Wie gefährdet ist der Dollar?

January 11th, 2009 von maphry

In den letzten Tagen gab es wie immer die reichlichen Rückblicke aufs vergangene Jahr und auch die Prognosen überschlugen sich immer wieder gern mit Horror- und Schockmeldungen. Das neue Jahr werden ein Alptraum, und das sehe man vor allem an der Wirtschaft, dort wo die Finanzkrise der letzten eineinhalb Jahre nun richtig durchschlagen werde. Immer wieder tauchte dabei auch die mögliche Achillesferse einer zukünftigen Weltwirtschaftsentwicklung auf, ein schwacher Dollar.

Der Dollar war im laufe des ersten halben Jahres im Jahr 2008 reichlich abgestürzt und das nicht ohne Grund. Das enorm hohe Aussenhandelsdefizit, der Schuldenberg und die niedrigen Zinsen der USA haben dazu beigetragen, dass die einstig unangefochtene Weltwährung nun immer mehr unter Druck gerät. Sie hat Konkurrenz bekommen, denn neben dem japanischen Yen und den alten europäischen Währungen Sterling und Franken, hat sich mittlerweile ein weiterer Stern gen Himmel erhoben: Der Euro. Von vielen zu Beginn noch belächelt, hat er sich mittlerweile als echte Alternative gemausert und sich dabei überraschend stabil erwiesen. Bis dann die Finanzkrise begann kritisch zu werden, und siehe da, der Dollar schien zurückzukehren. Er schaffte sich wieder gegenüber vielen Währungen der Welt aufzuwerten, und viele verlockten schon mit einem Comeback dank der Krise. Die Frage die dabei jedoch bleibt ist, ist dieses von Dauer?

Das mag bezweifelt werden, und ich bin da sicher nicht der einzige der da berechtigte Kritik anmeldet (siehe auch Verlorene Generation). Die Gründe für das Wiedererstarken sind wohl eher darin zu suchen, das die Finanzmarktakteure derzeit nach Sicherheit suchen, und da sind Gold und Dollar natürlich ganz vorne mit dabei. Allerdings darf man doch bezweifeln, dass dieses auf dauer anhalten mag, denn auch diese Finanzkrise geht zu ende, und die USA werden kaum weniger Schulden aufweisen können, nachdem sie die vielen grossen Rettungspakete aufgelegt haben. Sie müssten in einen radikalen Sparkurs übergehen, aber selbst ein Barack Obama kann dieses wohl kaum umsetzen, wenn er denn in 4 Jahren eine zweite Amtszeit anstrebt. So droht dieser Wiederaufschwung als Strohfeuer zu verpuffen, und der dann drohende Absturz wäre nicht nur für die USA fatal.

Denn der wichtigste Wirtschaftsakteur würde in seinem trudeln nicht alleine da stehen, sondern viele andere Staaten mitreissen. All diejenigen, die in ihren Währungsreserven auf Dollar gesetzt hätten, würden unter Druck geraten, und es entstünde eine Spirale der Dollarabwertungen, wogegen die derzeitige Wirtschaftskrise ein kleiner Fisch wäre. Sicher, an der Wirtschaftspolitik der USA muss sich einiges ändern, um diese Gefahr eines Dollar-Craches zu minimieren, aber dazu müsste der Politik, allen voran nun Barack Obama ersteinmal den Mut aufbringen. Reduzierung der Schulden, Korrektur des Aussenhandelsdefizites und das Risiko seine Wirtschagft endgültig gegen die Wand zu fahren indem man die Zinsen erhöht eingehen. Das ist allerdings mit nichten zu erwarten. Und so bleibt die Gerahr zumindest real. Die Frage ist, wann es soweit wäre, und da sollte man doch einigen Berufspessimisten den Wind aus den Segeln nehmen. Die USA werden sicher schneller wie der Rest der Welt aus der Wirtschaftskrise kommen, und somit sich erst einmal wieder Luft verschaffen können, wie lange das aber dann anhält ist schwer zu sagen und ob man bis dahin die Kehrtwende geschafft hat, bzw. genug Staaten bereit sind sich am heissen Eisen der Dollarspekulation zu beteiligen bleibt abzuwarten.

