Flickwerk für die Imagepolitur

April 30th, 2008 von maphry

Schon lange haben sich allerlei Menschenrechtsgruppen und Intellektuellenvertretungen dafür ausgesprochen, das der Paragraph 301 des türkischen Strafgesetzbuches, welcher die Beleidigung des Türkentums in der Türkei (und ausserhalb), unter Strafe stellt abgeschafft wird. Nachdem nun der Druck so stark gewachsen war, besonders im Hinblick auf einen möglichen EU-Beitritt der Türkei, konnte sich nun die Nationalversammlung dazu durchringen, diesen Paragraphen abzuändern.

Dabei ist nun die explizite Erwähnung des Türkentums aussen vorgelassen worden, aber dennoch ist diese Änderung wohl nur als kleines Schrittchen zu verstehen, auch wenn er in die richtige Richtung geht. Klar, nun ist das Gesetz ansatzweise einer europäischen Norm entsprechend formuliert, doch wer sichert nun zu, dass diese Änderung auch in der Realität Einzug hält? Besonders nachdem von diesem Paragraphen unverhältnismässig oft gebrauch gemacht worden ist, auch um Meinungsfreiheit zu unterbinden, die politisch gerade nicht genehm war, ist es nun zu Befürchten, das nun das was früher als Beleidigung am Türkentum bezeichnet wurde, nun als Beleidigung am Türkischen Staat interpretiert wird.

Gesetze müssen nicht nur formuliert werden, sie müssen auch mit leben erfüllt sein, und so sollte gerade im Hinblick auf einen möglichen EU-Beitritt der Türkei dieser nun begonnene Änderungsprozess genaustens überwacht werden. Nur wenn die Türkei sich wirklich an die Vorgaben hält, kann man die EU für dieses Land eine realistische Option betrachten. Und derzeit ist man davon leider noch sehr weit entfernt.

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Zweiter GIOVE ist im All

April 27th, 2008 von maphry

Soviel man an dem Galileo-Projekt auch zweifeln mag, so sehr die Kritik dort seit Jahren nicht verstummen wollte, die Testreihen gehen weiter, und offenbar auch erfolgreich. Nun hat die ESA den zweiten Testsatelliten (Pressemitteilung der ESA) ins All geschossen, der nun angeblich mit der vom Galileo-System verwendeten Satellitenkonstruktion die weiteren Tests abarbeiten soll.

Das Konkurrenzprojekt zum amerikanischen Global Positioning System (GPS) und russischem GLONASS hatte immer wieder mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, und als die Firmenkonsortien sich als unfähig erwiesen haben (was wohl keine wirkliche Überraschung war) musste die EU noch einmal von vorn Anfangen mit der Durchführungsstruktur dieses Multi-Milliarden-Euro-Projektes. Nun geht es also weiter und die Hoffnung besteht das es doch noch gelingen wird die 30 Satelliten in den Weltraum zu befördern.

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Wieder hat es nicht gereicht

April 23rd, 2008 von maphry

Heute gab es ein weiteres Ergebnis bei den Vorwahlen in den USA zum Amerikanischen Präsidenten. Wo bei den Republikanern alles gelaufen ist, kämpfen bei den Demokraten auch weiterhin Hillary Clinton und Barack Obama um den Sieg. Heute war Pennsylvania an der Reihe, und alle Vorhersagen (Zusammenschau von pollster) sahen einen klaren Sieg von Hillary Clinton voraus.

Das Ergebnis erfüllte diese Erwartung nun auch einigermassen ideal. Die von vielen erhoffte Überraschung in die ein oder andere Richtung blieb aus, denn Barack Obama gelang es nicht, trotz langwieriger Aufholjagd das Rennen dort noch zu drehen, und somit der Kampagne der ehem. First Lady den Todesstoss zu versetzen. Somit geht es weiter und die Zeichen verdichten sich, das die Wahl des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers doch erst auf der Democratic National Convention Ende August in Denver entschieden wird.

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Einer geht noch…

April 21st, 2008 von maphry

Heimlich, still und leise ist in Südamerika die vorletzte rechts-/konsertiv-gerichtete Regierung gefallen. In Paraguay hat der linksorientierte Bischof Fernando Lugo mit seiner APC die über 60 Jahre dauernde Herrschaft der Colorado-Partei bei der Präsidentenwahl gebrochen, und somit nur noch ein Land übriggelassen, welches nicht links-dominiert ist: Kolumbien. Die Gründe für diesen Grundlegenden Wandel der politischen Welt dort in den letzten Jahren ist vielfältig (siehe auch “Südamerika Blog”), doch sicherlich eng verknüpft mit Venezuelas Präsident Hugo Chavez.

