[Cinema] Let’s make money

January 12th, 2009 von maphry

Der Filmemacher österreichische Erwin Wagenhofer versucht in seinem Film über das globalisierte Finanzsystem aus seiner Sichtweise zu erklären, was passiert, wenn die Banken davon sprechen, dass man sein Geld arbeiten lassen soll. Dabei verfolgt er westliche Investoren in Singapur und Indien bei ihrer Arbeit und zeigt immer wieder die kehrseite der Medallie, angereichert mit ein paar wenigen Zahlen, die für ahnungslose recht schockierend wirken. Dabei lässt er in Burkina Faso einen Firmenchef den amerikanischen Protektionismus anprangern, der dem auf geheiss der Weltbank liberalisierten Staat erdrückt, oder einen pensionierten “Wirtschaftskiller” seine Lebensbeichte abliefern, so dass der Betrachter schnell zu dem Schluss kommt, das doch etwas falsch läuft im Finanzsystem dieser Welt.

Der Film profitiert neben seiner Ernsthaftigkeit vor allem durch die Bilder, die dank fehlendem Moderator den Film neben den vielen Interviews mit einigen wenigen Akteure tragen. Politisch ist der Film sehr einseitig ausgerichtet, denn der Sinn sollte offenbar sein wachzurütteln und plakativ vor Augen zu führen, was Globalisierung eigentlich bedeutet. In Zeiten der Finanzkrise beweisen besonders die Geschichten um die Immobilienblase in Spanien beeindruckende Aktualität, jedoch gelingt es dem Regisseur nicht, seine vielfach plakativen Zwischenüberschriften zu den 8 Kapiteln des Films mit Inhalt zu füllen. Für diejenigen, die vom Finanzsystem und seinen auswüchsen keine Ahnung haben und einmal die andere Seite als nur die schöne Scheinwelt sehen wollen, ist der FIlm somit gut geeignet, für die meisten anderen bietet er nicht viel Neues und hat somit so seine längen. Ein ordntlicher Dokumentarfilm, keine Frage, viel mehr aber auch nicht.

Daten

Let’s Make Money Release: 30.10.2008 , Regisseur: Erwin Wagenhofen

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Internet wird zur Schiessbude für Juristen

October 26th, 2008 von maphry

Der letzte Donnerstag war ein schwarzer Tag für den deutschen Teil des Internets, einer der erwarten lässt, das die daraus folgenden internationalen Wettbewerbsnachteile auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinweg den Informationsstandort Deutschland nachhaltig schwächen. Vor allem zwei Ereignisse sollten einen Nachdenklich stimmen, denn es sind Beispiele für Realitätsferne Politiker, Kontrollwahn und grenzenlosen Lobbyismus, die die Unwissenheit der Volksvertreter gnadenlos ausnutzen.

Das eine ist der neue Rundfunkstaatsvertrag, welcher von den Landesregierungen ausgehandelt wurde, und vor allem Neuerrungen in das Betätigungsfeld der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD und ZDF im Internet bringt. Nicht nur das nun gebührenfinanzierte Sendungen nun nicht mehr auf Dauer im Netz archiviert werden dürfen, was eine wirkliche Chance gewesen wäre auf lange Sicht ein Reservoir für ein bebildertes Gedächtnis der Welt zu schaffen, nein, anstatt das existierende Werbeverbot auszubauen und einen Höchstsatz an Gebührenanteilen festzulegen, welcher für Netzaktivitäten verwendet werden darf, verbietet man die nicht-sendungsbezogene Berichterstattung gleich ganz. Das Schreckgespenst der privaten Medien, der gebührenfinanzierten Presse, ist einzig und allein der Gewinnmaximierung zu verdanken. Denn wären die privaten in ihren Angeboten so gut, wie sie doch immer behaupten, wären die schwerfälligen öffentlich-rechtlichen kaum eine Gefahr. Da der Journalismus in Deutschland sich allerdings in einem grauenhaften zustand befindet und vielfach nur noch daraus besteht Agenturmeldungen leicht umzuformulieren anstatt selber zu recherchieren ist diese Furcht berechtigt. Man möchte mit minimalem Aufwand möglichst viel Content, mit möglichst wenig kostenfreier Konkurrenz erschaffen, und da stören ARD und ZDF natürlich nur. Wer es nicht glaubt, dem bietet sich heute die Möglichkeit über Nachrichtensuchen die Zeitungsartikel vieler Zeitungen zu einem Thema zu vergleichen, man wird sich wundern wie ähnlich diese Artikel doch sind. Der Kommentar ist Mangelware geworden und im internationalen Vergleich ist das (freie) Angebot lächerlich. Nicht umsonst muss ich auch in diesem Blog häufig auf die britischen oder amerikanischen Medien verweisen, da es im deutschsprachigen Raum kaum noch eine Pluralität der Meinungen gibt.