Viel hängt auch von der Europäischen gemeinschaftswährung Euro ab, wie diese sich entwickeln kann ist immer mit vielen Fragezeichen verbunden. Grund ist das Ungleichgewicht der Wirtschaftsentwicklungen der einzelnen Länder und die Heterogenität der Wirschaftspolitiken der Einzelstaaten. Aber schlussendlich hat der Euro einen entscheidnen Vorteil gegenüber dem Dollar: Jeder Beitritt eines neuen Mitgliedes ist ein Vertrauensbeweis eines Staates, und sollten tatsächlich eines Tages die grossen Aussenseiter der derzeitigen Währungsunion Grossbritannien, Schweden und Dänemark sich bereiterklären mit Einzusteigen, dann, ja auch nur dann bestände auf lange Sicht die Möglichkeit, das der Euro dem Dollar wirklich ebenbürtig in seinem Stellenwert seien, oder ihn gar überholen können wird. Da spricht allerdings derzeit nichts für, trotz der grossen Probleme des britischen Pfundes derzeit zum Beispiel. Somit bleibt auch hier vieles im argen, und so wäre eine Spekulation darauf, ob der Euro zum Dollar bis zum Ende diesen jahres steigen oder fallen wird eine pure Spekulation. Meiner Meinung wird er leicht zunehmen, aber zum Crash des Dollars wird es 2009 denke ich einmal nicht kommen. Aber die Zukunft hält ja immer wieder Überraschungen bereit, und mal schauen was dieses Jahr in dieser Hinsicht bringt.

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    Rückblick aufs Jahr 2008

    December 31st, 2008 von maphry

    Das Jahr 2008 neigt sich am heutigen Tage dem Ende, und so will ich noch einmal ein wenig zurückschauen auf das selbige. So will ich in ein paar Kategorien die Sieger küren, welche wohl am heftigsten die Politische Entwicklung in diesem Jahr geprägt haben und sich so, mehr oder wneiger verdient gemacht haben.

    Gewinner des Jahres (international): Barack Obama

    Ja, zweifelsohne, Barack Obama hat die Medien dominiert, dessen Krönung am 4. November im finalen Wahlerfolg gegen John McCain stattfand. Noch zu beginn des jahres haben es ihm nur wenige zugetraut, damals stand noch der Wahlkampf gegen Hillary Clinton im Mittelpunkt. Als erster Schwarzamerikaner wird er nun am 20. Januar im kommenden Jahr als Präsident der USA vereidigt werden. Die Hoffnungen sind gross, zumal er ein weitesgehend demokratisch Nominiertes Haus hinter sich weiss. In Erinnerung wird der Wahlkampf dieses Jahr bleiben, welcher neue Massstäbe gesetzt hat, und wohl vielfach kopiert werden wird in der nächsten Zeit.

    Verlierer des Jahres (international): Christoph Blocher

    Abgewählt wurde er schon das Jahr zuvor, aber seine viel beschworene Rache verkam zur Luftnummer. Von einer starken Opposition seiner SVP war nichts zu sehen, und so gab man sich kleinlaut wieder in die Riege des Bundesrats zurück, wo man es schwer hatte den Ersatzkandidat für Blocher überhaupt durch zu bekommen. Dennoch liess man es sich nicht nehmen Blocher noch einmal aufzustellen, aber als Drohfigur eignete auch er sich nicht wirklich. Die Zukunft wird zeigen, ob sich die SVP endlich von ihrem Patriachen emanzipieren kann, aber die Bedeutung, die ihm einst zukam, ist endgültig dahin. Er hat die Schweizer Politik revolutioniert, aber ist nun das Opfer seiner eigenen Revolutionen geworden.

    Gewinner des Jahres (national): Roland Koch

    Wer hätte ihm dieses Durchhaltevermögen zugetraut. Zu beginn des Jahres musste er grosse Verluste  bei den Landtagswahlen in Hessen in Kauf nehmen, um sich dann jedoch als geschäftsführender Ministerpräsident zu halten. Beim Versuch ihn von diesem Posten durch die SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti zu ersetzen, zerbrach die Mitte-Links Mehrheit im Hessischen Parlament. Somit stehen nun Neuwahlen an, und dort scheint Roland Koch wieder die Möglichkeit zu haben, zum regulären Ministerpräsidenten aufzusteigen.