Das ehemalige Hinterland der USA, welches zumeist (zugegeben mit etwas Nachhilfe) treu auf Linie des großen Schwergewichtes war, hat sich somit nahezu vollkommen politisch von diesem entkoppelt. So sehr man begrüssen mag, das die meisten Regierungswechsel dort gewaltfrei über die Runden gegangen sind, so sehr muss man der USA wohl den Vorwurf machen, seine geographisch nächsten Nachbarn vernachlässigt zu haben, was sich nun in deren politischen Konfrontationskurs ausdrückt. Planungen wie die ganz-amerikanische Freihandelszone FTAA sind somit in der bisher geplanten Form erst einmal vollkommen auf Eis gelegt und man steht vor einem Scherbenhaufen. Die OAS, welche als politische Einheit gedacht war ist ebenfalls ein zahnloser Tiger, welcher wohl eine wirkliche Bewährungsprobe, wie zum Beispiel eine Verschärfung der Krise zwischen Ecuador und Kolumbien kaum managen können wird.

Man wünsche den Menschen in ganz Südamerika gutes gelingen bei ihren Wünschen, aber ob eine politische Zweiteilung des amerikanischen Kontinentes wirklich zu jedermanns Vorteil sein wird, darf doch arg bezweifelt werden.

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[Book]Tess Gerritsen: Vanish

April 20th, 2008 von maphry

Als die Gerichtsmedizinerin Maura Isles zu später Stunde noch einmal etwas im Labor nachschaut, bemerkt sie, das eine Leiche noch lebt und lässt diese schnell ins nahegelegene Krankenhaus einliefern. Als sie am nächsten Morgen die von den Toten auferstandene und nicht zu identifizierende besuchen will wird sie schlagartig Teil einer Geiselnahme, in dessen Verlauf auch die hochschwangere Polizistin Jane Rizzoli in Gefangenschaft gerät.

Dies ist der fünfte Roman der Isles/Rizzoli Reihe und wieder einmal gelingt es der Autorin einen hervorragenden Spannungsaufbau abzuliefern, auch wenn das Buch aufgrund einer inhaltlichen Zweiteilung nicht aus einem Guss wirkt. Das von ihr schon bekannte Wechselspiel mit mehreren Perspektiven und Zeitlichen Sprüngen wird dieses mal noch mehr ausgereizt, so dass es lange dauert, bis man die einzelnen Puzzleteile als Leser auch wirklich zusammengesetzt bekommt. Ein wohl durchdachter Roman, mit reichlich Kritik am Skandaljournalismus, welcher die Nerven abermals reichlich kitzelt.


Bibliographie:

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Der Papst in Amerika

April 18th, 2008 von maphry

Das Oberhaupt der katholischen Kirche weilt diese Woche auf Auslandsbesuch in den USA. Neben den üblichen Gesprächen, die ihm als Oberhaupt des Vatikanischen Staates zuteil wurden, mit dem Amerikanischen Präsidenten George W. Bush, und eienr Rede vor der UN-Vollversammlung, stand ein ganz anderes Thema im Mittelpunkt: Der Missbrauch von Kindern durch katholische Priester.

Offensiver und offener als erwartet wurde dabei das Thema durch die Vatikanische Delegation dabei angegangen. Große Worte verwendet, gute Gesten gezeigt, denen nun allerdings auch Taten folgen müssen. Denn niemand kann akzeptieren und vergessen, das die amerikanische Abteilung der katholischen Kirche massiv versucht hat diesen Skandal unter den Teppich zu kehren. Und auch die Reaktionen aus dm Vatikan waren bis zum heutigen Tage eher dürftig. Das sich dieses nun bessert, bleibt wohl zunächst eher Hoffnung als Gewissheit, aber es ist zumindest ein Anfang auf einem langen Weg.

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Das Italienische Dilemma

April 12th, 2008 von maphry

Italien wählt mal wieder, und es geht um die 62. Nachkriegsregierung in Italien, dem Land mit den zwei Blöcken und einem heillos zersplitterten Parteiensystem. Zur Wahl stehen auf der links-mittigen Seite die Partitio Democratico mit Walter Veltroni an der Spitze, auf der rechten Forza Italia mit dem allseits bekannten Silvio Berlusconi.

Man mag den Italienern Vergesslichkeit und Gutgläubigkeit vorwerfen oder Berlusconi einfach nur einen brillianten Wahlkämpfer, aber nachdem man ihn schon 2 mal aus dem Amt gejagt hatte, stehen seine Chancen nicht schlecht, das er seine 4. Regierungszeit aufnehmen kann. Der Medienmogul, welcher eurpopaweit fast ausschliesslich Kopfschütteln mit seinen Entgleisungen ausgelöst hat steht also abermals vor dem Sprung auf einen der höchsten Posten in der italienischen Politik, und vielen graut es davor, ihn wieder einmal (wenn auch in guter italienischer Tradition wohl nicht lange) dort zu sehen. Der Italienische Bürger hat es also in der Hand, ob sich das Land abermals aussenpoltisch isoliert, aber das scheint ihm im allgemeinen relativ egal zu sein.

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