2010 – Wird es passieren?
May 2nd, 2009 von
maphry
Zugegeben, hier war es lange ruhig, was mehr private Gründe hatte, aber zu den Diskussionen und Geschehnissen der letzten Tage lassen es wohl kaum vermeiden das man dazu Stellung nimmt. Im vorhinein zum ersten Mai meldeten sich die ersten ernstzunehmenden Zauderer zu Wort, die davor warnten das die Möglichkeiten Sozialer Unruhen auch in Deutschland nicht auszuschliessen seien, denn im Zuge der Finanzkrise würden sich die sozialen Spannungen noch verschärfen. Die Warnungen kamen selbstverständlich aus dem linken politischen Spektrum und einen Vorgeschmack habe man ja schon zum NATO-Gipfel in Strassbourg bekommen, wo die Randale heftiger ausfielen als befürchtet. Das dieses von vielen Seiten als Schlechtrederei und Panikmache dargestellt.
Tatsächlich haben wir allerdings in diesem Jahr Bundestagswahlen, und somit sind die derzeit regierenden Parteien gar nicht daran interessiert, das ihr Verhalten in der Finanzkrise eventuell so viel Kritik einfahren könnte, das es zu einer kleinen Revolution ausreichen könnte. Somit wird unzureichend reflektiert, was letztendlich in eine Unterschätzung der Situation Münden kann. Ähnliches Beispiel haben wir am gestrigen Abend in Berlin gesehen, wo man Panikmache denjenigen vorwarf, die vor einer grossen Eskalation der dortigen Ersten Mai Demonstrationen warnten. Die Konsequenzen waren verheerend, denn tatsächlich wurden dadurch viele Sicherheitskräfte in grosse Gefahr gebracht. Man sollte also Vorsichtig sein, was man verharmlost und was nicht. Nein, ich gehe nicht davon aus, dass wir in Deutschland eine Revolution bekommen, und schon gar keine blutige. Die Unruhen werden allerdings zunehmen, aber da dieses bisher selten zu wirklichen Ergebnissen in diesem Land geführt hat, darf man wohl davon ausgehen, das auch dieses verebben wird, obwohl das Potential enorm ist.
Begründen kann man das in vielerlei Hinsicht, aber letztendlich sind es Zukunftsvorhersagen und denen sollte man aus Prinzip eine gewisse Skepsis entgegenbringen. Man kann davon ausgehen, das bis in einem Jahr die Inflation zwischenzeitlich stark ansteigen wird, Grössenordnungen von 10% sind da nicht unrealistisch. Der Grund liegt darin, dass die Staatsschulden durch teils sinnlose Bestandteile in den Konjunkturpaketen enorm explodiert sind, und Inflation ein eleganter Weg ist dieses Abzufedern. Zwar ist das sehr unbeliebt bei der Bevölkerung, aber welche Regierung auch immer ab September gewählt sein wird, hat 4 Jahre Zeit dieses wieder vergessen zu machen. Die Defizitkriterien für den Euro wird man eh brechen, dann kann mans auch gleich richtig tun, und Deutschland wird nicht das einzige Land der EU sein, was diesen Weg gehen muss. Auch die USA werden das in Kauf nehmen, da dort das Staatsschuldenproblem noch viel grösser ist. Wie viel Potential das haben wird, um Revolutionen auszulösen ist von Land zu Land unterschiedlich. In Island hat es schon auf diesem Wege einen Regierungsumsturz gegeben, und weitere werden mit Sicherheit folgen, und nicht alle werden nur kleine Staaten betreffen, sondern auch Global Player. Ob das ein Flächenbrand werden wird… nun, irgendwo sollte man mit den Spekulationen auch aufhören.
In diesem Zusammenhang erwähne ich immer gerne eine kleine Theorie meinerseits von vor ein paar Jahren, wo ich noch der Hoffnung war, die Welt einfach erklären zu können. Aus heutiger Sicht würde ich das sicher nicht mehr so verfassen, aber dennoch ist es in diesem Kontext eine nette Sache. Ich zitiere hier einmal einen Text der nun fast vier Jahre alt ist, die Idee dahinter ist allerdings um einiges älter:
2010 – Wird es passieren?