    Verlierer des Jahres (national): CSU

    Der Nimbus der Unbesiegbarkeit ist dahin. Erst ging es bei den Kommunalwahlen bergab, bevor es zum grossen Knall bei den Landtagswahlen kam. Nicht nur wurde die absolute Mehrheit verloren, auch das Doppel Huber und Beckstein war nicht mehr zu halten und aus dem fernen Berlin musste der Verbraucherschutzminister Horst Seehofer, welcher doch so unbeliebt gewesen sei, als Retter zurückberufen werden. Die nächste bewährungsprobe wird es bei den Europawahlen im Sommer geben, aber bis dahin wird es noch viel zu tun geben für die einst unanfechtbare Macht im Freistaat.

    Comeback des Jahres: Gordon Brown

    Im Sommer sah er aus als sei er nur noch ein Premier auf Abruf. Niemand wollte sich mehr mit ihm Blicken lassen, selbst Barack Obama bevorzugte es, ihn nur zu privaten Gespräch im Hinterhof zu sprechen. Mit der 10p-Kriese ging es dann richtig abwärts, Wahlen wurde in Massen verloren, und auf dem Parteitag von Labour im September schien es seine letzte Chance zu sein. Aber dann kam die Krise, aus der zögerlichen Defensivtaktik, ging er voll auf Angriff über und zum Ende des Jahres hin, stand er wieder ganz vorn. Eine Achterbahnfahrt sonder gleichen, welche wohl ihm nun doch noch Chancen einräumen werden die nächste Wahl eventuell sogar vor seinem ärgsten Konkurrenten, dem Conservetives-Chef David Cameron, abzuschneiden. Aber bis dahin ist noch weit hin, und solange wird er sich an der Spitze der Europäischen Krisenpolizei sonnen können.

    Kämpfer für die Menschenrechte des Jahres: Europäischer Gerichtshof

    Es war eine Entscheidung im September, welche grosses Aufsehen erregte, als der Europäische Gerichtshof durchsetzte, das eine gegen jede Vernunft organisierte Blacklistregelung der UNO erst einmal wieder auf den Prüfstand musste und klarstellte, das nicht alles, was anderswo beschlossen wird, blindlinks umgesetzt werden müsse, wenn dabei Menschenrechte missachtet werden. Es ist beachtenswert, das der Gerichtshof so deutlich Stellung bezogen hat, gegen den ausdrücklichen willen der EU, und hat damit diese Kategorie klar für sich entschieden.

    Kämpfer gegen die Menschenrechte des Jahres: Wolfgang Schäuble

    Zu den Menschenrechten gehört auch das Recht auf Freiheit, und das schränkt der deutsche Innenminister mit vorliebe, im Namen der Terrorbekämpfung ein. Sei es Vorratsdatenspeicherung oder Bundestrojaner, er ist immer vorne dabei, wenn es darum geht, Menschen zu Überwachen, und sollte ihm mal ein Gesetz im Wege stehen, so kommt er gern auch mal auf die Idee doch die Verfassung ändern zu wollen, anstatt, wie es seine Aufgabe ist, diese zu respektieren und zu beschützen. Er hat sich mit seinem Verhalten mehr als disqualifiziert wenn es darum geht, Deutschland als respektierte Persönlichkeit zu vertreten und ist mitverantwortlich dafür, das man derzeit anstatt den Terror zu bekämpfen, sich diesem ganz leise ergibt.

     

    So, das soll es für dieses Jahr gewesen sein. Es hat neben einer alles dominierenden Finanzkrise auch reichlich Spannung mit dem US-Wahlkampf beschert, und wird so seinen Platz in der Geschichte gebührend einnehmen können. Ich wünsche allen Mitlesern ein gesegnetes Jahr 2009 und viel Erfolg beim erreichen ihrer Ziele. Das neue Jahr wird uns reichlich Wahlen bescheren, sei es auf Europa-, Bundes- oder Landesebene, so das auch hier wieder für reichlich Spannung gesorgt seien wird. Und wie immer sind es die Überraschungen, die das Leben so interessant machen, also auf ein neues in Zweitausendundneun.