So wird das ganze darin Enden, das die werbeüberfluteten Seiten noch weniger nutzbar sind und die die das nicht tun nur noch per Bezahlfunktion zu erreichen seien werden. Das ist der falsche Weg. Die öffentlichen Sender hätte man dazu verpflichten sollen ihre Bildbeiträge unter freie Lizenzen zu stellen, solange sie auch von denen Stammen, um dem “Bürgerjournalismus” neue Möglichkeiten zu bieten und eine Reform der Gebührenordnung hin zu einer allgemeinen Steuer ist schon lange überfällig, um Bürokratie und somit reichlich Gelder zu ersparen. Wir brauchen eine Presse von möglichst vielen Seiten, auch wenn ein Repräsentant davon vom Staat mit beeinflusst wird, denn wer die Meinung anderer fürchtet nur damit die eigene mehr wahrgenommen wird, hat das Prinzip der Demokratie nicht ganz verstanden.

Die andere zu beanstandende Entwicklung war die Einführung der Ablieferungspflicht an die Deutsche Nationalbibliothek. Wieder einmal hat man es Versäumt klar den Begriff der privaten Webseiten zu formulieren, denen man die Pflichtexemplare einer Webseite ersparen möchte. Ist ein Blog denn vielleicht nicht mehr nur privat, wenn, wie hier, politisch kommentiert wird? Das wird derzeit kaum jemand wirklich beantworten können, und so ist ein Papiertiger entstanden, welcher dazu führen wird, das die Abmahnungswellen in Massen wieder die Juristen beglücken werden, und zum Teil Richter, welche von der Materie keine Ahnung haben, Entscheidungen fällen werden, die an der Realität vorbeigehen. Des weiteren ist es heute ein leichtes mit Suchmaschinentechnologie die Erhaltenswerten Inhalte aufzufinden und ab zu speichern, so dass die Ablieferung vollkommen unnötig wäre. Aber das würde das bisherige Prinzip in Frage stellen und somit schwächt man lieber ein weiteres mal den Informationsstandort Deutschland als eigenständig tätig zu werden.

Die Konsequenzen werden der Abzug von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft sein, welche durch die vielen negativen Entscheidungen der letzten Jahre nahezu unumgänglich werden. Das Internet ist kein nationaler Spielball, sondern wie es schon im Namen anklingt international und bedarf nur die nötigsten (aber dann internationalen) Regulierungen. Das dieses ein weiteres Mal eine Generation von Politikern nicht verstanden hat, für die das Internet nur als Marketing-Gag zu dienen scheint, ist kein Wunder in einem Land, wo flexibles denken nur dann angebracht ist, wenn es ums Steuern sparen und kurzfristiges Gewinne machen geht.

Hintergrundartikel:

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[Cinema] Anonyma – Eine Frau in Berlin

October 24th, 2008 von maphry

Als im Frühjahr 1945 die Russen in Berlin einmarschieren und die Stadt belagern, kommt es zu zahlreichen übergriffen auf die Zurückgebliebene Zivilbevölkerung. Vor allem Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung und so leiden vor allem die Frauen besonders unter diesem Zustand. Darunter auch eine Journalistin, welche im Hause einer alten Witwe Unterschlupf bekommt, und dort mit den Mitbewohnerinnen für sexuelle Gefälligkeiten sich reichlich Vorteile verschaffen können. Doch auch als die Alliierten den Krieg endgültig gewonnen haben sind die Gefahren noch nicht vorüber und die Angst was die heimkehrenden eigenen Soldaten über das geschehene denken werden, schwebt weiter über ihnen.