Eine immer wieder interessante Sache ist es zu versuche die Zukunft in irgendeiner Form vorherzusagen. Seien es Prognosen in der Wirtschaft, Lebensplanungen oder Weissagungen, von vielen werden sie als Scharlatanerie verspottet, und somit nicht weiter berücksichtigt bzw. ernstgenommen. Dennoch sind so Sätze wie „Geschichte wiederholt sich“ oder „aus der Vergangeheit lernen heisst sich für die zukunft wappnen“ im alltäglichen Gebrauch, und haben einen gewissen Stellenwert. Also warum nicht wirklich mal eine Prognose wagen für die Zukunft?
Nun, mehr aus Spass als aus Ernst habe ich dieses in einem Falle gemacht, und diese kleine nette Theorie möchte ich an dieser Stelle gerne vorstellen, und die zusammenhänge deutlich machen. Nur bitte ich ausdrücklich darum, nicht alles auf die Goldwaage zu legen. Es ist nur eine Theorie, die sehr wahrscheinlich falsch ist, aber vielleicht auch den ein oder anderen wahren Punkt enthält, und somit doch zumindest mal aufgeschrieben gehört. Geplant war das ganze eigentlich als Roman/Novelle/Kurzgeschichte, wozu es aber nie wirklich gekommen, obwohl der Stoff wahrscheinlich ausreichend währe. Es geht im Kern um eine Vorhersage:
„Im Jahre 2010 (oder um dieses herum) wird es weltweit ungewöhnlich starke Umwälzungen geben (Revolution), welche das Weltbild der Menschen nachhaltig verändern wird.“Sicher, jeder wird jetzt sagen: das ist wie ein Horoskop, das kann ja alles sein! Richtig, es kann, und deshalb werd ich in diesem Falle auch noch etwas konkreter werden müssen, was damit gemeint ist, aber zuersteinmal warum ich darauf gekommen bin.
Nun, grundsätzlich beruht es auf der Annahme, das sich Geschichte in Zyklen abspielt, sich also irgendwie wiederholt bzw. ähnliche Strukturen mehr oder weniger regelmäßig in der Geschichte wiederfinden lassen. Als große Gesellschaftliche Umwälzung in der Moderne fallen viele schnell die jahre 1968/69 ein, welche besonders in Amerika und Europa zu nachhaltigen Veränderungen betreffs Moralvorstellungen und Zusammenleben geführt hat. Davon ausgehend betrachtet man eine weitere tiefgreifende Veränderung im letzten Jahrhundert, und das sei der Zusammenbruch des „Sozialismus“ im östlichen Europa. Diesen festzumachen an Daten ist schwer, aber wir nehmen den Beginn, also dort wo es eine Revolution der Straße war, als, besonders da ich nuneinmal aus Duetschland komme, das Jahr 1989. Zwischen diesen beiden Daten liegen ca. 21 Jahre, was so grob über den Daumen gepeilt auch in etwa eine Generation ausmacht. Wer jetzt fix im rechnen ist, wird nun erkennen, warum 2010 das Jahr meiner Wahl ist, weil es diesem 21 Jahren-Rhythmus entsprechen würde. Aber das wäre ja jetzt recht einfach, mit zwei beliebigen Daten einfach ein drittes zu basteln und darin eine irreale vorhersage zu machen Also schauen wir zurück, was war im Jahre 1947 los? Nunja, es gab wohl tiefgreifende veränderungen von da an, schliesslich beruht die politische Weltordnung die derzeit existiert mehr oder weniger aus diesem zeitraum, aber es waren nicht unbedingt Gesellschaftliche Umwälzungen, die dort weltweit eingetreten sind, was aber nach einem Weltkrieg nicht wirklich verwunderlichen mag, denn es stört doch im allgemienen die Geselslchaftliche Entwicklung sehr stark, und somit ist diese chache ausprägung recht leicht erklärbar. Weiter zurück kommen wir in das Jahr 1926… nur hier möchte ich eine Korrektur einfügen was diese Theorie des festen Zyklusses beinhaltet. Immer wieder wird festgestellt, das sich die Zeit zu beschleunigen scheint. Der Mensch entwickelt sich schneller und so die mit ihm entwickelten Technologien und wie ich annehme auch sein Gesellchaftliches System. Also gehen wir davon aus, das dieser Zeitliche Maßstab kleiner wird, also nicht 21 Jahre beträgt, sondern vielleicht 22, und gehen wir von der magischen 2010 aus. Rechnen wir also grob von 1989 zurück… 1967, dort kann man sicherlich schon die Anfänge der „Revolution“ ansiedeln. 1945, ende des zweiten Weltkrieges, was auch passt. 1922/23, das wirtschaftswunder der besonderen Art, welches die wilden 20er begründet und erst mit dem Kollaps des Wirtschaftssystems in 1928 in sich zusammenfiel. Auch dieses mag eine passende Ansiedlung für unsere gestellten bedingungen an einen Zyklusumlauf sein. Einen letzten Schritt wollen wir noch machen, und kommen somit in das jahr 1900, wo im allgemienen die Wechselstimmung des Jahrhundertwechsels deutlich zu spüren gewesen seien sollte.