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    Israels Krieg im Gazastreifen

    December 29th, 2008 von maphry

    Israel und die Palestinenser, eine wohl endlose Story, welche in diesen tagen wieder einmal einen Höhepunkt erreicht hat. Denn nachdem die Hamas, welche seit einigen Tagen die Waffenruhe im Gazastreifen aufgekündigt hat, wieder regelmässig Israelische Grenzstädte bombardiert, wird nun Gnadenlos zurückgeschlagen, offenbar nicht wirklich mit viel Rücksicht auf Verlusten. So ganz nebenbei geht nun wieder einmal die Schuldzuweisung los, wer denn nun diese erneute Eskalation ausgelöst habe und deren Ausmasse zu verantworten habe, und wie jedes mal gibt es wieder die zwei Lager, der Westen um Israel auf der einen, die Arabische Welt mit den Palestinensern auf der anderen Seite.

    Dabei lässt sich hier recht schnell Schlussfolgern, das beide Seiten hier die Schuld trifft, die einen direkt, die anderen indirekt. Als die Hamas im letzten Jahr die Macht im Gazastreifen an sich riss und die Fatah vertrieb, gab sich Israel nicht wirklich kompromissbereit. Blockade und Sanktionen waren die Mittel der Wahl, was dem kleinen Küstenstreifen enorm zusetzten. Das diese Mittel ohne eine Perspektive kaum erfolgreich sind, hat sich schon zu oft gezeigt, denn es wird das Regime meist nur noch zusätzlich gestärkt, und so auch hier.

    Aber warum kam es gerade jetzt zum Ausbruch des ganzen? Nun, da gibt es sicherlich viele Gründe, und die meisten sind in der Israelischen Innenpolitik zu finden. Wie schwer es für Israel ist, seine eigenen Siedler im Zaun zu halten, haben die Übergriffe vor ein paar Wochen in Hebron gezeigt, und auch wird es immer wieder deutlich, wie viel Angst die vergangenen Regierungen jeweils haben, wenn es bei den zugesagten Einschränkungen beim Siedlungsbau oder gar abriss geht. So haben die Rechtsgerichteten Politiker in Israel, allen voran Benjamin Netanjahu es nicht schwer sich ihre Machtbasis zu sichern, und nachdem Zipi Liwni damit gescheitert war, eine neue Regierung zu bilden, gilt dieser als haushoher Favorit für die Wahlen Mitte Februar. Das weiss auch der amtierende Ministerpräsident Ehud Olmert, der in einem Land, wo da Militär eine so hervorgehobene Stellung geniesst eine eher schlechte Bilanz hat. Vor allem der vollkommen Missglückte Libanonfeldkrieg wiegt schwer, und somit auf seiner Partei. So heisst es nun Profil zeigen, und wie kann man dieses besser tun, als mit einem Krieg gegen den derzeit wichtigsten Feind im eigenen Land: Die Hamas.

    Das wusste sie selbst verständlich auch, und so hat sie die Provokation mit dem gekündigten Waffenstillstand und der Wiederaufnahme der Raketenbeschüsse des Gaza-Grenz-Gebietes gezielt einsetzen können. Dafür, das Israel dann so heftig reagiert gibt es aber noch einen ganz anderen Grund, der auf der anderen Seite des Teiches liegt. Es geht um den neuen Präsidenten der USA, Barack Obama, der vor vollendete Tatsachen gestellt werden soll. Denn seine haltung zur Nah-Ost-Krise ist in seienr vollen Tragweite noch unbekannt, und nachdem vor ein paar Monaten die Gerüchte auftauchten, Ehud Olmert hätte mal vorsichtig angefragt bei Bush, wie er denn zu einem Militärschlag stünde, was dieser klar abgelehnt hatte, heisst es nun sicher gehen, das der wichtigste Partner nicht abhanden kommt. Denn ohne den Schutz der USA wäre Israel den Sicherheitsratssanktionen schutzlos ausgeliefert, und das wäre für das Land fatal.