Der Film ist vom schaustellerischen her gesehen für einen deutschen Film gut gemacht. Allerdings ist die Thematik kritisch und so wird unweigerlich ein sehr bedrückendes Gefühl durch diesen erzeugt. Die Massenvergewaltigungen, die hier den Aufhänger bilden, sind Bestandteil fast jeden Krieges, und so muss das Drehbuch doch reichlich Balanceakte vollführen, nicht allzu einseitig Partei im zweiten Weltkrieg zu ergreifen, was in Deutschland nie gerne gesehen wird. Allerdings werden die Taten der Russen reichlich bebildert dargestellt, die Taten der deutschen nur am Rande in einigen Dialogen angerissen. Ansonsten wird sich sehr darauf konzentriert die Überlebensstrategien der Frauen darzustellen, was manchmal recht eigenartige Züge annimmt. Alles in allem, ist es ein weites gehend gelungener Film zu einem ernsten Thema, aber man sollte sicherlich kein Unterhaltungskino erwarten, denn das wird hier vollends ausgespart.

Daten:

Anonyma – Eine Frau in Berlin, Release: 23.10.2008, Regie & Drehbuch: Max Färberböck

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[Book]Bjørn Lomborg: Cool it – The Skeptical Environmentalist’s Guide to Global Warming

September 3rd, 2008 von maphry

Das Thema Global Warming und Climate Change bestimmt die Nachrichten und wird von den Medien gern als Weltuntergangsszenario dargestellt. Aber hat es diesen Stellenwert wirklich verdient? Oder sind die befürchteten Folgen des Klimawandels nicht auch mit ganz anderen Mitteln als CO2-Reduktion zu entgegenen, die um einiges Preiswerter sind? Dieser Frage geht dieses Buch nach und widmet sich vielen dieser Folgen, wie Gefährdung der Eisbären, die Erhöhung des Meeresspiegels, Malaria, Hitzetote etc. Dabei stellt der Autor diesem sein eigenes Programm gegenüber und rechnet minutiös vor, dass dieses nicht nur reichlich billiger sei als das ineffektive Kyoto-Protokoll sei, sondern auch mehr Menschen in besserer Form und um einiges schneller helfen würde.

Bjørn Lomborg ist selbst Statistiker und Wirtschaftsdozent und so stellt er die Frage Kosten des Klimawandels uneingeschränkt in den Vordergrund. Dabei kritisiert er das Kyoto-Protokoll als nahezu nutzlos und wirbt dafür das er mit einem Bruchteil des Geldes viel mehr Menschen den Umgang mit den Klimawandel und dessen Folgen erleichtern könnte. Dabei zweifelt er nicht am Klimawandel selbst, denn er bezieht sich mit seiner Argumentation ausdrücklich auf die IPCC-Berichte. Allerdings hat er bei den prognostizierten Folgen der Temperatursteigerung viele Artikel vorzuweisen, die diese zumindest in einem anderen Licht erscheinen lassen. So ist dieses auch weniger ein wissenschaftliches Buch zum Thema Klimawandel an sich, sondern eher ein Buch über die wirtschaftlichen und politischen Folgen. Seiner Aufforderung doch die in den letzten Jahren fast religiös geführten Debatten um den Klimawandel wieder mehr zu versachlichen und der Medienhysterie einen Riegel vorzuschieben kann man durchaus befürworten. Und so ist dieses Buch sicherlich ein wichtiger Beitrag zu dieser Diskussion, da sie eben gerade nicht den Klimawandel an sich in Frage stellt, sondern nur die Prioritätensetzung wie wir damit derzeit umgehen. Zudem ist es mit vielen Metaphern ausgestattet, so dass das Buch kein trockener Schinken ist, dafür aber viele Sarkastische Bemerkungen enthält. Und um seine Wissenschaftlichkeit zu untermauern besteht es zudem aus etwa 30% Quellenangaben und Erläuterungen, denn die Angriffe der Klimaschützer sind ihm wie immer Gewiss.