Also nehmen wir einmal an, es würde der leicht variierende Zykluszeitraum stimmen, und wir kämen wirklich im Jahre 2010 zu diesen umwälzungen. Wo müssten diese beginnen? Nun, da Amerika wohl Hauptverursacher der umwälzungen in den 70ern war, und Europa in den 90ern, wäre nun wohl entweder Asien oder Afrika an der Reihe. Vom Potential her hat eigentlich nur Asien diese möglichkeit, weil es weitesgehend auch noch einfluss auf den westlichen Kulturkreis hat, Afrika scheint dafür zu schwach.
Doch wie gesagt, das ales wäre halt nur eine Theorie, o sie Praxis werden kann? Ja vielleicht, wenn das Umfeld stimmt.Soziale Vorraussetzungen müssten erfüllt sein, Grundsätzlicher Sinneswandel eines Teils der Gesellschaft (zum Beisiel der Jugend), ein Auslöser (oder am besten mehrere) müssten die Sache begünstigen, Fehler der Politik, die Anzeichen übersehen und Eskalation verpassen zu vermeiden… all dieses und vieles mehr wäre Grundvorraussetzung dafür, das soetwas passieren könnte, eine Umwälzung, die die Verhältnisse für die Nachwelt komplett von unten heraus verädert, oder es passiert halt nix, auch gut, aber einige Anzeichen für Grundvorrasusetzungen sind gerade für diesen zeitraum international schon zu erkennen, und das mag die Aussichten vergrößern.
P.S.: Diese Theorie stammt aus den Jahren 2001-2003, und wurde hiermit zum erstenmal öffentlich verfasst.
maphry
06.03.2005
Zugegeben, aus heutiger Sicht ist die Zyklentheorie (es ist nichtmal eine Theorie im wissenschaftlichen Sinne) ziemlicher Quatsch, was vor allem daran zu sehen ist, das es häufig missbraucht wird, um jedwede Erklärung zu liefern für Dinge, die man sonst lieber gar nciht erklären will. Es beinhaltet, das etwas vorherbestimmt ist, unabänderlich, und dass verstösst aus heutiger Sicht vollkommen gegen mein Weltbild. Das Problem dabei ist nur, das andere Vorhersagen zu diesem Thema auch nicht seriöser sind. Gesellschaftliche Umwälzungen sind nicht vorherzusagen, jeder der das suggeriert, verhält sich höchst kritisch. Denn es braucht keine Protestgeneration um Revolutionen auszulösen, der alltägliche Ablauf und die Entwicklungen sind dafür massgeblich verantwortlich. Das die Finanzkrise dazu ein gewisses Potential bietet ist allein daran begründet, dass dabei nicht alle Menschen gewinnen werden, oder es bereits schon nciht tun, sondern im Gegenteil grosse Verluste erlitten haben. Daraus Massendynamiken ableiten zu wollen ist bei den Haaren herbeigezogen, und dient ausschliesslich politischen Zwecken der Profilierung.
Man sollte nicht alles Glauben, was einem erzählt und geschrieben wird, aber man sollte vielleicht doch manchmal etwas mehr darüber nachdenken als es kategorisch abzulehnen.
Geschrieben in Political Theories | Tags: 2010, Demonstrationen, Deutschland, Euro, Europa, Finanzkrise, NATO, Revolution, Theorie
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