    Was davon nun letztendlich den Ausschlag gegeben hat, nun Nägel mit Köpfen zu machen ist fraglich, aber abzuwarten bleibt, wie weit sie gehen werden. Werden sie mit Bodentruppen Intervenieren und versuchen die Hamas wirklich zu stürzen? Das können sie sich eigentlich nicht leisten, da das Machtvakuum kaum wieder schnell zu füllen wäre bei der schwäche von Fatah. Und an eine wieder in Besitznahme ist auch nicht zu denken, da würden die wichtigsten Partner nicht mitspielen. Das Schauspiel wird wohl spätestens kurz nach der Wahl zu Ende sein, aber eine Niederlage kann sich Israel nicht leisten, einen Gesichtsverlust ebenso wenig. Profitieren wird alleinig die Hamas, die es geschafft hat mit wenig Provokationen (im vergleich zu den letzten Jahren), einen Krieg vom Zaun zu brechen, den Israel fast nur politisch verlieren kann. Die Frage bleibt, ob genug der Führungsriege überleben wird, um diesen Vorteil auch ausnutzen zu können und Israel weiter als harmlosen Papiertiger dastehen lassen kann, vielleicht gewürzt mit einer neuen Intifada. Die einzige Macht, die das ganze schnell beenden könnte, wäre eine starke UN, welche diesesmal mehr als deutlich Einschreitet. Sowohl was die Raketenangriffe angeht, als auch dieses drastische Eingreifen von Israel bedarf harter Reaktionen, denn sonst haben wir nach Libanon und Gaza bald einen dritten Krieg, und das Westjordanland wäre ein viel gefährlicheres Pulverfass, welches die Region in Arge Bedrängnis bringen könnte.

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    Der Terror von Mumbai

    November 27th, 2008 von maphry

    Die Medienberichte überschlagen sich derzeit immer noch, aber die Quintessenz der gestrigen Anschläge, deren Nachwehen auch noch heute spürbar sind wird eindeutig sein: Der Terror hat die Schlagzeilen zurückerobert. Am gestrigen Mittwoch waren im westindischen Mumbai zahlreiche Anschläge, zeitgleich an unterschiedlichen Orten innerhalb der Stadt verübt worden, und im Anschluss wurden bei einigen Aktionen zahlreiche Geiseln genommen. Dabei gab es immer wieder die Augenzeugenberichte, das konkret britische und amerikanische Staatsbürger herausgesucht wurden, um hochwertige Geiseln zu haben. Aktuell scheinen immer noch nicht alle Geiselnahmen beendet worden zu sein, bzw. die indischen Antiterrorkräfte haben bisher keine Entwarnung gegeben.

    Anschläge in Indien, auch von den Dimensionen der Opfer wie hier, sind nichts ungewöhnliches in Indien der letzten Jahre. Erst im September waren in Neu Delhi 30 Todesopfer und zahlreiche Verletzte zu beklagen gewesen, als es dort zu synchronisierten Bombenanschlägen kam, und im Mumbai selber gab es seit mindestens 15 Jahren immer wieder tödlich verlaufende Terrorakte. Begründungen und Schuldige wird man wie bei den letzten Anschlägen auch schnell wieder im islamistischen Spektrum ausmachen, und auch die Anschuldigungen an Pakistan, welche nicht entschlossen genug gegen die Terroristen im eigenen Land vorzugehen scheinen werden dabei nicht lange auf sich warten lassen. Dennoch sind diese Anschläge etwas besonderes.

