rocks: Ein Zankapfel zwischen Südkorea und Japan

July 29th, 2008 von maphry

Manchmal treibt übertriebener Nationalismus schon seltsame Blüten, und manchmal sind diese nicht ganz so harmlos wie sie zuerst erscheinen. Ein aktuelles Beispiel findet derzeit in Südostasien statt, wo sich Japan und Südkorea mit allen diplomatischen Mitteln, inklusive indirekter Kriegsdrohungen um ein paar nahezu unbewohnte Felsen streiten.

Die “Liancourt Rocks” sind spätestens seit dem zweiten Weltkrieg umstritten und ihre Zugehörigkeit ist dank uneindeutiger Vertragssituation bis heute nicht vollkommen geklärt, doch werden sie zumeist Südkorea zugerechnet, welches auch in den letzten Jahren dort die Verwaltung ausgeübt hatte. Als vor zwei Wochen das japanische Bildungsministerium eine nichtbindende Empfehlung herausgab, diese Inseln als japanisches Territorium in der Schule zu lehren, reagierte Seoul sofort und rief seinen Botschafter aus Tokio ab. Auch kam es zu heftigen Protesten in der südkoreanischen Hauptstadt, wo japanische Flaggen verbrannt wurden. Zu weiterer Aufruhe kam es nun, als das “US Board of Geographic Names“, eine amerikanische Bundesbehörde, den Status der insel von südkoreanisch auf unbekannt setzte. Das dieses dem südkoreanischen Ministerpräsidenten nicht gefiel machte der zugleich mit einem Besuch auf den umstrittenen Inseln deutlich, und da Präsident Bush nächste Woche nach Seoul muss, wird der wohl einiges zu erklären haben.

Zugegeben, das Verhältnis zwischen Korea und Japan ist historisch sehr stark belastet, nicht zuletzt aufgrund Japans kolonialer Vergangenheit dort. Auch das es bei Gebietsstreitigkeiten neben der Symbolkraft auch um wirtschaftliche Interessen geht, in diesem Falle Fischereirechte, ist anerkannt. Dennoch ist dieses Verhalten wie Kinder im Sandkasten auf politischer Ebene nicht ganz so ungefährlich wie es zuerst scheint, spätestens dann nicht, wenn das Militär ins Spiel gebracht wird, um Abschreckung zu erreichen und die Provokationen auf beiden Seiten immer mehr die Oberhand gewinnen. Das sich da nun auch noch die USA einmischen müssen, auch wenn das vielleicht gar nicht wirklich beabsichtigt war, ist mehr als unnötig. Das wird den Konflikt nur verschärfen.

Die einzig wirklich zuständige Instanz die darüber entscheiden sollte ist der Internationale Gerichtshof (IGH), welcher für solche Streitigkeiten zuständig ist. Das Südkorea sich bisher verweigert hat den Fall dort klären zu lassen ist da sicherlich kein guter Weg. Aber es bleibt ja noch Zeit für beide Seiten sich zu besinnen.


Hintergrundartikel:

Geschrieben in Political Theories | Tags: , , , , , , , , ,
Keine Kommentare »

« Frühere Einträge