Bibliographie: 

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Was die Welt nicht braucht…

June 25th, 2008 von maphry

Eine Nachricht die wohl eher die Klatschspalten füllen wird, zumindest die der gehobenen Zeitschriften. Das deutsche Alphabet ist um einen Buchstaben reicher: dem grossen sz. Die ISO, die Internationale Standardisierungs Organisation hat diesen Buchstaben nun einem Platz im Unicode gewährt, und somit die Möglichkeiten geschaffen das dieses in naher oder ferner Zukunft nun schrifttechnisch umsetzbar ist.

Dabei ist dieses ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung. Anstatt das sz auszubauen gehört dieser überflüssigste aller Buchstaben mit sofortiger Wirkung abgeschafft. Die wenigen Beispiele wo es noch Sinn macht, wie “Masse”, sind in ihrer Bedeutung so unterschiedlich, dass es seine Daseinsberechtigung längst verloren hat. Vor machen es die Schweizer, wo seit Anfang des letzten Jahrhunderts das sz immer durch ss ersetzt wird, was das Problem wohl am besten löst.

Wo sich nun also einige Gedanken machen wie das neue Zeichen nun aussieht (wie das Zeichen), gibt es die Beruhigung, dass die Tastaturlayouthersteller sich wohl zu fein seien werden dem Buchstaben eine Taste zu widmen. Hoffentlich bleibt es dabei, und wenn sie es doch etwas arbeit investieren wollen, könnten sie den Buchstaben unterm Fragezeichen gleich entfernen und zum Beispiel durch das Backslash ersetzen.

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[Book]Tess Gerritsen: The Mephisto Club

May 10th, 2008 von maphry

Als Maura Isles und Jane Rizzoli zu einem Tatort gerufen werden, werden sie fast erschlagen von den vielen satanisch anmutenden Symbolen. Auch als wenige Tage später der nächste Fall auftritt, wird die Sache nur noch mysteriöser. Als dann noch ein eigenartiger Club von scheinbaren Hobbydetektiven sich aktiv in die Ermittlungen einzumischen versucht, und die Symbolflut immer mehr zunimmt, liegen die Nerven blank, und eine mühselige Suche nach dem Täter und den Hintergründen beginnt.

Dies ist der sechste Roman der Isles/Rizzoli Reihe und dieses mal wird es um einiges düsterer. Das Hauptthema des Satanismus wird ausführlichst durchgekaut, auch mithilfe von allerhand Verweise auf die Apokryphen untermauert wird. Die stärken von Tess Gerritsen liegen bekanntermassen sowohl im Spannungsaufbau, der dieses mal etwas mauer ausfällt als wie man es gewohnt ist, andererseits in der hervorragenden Charakterentwicklung, welche auch dieses mal wieder hervorragend gelingt, und auch wenn es nun schon das sechste Buch der Reihe ist, man immer noch neues über die Charaktere erfährt. Somit ist es allemal ein hervorragendes Buch, welches sich würdig in diese Reihe einfügt.


Bibliographie:

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[sport] Bischmisheim ist Deutscher Meister

May 5th, 2008 von maphry

Nach 80 Minuten im Rückspiel war alles klar, der 1. BC Saarbrücken Bischmisheim stand als Deutscher Badminton-Meister fest. Im Hinspiel Tags zuvor verlor der als leichter Favorit in das Spiel gegangene 1. BC Beuel bei den Saarländern unerwartet hoch mit 2:6. Dabei gelang es nur eines der 4 Dreisatzspiele für sich zu entscheiden, was besonders dahin den Ausschlag gab, das alle drei Doppel zu Beginn verloren wurden. Nur in den Herreneinzeln liessen die Bischmisheimer Federn, aber auch dort weniger als erwartet, als Marcel Reuter den Finnen Ville Lang vom Feld fegte.

Das Rückspiel war dann eine wie von vielen Zuschauern befürchtet kurze Geschichte. Wieder wurden die Doppel zu Beginn gespielt, und wieder gelang es den Beulern nicht eines davon für sich zu entscheiden. So stand das 0:3 für den Gastgeber fest, und die restlichen Spiele wurden nicht mehr ausgespielt. Damit haben nun die Saarländer zum dritten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel in der Tasche und eine Ereignisreiche Bundesligasaison nahm so ihr Ende.

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