    Denn die Art wie es geplant und durchgeführt wurde verlangt ein enormes Mass an Planung und Organisationsvermögen. Von der Ausstattung der Täter, bis zur Umsetzung an den entsprechenden Zielen erschüttert doch die Professionalität des offenbar als Selbstmordanschlag konzipierten Angriffs. Auf der anderen Seite stehen diese Anschläge unter enormer Beobachtung der Web 2.0-Medien, so dass es offenbar schon Bitten der indischen Regierung gab, das diese Informationen nicht allzu detailliert über das Vorgehen der indischen Spezialkräfte berichten. Somit ist es den Attentätern gelungen einen Anschlag über mehr als einen Tag akut zu halten, und diesen als einen der bestdokumentierten der Geschichte wirklich Eindruck erwecken zu lassen. Die internationalen Dimensionen werden wohl erst in naher Zukunft deutlich werden. Sicher waren alle Regierungen der Welt darin bemüht, so schnell wie möglich die Anschläge zu verurteilen, und besonders das so gezielt westliche Ausländer betroffen waren, wird Indien reichlich Probleme machen in ihrer Aussendarstellung als stabile Wirtschaftsnation. Aber entscheidend wird wohl die Rolle Pakistans sein, welche unter ihrem neuen Präsidenten Asif Ali Zardari, der schon zu Beginn seiner Amtszeit mit Anschlägen durch islamische Kräfte seines Landes bedacht wurde, weiterhin grosse Probleme hat wenn es um die Terrorismusbekämpfung geht. Zwar sind neue Spannungen mit Indien eher unwahrscheinlich, besonders wird es nicht zu einem neuen Krieg der beiden Atommächte führen, dennoch wird der Druck weiter wachsen, das diese Probleme endlich gelöst werden. Denn einen weiteren Dauerbrenner, wie den Nahen Osten, kann keiner der beteiligten Akteure wirklich wollen, und vor allem die USA wollen wegen des Krieges im nahegelegenen Afghanistan mehr Ruhe in der Region. Das wissen die Islamisten gezielt zu unterlaufen, und so wird es auch weiterhin zu so schweren Anschlägen in Indien und Pakistan kommen.

    Vielleicht kommen wir dann tatsächlich einmal zu einem Punkt, der aus dem neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama den Falken heraus kitzelt, und das real wird, was er schon immer als letzte Möglichkeit offen hielt: Ein Waffengang in Pakistan.

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    US-Wahl: Analyse

    November 9th, 2008 von maphry

    DIe Wahl am Dienstag war nur bedingt spannend, und dennoch hat es sehr viele Menschen beschäftigt. In den USA gab es eine Wahlbeteiligung, wie sie schon lange nicht gesehen wurde, wobei man allerdings bemerken muss, das noch nicht wirklich feststeht, wie hoch sie nun wirklich ist, da immer noch nicht alle Stimmzettel ausgezählt wurden. Im weiteren möchte ich nun einmal mir etwas die Ergebnisse genauer ansehen und sie mit meiner Prognose aus der letzten Woche abgleichen.

    Präsidentschaftswahl

    Nun, das war der Eye-Catcher Nummer 1, der auch international beachtet wurde. Das Ergebnis ist deutlich, die Demokraten, mit ihrem Kandidaten Barack Obama und dessen Running Mate Joe Biden, haben einen nach Wahlmännerstimmen gigantischen Sieg gefeiert. Nach Wählerstimmen sieht er nicht ganz so grossartig aus, denn eine Wahl mit 53%:47% ist nicht ganz so grossartig, wie eine Wahl mit 365:173. Wenn man nun in die Einzelstaaten blickt, so gab es sehr lange keine wirklichen Überraschungen. Allein in drei Staaten habe ich mich wohl im vorhinein vertippt: Indiana, North Carolina und Florida. Indiana war wirklich eine kleine Überraschung, und dementsprechend aus dem Demokratenlager gross gefeiert worden. Am Tage der Wahl hatte Obama aufgerufen dazu, das er diesen Staat gewinnen will und wird, und siehe da, ein paar Stunden später gelang es ihm tatsächlich. North Carolina wiederrum war einer der Staaten, die man ebenfalls für McCain getippt hatte, aber wo ich letzte Woche ein kleines Fragezeichen bei den Drittkandidaten gesetzt hatte, und tatsächlich: zwichen Obama und McCain liegen etwa 14000 Stimmen, und Bob Barr hat etwas über 25000 Stimmen erhalten. Wären also die normalerweise für McCain gehenden Barr-Stimmen tatsächlich an diesen gegangen, hätte er dort gewonnen. Aber alles hätte, wäre und wenn hilft hier nicht, Obama gelang dieser Sieg, auch wenns zwei Tage brauchte, bis man es verkünden konnte. Zum Schluss kam dann noch Florida, der grosse unbekannte dieser Wahl, und man war etwas überrascht, als es Obama wirklich gelang diesen sich zu sichern. Viele Umfrageinstitute hatten das auch vorhergesagt, aber man hatte dennoch vermutet, das es McCain knapp gelingen könnt diesen Schicksalsstaat der Demokraten sich einzuverleiben.

    Alles in Allem also sind die Siege gut vorhergesagt worden, allerdings gab es einige Unkenrufe was die Prozente der Gewinne angeht denn nicht immer lagen alle Umfrageinstitute auf einer Linie. Allerdings muss man dort zur Ehrenrettung sagen, dass di  unterschiedlichen Zeitzonen und teils klaren Ergebnisse in einigen Staaten schnell mal grössere Auswirkungen haben können.

    Senatswahl

    Bis auf die Rennen in Alaska (zu knapp offenbar), Minnesota (dort gibts eine Neuauszählung der Stimmen) und Georgia (Stichwahl, da wohl niemand über 50%) sind die Ergebnisse hier auch mittlerweile komplett. Derzeit steht es hier 57:40, und es wird für unwahrscheinlich gehalten, das die Demokraten die 3 letzten Sitze vollständig für sich beanspruchen können. Somit scheint die Vorhersage, da die “filibuster-prof-majority” verfehlt wird offenbar zuzutreffen. Das meiste Aufsehen hat die Niederlage der Senatorin Dole in North Carolina gebracht, welche im vorhinein richtig vorhergesagt wurde. Den grossen Fauxpas habe ich mir in West Virginia geleistet, wo ich Rockefeller als nicht sicher bezeichnet habe und sogar (offenbar war es damals ein Schreibfehler) sogar den Republikaner vorne gesehen hatte. Da die Dems dort nun fast 2/3 der Stimmen geholt haben, hab ich mich damit ziemlich in die Nesseln gesetzt. Der Rest der rennen war weitesgehend Ok, die Fragezeichen bleben nun noch hinter den offenen Rennen, die in der nächsten zeit entschieden werden müssen.

    Repräsentantenhaus

    Hier habe ich wohl den Schwung herüber zu den Demokraten leicht überschätzt. Es ist noch nicht alles ausgezählt, aber es sieht danach aus, als das die Demokraten nur 258-259 Sitze erhalten und nicht 261, wie ich letzte Woche Vorhergesagt hatte. Aber auch hier gilt es, dass kleine Verschiedungen immer möglich sind, das wichtige aber das Gesamtergebnis ist, und das war klar Demokratisch.

    ALles in allem also wurden die Ergebnisse ausreichend gut vorhergesagt. Nun beginnt ersteinmal die heikle Zeit des Übergangs, und das Regierungsteam von Obama wird aufzustellen sein. Man darf auch hier dann auf Einzelfallentscheidungen sicherlich gespannt sein.

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    Barack Obama ist der neue Präsident der USA

    November 5th, 2008 von maphry

    Nun ist es offiziell. Um 5 Uhr Mitteleuropäischer Zeit projezirte CNN, was 1,5 h vorher klar war, als Obama den Battleground-State von Ohio für sich sichern konnte. Die Ostküste brachte ihm den endgültigen Sieg, und die Feiern in Chicago und den anderen Demokratenhochburgen konnten beginnen. Von hier aus alles gute und viel Erfolg für die nächsten vier Jahre. Des weiteren viele Glückwünsche an die Demokratische Partei, die es doch aller Unpässlichkeiten geschafft hat, diese Wahl für sich zu entscheiden.

    Damit ist er der 44. Präsudent der USA und dabei der erste Schwarzamerikaner. Dieses und weitere historischen Ereignisse dieses Wahlkampfes wird es die kommenden Tage sicher noch reichlich zu hören geben, und auch ich werde mich dann weiter damit auseinandersetzen, besonders wenn auch die Kongresswahlen gelaufen sind.

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    US-Wahl: Ergebnisse

    November 5th, 2008 von maphry

    DIe Ergebnisse der Nacht (Stand: 5/11: 20 h CET):

    Electoral College – Obama 364: McCain 163


    1.10 h: Vermont (3) -> Obama

    1.25 h: Kentucky (8) -> McCain

    2.00 h: South Carolina (8) -> McCain

    2.05 h: New Jersey (15) -> Obama

    2.05 h: Illinois (21) -> Obama

    2.05 h: Oklahoma (7) -> McCain

    2.05 h: Tennessee (11) -> McCain

    2.05 h: Maryland (10) -> Obama

    2.05 h: Washington DC (3) -> Obama

    2.05 h: Connecticut (7) -> Obama

    2.05 h: Delaware (3) -> Obama

    2.30 h: Massachussets (12) -> Obama

    2.30 h: New Hampshire (4) -> Obama

    2.35 h: Maine (4) -> Obama

    2.40 h: Pennsylvania (21) -> Obama

    3.05 h: North Dakota (3) -> McCain

    3.05 h: Wyoming (3) -> McCain

    3.05 h: New York (33)-> Obama

    3.05 h: Michigan (17)-> Obama

    3.05 h: Minnesota (10) -> Obama

    3.15 h: Georgia (15) -> McCain

    3.20 h: Wisconsin (10) -> Obama

    3.30 h: Ohio (20) -> Obama

    3.50 h: New Mexico (5) -> Obama

    3.50 h Louisiana (9) -> McCain

    4.00 h Utah (5) -> McCain

    4.00 h Kansas (5) -> McCain

    4.10 h Iowa (7) -> Obama

    4.15 h Arkansas (6) -> McCain

    4.15 h Alabama (9) -> McCain

    4.15 h West Virginia (5) -> McCain

    4.25 h Texas (34) -> McCain

    4.25 h Mississippi (6) -> McCain

    4.25 h Rhode Island (4) -> Obama

    4.55 h Virginia (13) -> Obama

    5.00 h California (55) -> Obama

    __________________________________________________

    tda Alaska (3) -> McCain

    tda Arizona (10) -> McCain

    tda Colorado (9) -> Obama

    tda Florida (27) -> Obama

    tda Hawaii (4) -> Obama

    tda Idaho (4) -> McCain

    tda Indiana (11) -> Obama

    tda Mississippi (6) -> McCain

    tda Montana (3) -> McCain

    tda Nebraska (5) -> McCain

    tda Nevada (5) -> Obama

    tda Oregon (7) -> Obama

    tda South Dacota (3) -> McCain

    tda Washington (11) -> Obama

    2da North Carolina (15) -> Obama

    _______________________________________

    still to call: Missouri

    Senat – Dem 18 (37+2): Rep 14 (26)


    1.25 h: Virginia ->Warner (Dem)

    1.35 h: South Carolina ->Graham (Rep)

    2.45 h: Arkansas -> Pryor (Dem)

    2.45 h: Tennessee -> Alexander (Rep)

    2.45 h: New Jersey -> Lautenberg (Dem)

    2.50 h: Illinois -> Durbin (Dem)

    2.50 h: West Virginia -> Rockefeller (Dem)

    2.50 h: Massachussets -> Kerry (Dem)

    2.55 h: North Carolina -> Hagen (Dem)

    3.25 h: Wyoming I -> Enzi (Rep)

    3.25 h Wyoming II -> Barosso (Rep)

    3.25 h Alabama -> Sessions (Rep)

    3.25 h Oklahoma -> Inhofe (Rep)

    3.50 h Michigan -> Levin (Dem)

    3.50 h Maine -> Collins (Rep)

    3.50 h New Hampshire -> Shaheen (Dem)

    3.50 h Rhode Island -> Reed (Dem)

    3.50 h Delaware -> Biden (Dem)

    4.20 h Kansas -> Roberts (Rep)

    4.20 h Montana -> Baucus (Dem)

    4.35 h Iowa -> Harkin (Dem)

    4.45 h Nebraska -> Johanns (Rep)

    4.45 h South Dacota -> Johnsen (Dem)

    4.45 h Texas -> Cornyn (Rep)

    4.45 h Mississippi I -> Cochran (Rep)

    4.50 h New Mexico -> Udall (Dem)

    _______________________________________________

    tda Colorado -> Udall (Dem)

    tda Idaho -> Risch (Rep)

    tda Mississippi II -> Wicker (Rep)

    tda Louisiana -> Landrieu (Dem)

    tda Kentucky -> McConell (Rep)

    2da Oregon -> Merkley (Dem)

    _______________________________________

    still to Call: Alaska, Georgia & Minnesota

    Repräsentantenhaus

    Dems 253 : Reps 173

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